{"id":970,"date":"2013-11-02T02:47:15","date_gmt":"2013-11-02T01:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=970"},"modified":"2013-11-02T02:53:32","modified_gmt":"2013-11-02T01:53:32","slug":"ensenada-el-rosario-09-10-2013-21-10-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=970","title":{"rendered":"Ensenada &#8211; El Rosario (09.10.2013 &#8211; 21.10.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ensenada &#8211; Las Ca\u00f1adas (33 km) &#8211; San Vicente (57 km) &#8211; San Quint\u00edn (103 km) &#8211; El Rosario (63 km)<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich \u00fcberlegte ich, in Ensenada auf die drei Mexikaner aus Guadalajara zu warten, die ich in Anchorage getroffen hatte. Sie schrieben dann aber, dass sie wohl von San Diego nach hause fliegen. Die Zeit ging ihnen langsam aus und &#8211; Grossmama bitte bis zum n\u00e4chsten Abschnitt \u00fcberspringen &#8211; die Eltern fanden es zu gef\u00e4hrlich, durch Mexiko zu radeln &#8211; wie beruhigend \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Also machte ich mich halt alleine auf die Weiterfahrt. Erst ging&#8217;s aber noch zu einem Besuch in einer Schule. Sergio, ein Argentinier, den ich im Hostel kennengelernt hatte, hatte eine Bekannte in dieser Schule und fragte mich an. Sie holten mich kurz vor 11.00 im Hostel ab und wollten mich mit dem Auto hinfahren &#8211; wegen der bereits fortgeschrittenen Zeit. Ohne Fahrrad und Gep\u00e4ck aufzutauchen ging nat\u00fcrlich gar nicht und so radelte ich hinter ihnen her. Ich stellte mich kurz vor und entschied dann, dass eine Fragerunde wesentlich einfacher als ein unvorbereiteter Vortrag sei. Sch\u00fcler und Lehrer waren sehr interessiert und die Fragen sehr abwechslungsreich. Beim folgenden Mittagessen &#8220;musste&#8221; ich dann sogar noch eine Autogrammstunde abhalten \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Dann machte ich mich endlich wieder auf. Ich wollte nur ein kurzes St\u00fcck fahren &#8211; im Hostel hatte ich n\u00e4mlich den Canopy-Flyer gefunden. Am fr\u00fchen Abend war ich dann auch schon am Ziel. Das Canopy war eine sch\u00f6ne Abwechslung, aber wie erwartet nicht mit einem Seilpark zu vergleichen. Einer der Guides machte mit meiner Kamera ein paar Fotos und meinte dann zum Spass was von einem Dollar pro Foto. Ich konterte, ich sei einverstanden, er solle mir einfach sagen, welche Fotos er von meiner Kamera m\u00f6chte &#8211; das war dann wohl ein Punktsieg \ud83d\ude09 Danach musste ich mir einen Platz f\u00fcr die Nacht suchen. Da es in der N\u00e4he sonst nichts gab, blieb ich im Park und da die H\u00fcttchen und Tipis unversch\u00e4mt teuer waren, zeltete ich auf dem verh\u00e4ltnism\u00e4ssig immer noch teuren Campingplatz. Daf\u00fcr w\u00e4re auch die Poollandschaft im Preis inbegriffen gewesen. Nach dem Eindunkeln ein bisschen im Pool h\u00e4ngen t\u00f6nte gut. Auf die Frage, ob das Wasser warm oder kalt sei, meinte die Angestellte treuherzig, das komme auf das Wetter an. Wenn die Sonne scheine, sei das Wasser w\u00e4rmer, nachts k\u00e4lter &#8211; meine Badehose blieb also trocken&#8230; Ich stellte mein Zelt auf und erinnerte mich kurz darauf an Lino vom Hostel und sein &#8220;die n\u00e4chsten 10 Monate regnet&#8217;s hier nicht mehr&#8221;! Immerhing waren die Tische grossfl\u00e4chig \u00fcberdacht, sodass ich Velo und Gep\u00e4ck vor dem kr\u00e4ftigen Regen in Sicherheit bringen konnte. Kurz darauf tauchte Gilberto auf, der die Nachtschicht gefasst hatte. Er brachte mir etwas sp\u00e4ter eine Gl\u00fchbirne f\u00fcr die Halterung am Tisch und so liess es sich trotz Regen ganz gut aushalten.<\/p>\n<p>Wie von Gilberto angek\u00fcndigt, h\u00f6rte der Regen am fr\u00fchen Morgen auf. Es war aber noch bew\u00f6lkt und ziemlich frisch und so blieb ich noch ein bisschen liegen. Schliesslich packte ich bis auf das Zelt zusammen, fr\u00fchst\u00fcckte und las ein bisschen. Ein ziemlich fotogenes Eichh\u00f6rnchen wollte auch mit fr\u00fchst\u00fccken und putzte meine Sch\u00fcssel &#8211; nach reiflicher \u00dcberlegung habe ich mich dann aber doch noch f\u00fcr einen Abwasch entschlossen. Das Zelt trocknete in der Zwischenzeit in der mittlerweile scheinenden Sonne. Schliesslich machte ich mich erst am Nachmittag auf den Weg. Die Campinggeb\u00fchr galt nur bis 09.00. Danach w\u00e4hren weitere MXN 90 (ca. CHF 6.30) f\u00fcr die Tagesbenutzung der Anlagen f\u00e4llig geworden. Da ich nichts nutzte und das WIFI sowieso nie funktionierte, hatte ich keine Lust auf Zusatzkosten. Ich ass deshalb was kleines beim Minimarkt und verliess das Gel\u00e4nde durch den Marktausgang. Die eher kurze Etappe nach San Vicente ging durch das st\u00e4ndige Auf und Ab dann trotzdem ganz sch\u00f6n in die Beine. Ich erreichte das Dorf kurz vor dem Eindunklen und wollte in einem Laden nach Unterk\u00fcnften fragen. Davor stand ein Pickup und der Fahrer, ein Angestellter der Stadt oder Region Ensenada, sprach mich an und empfahl mir das Mini-Hotel Vivian. Das war ja einfacher als erwartet und im Vivian erhielt ich ein sauberes Zimmer &#8211; und nachts war zur Abwechslung mal so gut wie nichts vom Strassenl\u00e4rm zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nun wollte ich San Quint\u00edn erreichen und knapp \u00fcber 100 km schienen mir nicht allzu weit. Nach etwas mehr als einer Stunde hielt ein entgegenkommender Pickup an und Luis begr\u00fcsste mich. Der Sohn von Gabino, bei dem ich \u00fcber warmshowers.org \u00a0die \u00dcbernachtung in San Quint\u00edn organisieren konnte, war auf dem Weg zu einem Wochenende in Mexicali an der Grenze. Weiter ging&#8217;s dann m\u00fchsam in h\u00fcgeligem Gel\u00e4nde und meistens bei Seiten- oder Gegenwind. Nach knapp \u00fcber 30 km stand Trino am Strassenrand. Er lud mich zu einem Glas Wasser (ich h\u00e4tte auch Bier haben k\u00f6nnen) und sp\u00e4ter zu einem Teller Eintopf ein. Ich h\u00e4tte auch \u00fcbernachten k\u00f6nnen. Allerdings hatte ich mich in San Quint\u00edn angek\u00fcndigt. Ich rechnete bereits nach, ob ich es wohl noch bei Tageslicht schaffen w\u00fcrde, als ich nach gut 40 km wieder die Westk\u00fcste erreichte und die Strasse nach S\u00fcden knickte. Nun durfte ich mich pl\u00f6tzlich \u00fcber R\u00fcckenwind freuen und so kam ich noch rechtzeitig an. In einem Minimarkt fragte ich nach der Strasse und wurde aufgekl\u00e4rt, dass diese ca. 8-10 km weiter s\u00fcdlich liege. Nach gut einem km fragte ich in einer Tankstelle nochmals nach und rief schliesslich an. Gabino war f\u00fcr seinen Secondhand-Shop unterwegs, weshalb mich Lupina abholte. Von wegen 8-10 km &#8211; die Abzweigung hatte ich bereits verpasst.<\/p>\n<p>Neben der Ehefrau war auch noch Tochter Estephania zuhause, dazu H\u00fcndchen Tina. Gabino k\u00fcndigte seine R\u00fcckkehr f\u00fcr den Sonntagabend an, weshalb ich gerne drei N\u00e4chte blieb. Er kauft in den USA gebrauchte Waren ein, um sie sp\u00e4ter in seinem Laden in Loreto wieder zu verkaufen. Dazu ist er jeweils w\u00e4hrend drei Wochen unterwegs, worauf eine freie Woche folgt. Lupina, Estephania und ich machten einen Ausflug zur K\u00fcste, kauften eine Gitarre (f\u00fcr Estephanias k\u00fcnstlerische Ambitionen), assen Tacos und plauderten viel. Am Sonntag schauten wir uns die alte M\u00fchle der englischen Siedler und das zugeh\u00f6rige Museum an. Auf dem Heimweg kaufte ich dann ein paar Zutaten ein und zur\u00fcck im Haus benutzte ich die K\u00fcche, um wieder mal ein paar Kekse zu backen =D Das Haus duftete gerade entsprechend, als Gabino wieder nach hause kam. Wir plauderten lange \u00fcber Erlebnisse und andere Radler. Warmshowers ist eine Seite, auf der sich Radreisende registrieren k\u00f6nnen. Unterwegs kann dann bei anderen Mitgliedern wegen \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten angefragt werden. Gabino und seine Familie sind seit ein paar Monaten registriert &#8211; seit er in der s\u00fcdlichen Baja California mit einigen Velofahrern ins Gespr\u00e4ch kam und da es in dieser Gegend nur wenige Mitglieder gibt, melden sich nat\u00fcrlich die meisten bei ihnen. Sie sind sehr begeistert davon und versuchen, auch anderweitig das Mitgliedernetz auf der Baja California etwas zu vergr\u00f6ssern.<\/p>\n<p>Am Montagvormittag kam auch Luis wieder zur\u00fcck. Kurz darauf verabschiedete ich mich, um eine Kurzetappe nach El Rosario zu machen. Bei Sonnenschein und R\u00fcckenwind kam ich gut voran. Unterwegs plauderte ich ein bisschen mit Phil aus Reading (UK), der mit dem Motorrad auf dem Weg nach Panama ist. Auf den letzten 10 km kam dann doch noch eine nennenswerte Steigung &#8211; daf\u00fcr aber mit entsprechender Abfahrt zum Schluss. Der Empfehlung im LABB folgend, quartierte ich mich im Hotel Sinahi ein.<\/p>\n<p>Nach El Rosario beginnt die Desierto Central, ein ca. 350 km langes St\u00fcck mit nur wenigen Versorgungsm\u00f6glichkeiten. Bereits nach der Regennacht in Las Ca\u00f1adas hatte ich mit einer Erk\u00e4ltung zu k\u00e4mpfen und so blieb ich ein zus\u00e4tzliche Nacht, um mich etwas auszukurrieren. Und dann noch eine und noch eine&#8230; Am siebten Tag bereitete ich schliesslich alles f\u00fcr die Weiterfahrt vor. Die Tage in El Rosario verbrachte ich vor allem mit schlafen und lesen. Aber auch einen Besuch bei Mama Espinoza g\u00f6nnte ich mir. Das Restaurant soll fr\u00fcher bei Hollywoodstars sehr beliebt gewesen sein, die extra f\u00fcr Lobster-Burritos 500 km nach S\u00fcden (und wieder zur\u00fcck) ged\u00fcst sind. Mir schmeckte das Essen im Sinahi aber wesentlich besser und die Preise waren auch in einem normalen Verh\u00e4ltnis und nicht so \u00fcberteuert wie bei Mama (bzw. jetzt wohl Hija) Espinozas.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ensenada &#8211; Las Ca\u00f1adas (33 km) &#8211; San Vicente (57 km) &#8211; San Quint\u00edn (103 km) &#8211; El Rosario (63 km) Eigentlich \u00fcberlegte ich, in Ensenada auf die drei Mexikaner aus Guadalajara zu warten, die ich in Anchorage getroffen hatte. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=970\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=970"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":983,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/970\/revisions\/983"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}