{"id":986,"date":"2013-11-11T22:21:39","date_gmt":"2013-11-11T21:21:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=986"},"modified":"2013-11-11T22:26:33","modified_gmt":"2013-11-11T21:26:33","slug":"el-rosario-guerrero-negro-22-10-2013-27-10-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=986","title":{"rendered":"El Rosario &#8211; Guerrero Negro (22.10.2013 &#8211; 27.10.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>El Rosario &#8211; El Sacrificio (45 km) &#8211; San Agust\u00edn (42 km) &#8211; Catavi\u00f1a (37 km) &#8211; Punta Prieta (117 km) &#8211; Guerrero Negro (119 km)<\/strong><\/p>\n<p>Nach der mehr oder weniger erzwungenen Pause machte ich mich also wieder auf den Weg. Die ersten 45 km waren ziemlich bergig und wenn&#8217;s schon auf beiden Seiten ein Meer hat, h\u00e4tte ich mir etwas mehr Exklusivit\u00e4t f\u00fcr unsere Berge gew\u00fcnscht! Es war heiss und der R\u00fcckenwind half zwar, verhinderte aber auch den kleinsten Windhauch im Gesicht. Eigentlich wollte ich bis San Agust\u00edn fahren, war aber um zwei Stunden vor dem Eindunkeln immer noch 40 km entfernt. So war ich froh, eine Loncher\u00eda zu erreichen, wo ich im Garten zelten konnte. Beim Aufbau musste ich die K\u00e4tzchen mit Nachdruck verjagen. Irgendwie fanden wir das Schattenjagen am Zelt unterschiedlich witzig. Am Abend setzte ich mich rein und plauderte nach dem Nachtessen noch lange mit den Besitzern und den G\u00e4sten. Ein LKW-Fahrer spendierte mir sogar eine heisse Schokolade \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich stand am anderen Morgen nicht allzu fr\u00fch auf &#8211; heute sollte es mehrheitlich &#8220;flach&#8221; weitergehen. Und zudem wachte ich nachts ein paar Mal auf, als die Hunde anschlugen. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck unterhielt ich mich noch ein Weilchen mit Juan, der am Vormittag die Stellung hielt und mich aufkl\u00e4rte, die Hunde h\u00e4tten in der Nacht Kojoten verjagt. Die seien aber f\u00fcr Menschen nicht gef\u00e4hrlich und nur an den H\u00fchnern interessiert. Ich war dann m\u00e4ssig beruhigt, fand bellende Hunde zur Abwechslung mal ganz toll und hatte auch mit dem Kojoten Verst\u00e4ndnis &#8211; so ein saftiges Poulet zum Znacht&#8230; Dann ging&#8217;s ohne Probleme bis San Agust\u00edn. Das Fr\u00fchst\u00fcck war kurz vorher verbrannt und ich schaffte es gerade noch ohne Pause bis zur n\u00e4chsten Loncher\u00eda. Dort ass ich was, kippte dazu beinahe 2l runter. Als ich von der Toilette zur\u00fcckkam, traf ich vor dem Eingang auf Georgie und Mohsen aus London. Die beiden sind in San Francisco losgeradelt. Von der Grenze bis Ensenada nahmen sie dann den Bus, um von dort wieder in die Pedalen zu treten. Nach einem Tag hatten sie aber ein Problem mit einem gebrochenen Tr\u00e4ger f\u00fcr die Fronttaschen, weshalb sie umkehrten, in Ensenada auf Ersatz warteten und dann mit dem Bus bis El Rosario fuhren. Nun waren sie also den ersten Tag in der (Halb-) W\u00fcste unterwegs. Wie ich hatten sie geplant, heute bis Catavi\u00f1a zu kommen, da es dort Unterk\u00fcnfte gibt. Sie waren allerdings schon ziemlich platt, was ich nach der gestrigen Etappe verstehen konnte. Wir plauderten dann solange, dass es f\u00fcr eine Weiterfahrt sowieso zu sp\u00e4t war und zelteten hinter dem Restaurant. Eigentlich w\u00e4re das wohl ein Camper-Park, mir gefiel es eine Ecke weiter aber etwas besser, da dort Reifenstapel f\u00fcr etwas Windschutz sorgten und sie schlossen sich an. Sp\u00e4ter bemerkten wir dann, dass das wohl das Gel\u00e4nde der Reifenwerkstatt war, wo sich aber niemand an uns st\u00f6rte.<\/p>\n<p>Nun wollten wir die verbleibenden paar km nach Catavi\u00f1a zur\u00fccklegen und uns dort einen freien Nachmittag g\u00f6nnen. Unterwegs hielten wir bei einer Tafel, die ein Museum usw. ank\u00fcndigte. Allerdings fanden wir nur ein paar leere verfallende Geb\u00e4ude. So erreichten wir gegen Mittag bereits das Ziel. W\u00e4hrend wir uns einen Willkommenstrunk beim Minimarkt g\u00f6nnten. Fuhr Gabino mit einer Ladung Gebrauchtwaren vor. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen, dann machte er sich auf zu seinem Laden in Loreto, w\u00e4hrend wir uns ein Zimmer suchten. Nach der gr\u00f6ssten Hitze wollten wir die Malereien besuchen, die im Reisef\u00fchrer beschrieben wurden. Nach wenigen Metern \u00fcber Sand erreichten wir die Strasse &#8211; und sowohl Georgie als auch Mohsen hatten Dornen in den Reifen. Sie reparierten, ich versuchte beim teuren Hotel ein paar Dollars umzutauschen. Dort traf ich auf einen Amerikaner, der mir von der Baja1000 erz\u00e4hlte, einem Offroadrennen, das dieses Jahr aus einer Rundtour mit Start und Ziel in Ensenada besteht. Wieder zur\u00fcck waren die zwei immer noch am basteln. Ich fand dann in meinem Reifen auch wieder mal sowas wie eine Heftklammer. Das in Santiago de Chile eingespr\u00fchte Dichtmittel reparierte aber das kleine Loch im Schlauch ohne mein Zutun. Wir entschieden dann, dass unser Ausflugsziel vermutlich das Geistermuseum vom Morgen war und blieben im Motel. Dort genossen wir den Sonnenuntergang und Georgie und Mohsen eine kalte Dusche. Der Ort hat keine Anbindung ans Stromnetz, weshalb Elektrizit\u00e4t mit Generatoren erzeugt werden muss. Als ich schliesslich doch noch unter die Dusche wollte, war es schon stockdunkel. Dunkel = Lichtbedarf = Strombedarf = Generator anlassen = Warmwasser (bzw. warmes Rinnsal) \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nach Catavi\u00f1a zog sich die Strasse nochmals in die H\u00fcgel. Die H\u00f6he war dann aber bald erreicht und es lief immer besser. Am sp\u00e4ten Nachmittag konnten wir uns sogar \u00fcber einen kr\u00e4ftigen R\u00fcckenwind bei leichtem Gef\u00e4lle freuen &#8211; das leichte Gef\u00e4lle blieb, der Wind drehte pl\u00f6tzlich und blies uns die letzten 20 km entgegen. In Punta Prieta wollte wir wieder bei einer Loncher\u00eda anfragen, ob wir zelten k\u00f6nnen. Da das Kaff auf einem Minih\u00fcgel liegt, ging es hinter den Geb\u00e4uden aber gleich runter. So fragten wir in einem Restaurant, ob sie eine Idee h\u00e4tte, worauf sie uns an die Polizeistation verwiesen. Dort zeigte man uns einen Rohbau, wo wir unsere Zelt im Innern aufstellen konnten. Das Geb\u00e4ude wird von der Polizei als Dusche, K\u00fcche und Kraftraum benutzt und beim vorherrschenden trockenen Wetter braucht es keine T\u00fcren und Fenster. Ich hatte gar keine Lust, zu kochen und meine beiden Begleiter f\u00fchlten sich etwa gleich. So machten wir uns wieder auf zum Restaurant f\u00fcr ein paar Quesadillas.<\/p>\n<p>Wieder begannen wir den Tag mit einigen H\u00fcgeln. Langsam kam meine Kondition wieder zur\u00fcck und da ich bergab Schwerkraft (und sparsamerem Bremsen) sei Dank viel schneller als Mohsen und vor allem Georgie war, fuhr ich vorneweg. Bis zur Mittagspause hatten wir bereits 65 km hinter uns. Als wir uns an das letzte Wegst\u00fcck machen wollten, kam uns doch tats\u00e4chlich ein Fussg\u00e4nger mit Rollkoffer entgegen! Da soll nochmals jemand behaupten, die Radfahrer seien verr\u00fcckt \ud83d\ude09 Ich half ihm mit einer Flasche Wasser und einem Milkyway aus und dann ging&#8217;s weiter. Am fr\u00fchen Abend erreichten wir dann Guerrero Negro, wo wir uns im Hotel Las Ballenas f\u00fcr zwei N\u00e4chte einquartierten. Der Name (Schwarzer Krieger) stammt von einem amerikanischen Walfangschiff namens Black Warrior, das hier 1858 strandete. Nach einer kurzen Erholungspause machten wir uns auf zur Taquer\u00eda, die uns der Hotelangestellte empfohlen hatte. Im El Poblana feirerten wir die Durchfahrt durch die Desierto Central mit Tacos, Tostados und Vampiros \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Am Sonntag feierte Georgie dann ihren 30. Geburtstag. Mohsen und ich gingen zur W\u00e4scherei und auf dem R\u00fcckweg Zutaten f\u00fcr eine &#8220;Torte&#8221; einkaufen: Petit Beurre, Nesquik und Schlagrahm aus der Spr\u00fchdose. Beim Abholen der W\u00e4sche brachte Mohsen unser Meisterwerk dann zum Restaurant, wo wir am Abend essen wollten. Wir genossen unser Fischmen\u00fc und das Dessert.<\/p>\n<p>Die Desierto Central (Zentralw\u00fcste) war teilweise sehr anstrengend zu fahren. Zum Gl\u00fcck mussten wir uns aber kaum mit Gegenwind rumschlagen. Landschaftlich war das aber wirklich mal was Einzigartiges. Im Gegensatz zur trockenen Atacama gibt es hier durchaus gen\u00fcgend Feuchtigkeit oder Grundwasser, dass riesige Kakteenw\u00e4lder gedeihen k\u00f6nnen &#8211; es empfiehlt sich nur, genau aufzupassen, wohin man f\u00e4hrt oder tritt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El Rosario &#8211; El Sacrificio (45 km) &#8211; San Agust\u00edn (42 km) &#8211; Catavi\u00f1a (37 km) &#8211; Punta Prieta (117 km) &#8211; Guerrero Negro (119 km) Nach der mehr oder weniger erzwungenen Pause machte ich mich also wieder auf den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=986\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-986","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=986"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1000,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/986\/revisions\/1000"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}