{"id":960,"date":"2013-10-09T06:59:22","date_gmt":"2013-10-09T04:59:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=960"},"modified":"2013-10-09T06:59:22","modified_gmt":"2013-10-09T04:59:22","slug":"chula-vista-ensenada-30-09-2013-08-10-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=960","title":{"rendered":"Chula Vista &#8211; Ensenada (30.09.2013 &#8211; 08.10.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Chula Vista &#8211; Playa la Misi\u00f3n (70 km \/ Pickup) &#8211; Ensenada (48 km)<\/strong><\/p>\n<p>Mit strahlendem Sonnenschein verabschiedete sich Kalifornien von mir. Am allerletzten Tag meines Visums (und am letzten Tag vor dem Shutdown) machte ich mich auf nach Mexiko. Ich machte einen Zwischenstopp in Imperial Beach, wo ich auf der Post ein Paket abholen und meine letzten USA-Landkarten heimschicken musste. Danach machte ich mich auf zur Grenze. Schon von Weitem konnte ich mehrere riesige mexikanische Flaggen sehen, sp\u00e4ter tauchte dann auch der Grenzzaun zwischen San Ysidro und Tijuana auf. Ich reihte mich in den Fussg\u00e4ngerstrom ein und brachte mein bepacktes Velo problemlos durch die Dreht\u00fcr. Etwas weiter dr\u00fcckte ich den Knopf f\u00fcr den Zufallsgenerator, welcher mich zum Gl\u00fcck nicht f\u00fcr eine Gep\u00e4ckkontrolle ausw\u00e4hlte. Dann noch kurz \u00fcber eine Br\u00fccke und schon stand ich mitten in Tijuana. Als erstes ein Mc Donald&#8217;s-M zu sehen, fand ich etwas unsch\u00f6n. Da kam mir dann auch eine andere nordamerikanisch Kette nochmals in den Sinn: &#8220;Wienerschnitzel&#8221; verkauft&#8230;. nat\u00fcrlich Hotdogs?! Allerdings besch\u00e4ftigte ich mich mehr mit der Frage, wo denn nun die Imigrationsbeh\u00f6rde das B\u00fcro hatte. Ich fragte mich bei ca. 10 Personen durch und wurde schliesslich von einem Beamten nochmals ein rechtes St\u00fcck \u00fcber die Fahrbahnen f\u00fcr die Autos geleitet. Formular ausf\u00fcllen, 295 meiner eben erst gewechselten Pesos abgedr\u00fcckt (ca. CHF 20) und dann gab&#8217;s auch schon einen Stempel f\u00fcr die n\u00e4chsten 180 Tage.<\/p>\n<p>Der zweiten Empfehlung folgend fand ich mich bald auf der kostenpflichtigen MEX1 cuota wieder, auf der ich gleich mal mit ca. 13% den H\u00fcgel hoch treten musste. Auf der anderen Seite ging&#8217;s daf\u00fcr wieder steil bergab und wegen den d\u00fcnnen L\u00e4ngsrillen und der Kurve entschied ich mich, doch mal zu bremsen. Sp\u00e4ter zeigte mein Velocomputer dann doch einen neuen Geschwindigkeitsrekord an: 71,78 km\/h! In Playas de Tijuana meinten die Federales dann, mit dem Fahrrad d\u00fcrfe man auf dieser Strasse nicht weiterfahren, ich m\u00fcsse die andere nehmen. Ich fuhr also ab und fragte bei der n\u00e4chsten M\u00f6glichkeit nach dem Weg. Sandra war ganz aus dem H\u00e4uschen, jemanden aus der Schweiz zu treffen. Ob die Schweiz in mexikanischen Geografieb\u00fcchern wohl auf dem Mond oder gar dem Mars liegt? Leider wusste sie aber nicht, wie man ohne R\u00fcckkehr nach Tijuana auf einer anderen Strasse nach Rosarito kommen k\u00f6nnte. Auch die anderen Leute waren wieder einmal sehr freundlich und hatten alle m\u00f6glichen Ideen, wie ich denn nun weiter nach S\u00fcden kommen k\u00f6nnte. Ich entschied mich schliesslich f\u00fcr die Mehrheitsmeinung. Kurz nach der Station der Federales gab&#8217;s einen kleinen Weg zur\u00fcck auf die Autobahn &#8211; also eigentlich eher eine inoffizielle L\u00fccke, die mit viel Phantasie als Weg interpretiert werden konnte. Nun, es hatte viele Veloreifenspuren und auch wenn ich kurz abladen musste, fand ich mich etwas sp\u00e4ter im Sattel wieder. Kurz darauf fragte ich bei einem Arbeiter nochmals nach und er best\u00e4tigte mir, dass dies die Beste (weil einzige) M\u00f6glichkeit nach S\u00fcden sei. Trotz dieser Verz\u00f6gerung kam ich um ca. 18.00 in Rosarito an. Da sollte es noch reichen, kurz im Hostel einzuchecken und am Strand den Sonnenuntergang anzuschauen. Ich fragte ein paar Taxifahrer, die kannten das Hostel aber nicht. Einer funkte extra in die Zentrale, um nach dem Hos(pi)tal zu fragen \ud83d\ude09 Die Touri-Info war bereits geschlossen und auf der Polizeistation nebenan hatten sie auch noch nie was davon geh\u00f6rt. Schliesslich ging ich in ein Internetcaf\u00e9 und stellte fest, dass das Hostel zwar noch in der Gemeinde Rosarito, allerdings ca. 30 km s\u00fcdlich an der Playa la Misi\u00f3n liegt. Ich rief an und erkl\u00e4rte, ich k\u00f6nne doch nicht kommen, da ich in der Nacht nicht 30 km fahren wolle. Da meinte der Besitzer, f\u00fcr eine Beitrag an die Benzinkosten w\u00fcrden sie mich abholen. Schliesslich tauchte ein anderer Gast aus Neuseeland mit der Tochter des Hostelbesitzers (Vater England, Mutter S\u00fcdafrika oder so) auf. Auf dem R\u00fcckweg hielten wir an einem Imbissstand am Strassenrand an, um was zum Abendessen mitzunehmen. Und was verkaufen die? Keine Tacos, Burritos oder sonst was Mexikanisches sondern Hamburger und Hotdogs! Also so hatte ich mir den ersten Mexiko-Znacht nicht vorgestellt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag schaute ich noch mit dem Arsenal-Fan das Championsleague-Spiel gegen Napoli und machte mich dann auf den Weg nach Ensenada. Unterwegs traf ich wieder auf den gleichen Arbeiter wie gestern. Zudem plauderte ich l\u00e4nger mit einem Sicherheitsangestellten. Dass sein Beinschutz nicht gegen Hunde sondern gegen Schlangen sch\u00fctzen sollte, beruhigte mich nur m\u00e4ssig. Sp\u00e4ter traf ich noch zwei auf einem Aussichts-Rastplatz und einen Spanier, der f\u00fcr ein Strassenprojekt hier arbeitet. In Ensenada liess ich mich dann vom Ensenada Backpackers Hostel \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Dort traf ich auf Hadley aus Australien, der bereits seit drei Monaten auf Reisen ist und auf Matt aus San Diego, der seine Reise eben erst begonnen hatte. Beide sind f\u00fcr unbestimmte Zeit unterwegs. Auf Richard aus Indonesien verbrachte einige Tage im gleichen Hostel. Nach ein paar Tagen kamen Max aus England und Sergio aus dem argentinischen Teil Patagoniens an. Robert aus Berlin blieb nur eine Nacht. Er ist Physiotherapeut und fand auf seiner Mexikoreise v\u00f6llig \u00fcberraschend Arbeit f\u00fcr die Betreuung des offiziellen Sportteams der Baja California Sur. Nun musste er zur\u00fcck nach Deutschland, um die ganze Angelegenheit ordentlich zu regeln. Gegen Ende meines Aufenthalts kam auch noch das deutsch-holl\u00e4ndische Paar Luisa und Adriaan ins Hostel, die vor dem R\u00fcckflug nach hause einen Kurztrip nach Mexiko machten.<\/p>\n<p>Mit Hadley und Matt machte ich einen Ausflug nach La Bufadora. Es handelt sich dabei um ein Felsloch (oder so wie es mir schien einen ganz engen Kanal), durch das das Meerwasser gedr\u00fcckt wird, sodass es wie ein Geysir hochspritzt. Wir kamen nat\u00fcrlich bei Ebbe an, wodurch das Schauspiel etwas weniger beeindruckend war.<\/p>\n<p>Das kleine Museum Ensenadas ist sehr sch\u00f6n hergerichtet. So ist der Treppenaufgang, in dem sie H\u00f6hlenmalereien thematisieren, beispielsweise als steinerner Durchgang dekoriert und auch der Teil \u00fcber Minen soll den Besuchern den Eindruck vermitteln, als bef\u00e4nden sie sich im Fels.<\/p>\n<p>Sonst verbrachte ich meine Zeit mit Spazierg\u00e4ngen an den Strand, Besuchen bei der \u00f6rtlichen Bicicleter\u00eda, dem Drucken neuer Visitenkarten oder auch einfach mit anderen G\u00e4sten beim Besuch eines Restaurants oder einer Bar. Speziell die Leute vom Veloladen TNT waren sehr freundlich und hilfsbereit &#8211; und sowohl f\u00fcr die Radlerhose als auch f\u00fcr den neuen Vorderreifen kriegte ich einen grossen Rabatt.<\/p>\n<p>Nun soll&#8217;s weiter nach S\u00fcden in die trockeneren und heisseren Gebiete der Baja California gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chula Vista &#8211; Playa la Misi\u00f3n (70 km \/ Pickup) &#8211; Ensenada (48 km) Mit strahlendem Sonnenschein verabschiedete sich Kalifornien von mir. 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