{"id":940,"date":"2013-10-04T22:46:44","date_gmt":"2013-10-04T20:46:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=940"},"modified":"2013-10-04T23:53:09","modified_gmt":"2013-10-04T21:53:09","slug":"san-jose-chula-vista-22-09-2013-29-09-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=940","title":{"rendered":"San Jose &#8211; Chula Vista (22.09.2013 &#8211; 29.09.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>San Jose &#8211; Big Sur \/ Gorda (Pickup) &#8211; San Simeon Village (59 km) &#8211; Oceano (97 km) &#8211; Santa Maria (41 km) &#8211; Carpinteria (133 km) &#8211; Port Hueneme (58 km) &#8211; Chula Vista (40 km \/ Zug \/ Bus)<\/strong><\/p>\n<p>Mehr oder weniger gut ausger\u00fcstet ging es wieder zur\u00fcck auf&#8217;s Fahrrad. Da die Zeit bis Ende September (US-Visum) knapp wurde, fuhren mich Josef und Alene (begleitet von den Dackeln Hymie und Rusty) \u00fcber die H\u00fcgelkette ans Meer und dann noch ein rechtes St\u00fcck auf der K\u00fcstenstrasse nach S\u00fcden. Am fr\u00fchen Nachmittag stieg ich dann wieder auf &#8211; und hatte schon nach guten f\u00fcnf Minuten Fahrzeit wieder eine &#8220;Panne&#8221;. Schliesslich stellten sich meine Bef\u00fcrchtungen als unbegr\u00fcndet heraus. Mit dem eben erst reparierten Wechsler (bzw. dessen Aufh\u00e4ngung) war alles in Ordnung. Es hatte sich lediglich die Kette hinter dem Blatt verklemmt \ud83d\ude09 Nach einem kurzen Einrollen ging&#8217;s gleich wieder in die H\u00fcgel entlang der K\u00fcste. Ich hatte zu Beginn ganz sch\u00f6n zu k\u00e4mpfen, nach einer St\u00e4rkung in Ragged Point lief es dann besser &#8211; wohl vor allem weil es jetzt bergab ging. Kurz vor San Simeon hielt ich bei einem Aussichtspunkt an, um einen kurzen Blick auf eine Seeelefantenkolonie zu werfen. Die tiefe Sonne trieb mich aber weiter. Schliesslich musste ich doch meine Lampen montieren, bevor ich San Simeon Village bereits im Dunkeln erreichte. Ich entschied mich drum f\u00fcr Zimmer statt Zelt.<\/p>\n<p>Big Sur war nur einer der auffallend zweisprachigen Bezeichnungen. So &#8220;m\u00fcsste&#8221; es ja eigentlich Big South oder Sur Grande heissen. Allerdings hiessen aber auch die Aussichtspunkte nicht mer viewing points sondern vista points. Das war eigentlich auch bezeichnend f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. W\u00e4hrend in den St\u00e4dten das US-Amerikanische \u00fcberwiegt, traf ich im Umland und in den D\u00f6rfern mehrheitlich auf Mexikaner, mexikanische Supermercados usw. Wie auch andere Teile der USA geh\u00f6rte Kalifornien fr\u00fcher zu Mexiko. Die Auseinandersetzung zwischen Mexiko und den USA begann ca. 1845 mit der Annexion von Texas durch letztere. Nach einem vorget\u00e4uschten Angriff der Mexikaner (Wikipedia) erkl\u00e4rten die USA den Krieg. Alta California versuchte, sich durch Abspaltung von Mexiko aus der ganzen Sache rauszuhalten, worauf dann aber amerikanische Siedler die Unabh\u00e4nigkeit der Republik Kalifornien proklamierten. Welch ein Durcheinander! Mexiko verlor den Krieg und musste ca. die H\u00e4lfte seines Hoheitsgebietes an die USA abtreten. So waren die Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada, New Mexico, Texas, Utah und Teile von Colorado vormals mexikanisch.\u00a0Interessant ist nun die immer wieder auftretende Meinung der Amerikaner, es g\u00e4be zu viele Latinos (speziell Mexikaner) in den USA. Da das nat\u00fcrlich kein Zustand ist, schlug ich vor, sie k\u00f6nnten ja einfach die damals annekdierten Gebiete wieder zur\u00fcckgeben und schon w\u00e4re das Problem gel\u00f6st &#8211; fanden sie dann \u00fcberraschenderweise aber auch nicht so toll \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nun, weiter ging&#8217;s jedenfalls auf US-Territorium nach S\u00fcden. In Oceano traf ich zur Abwechslung mal am fr\u00fchen Abend ein, nur um dann beinahe eine Stunde mit der Campingplatzsuche zu vertr\u00f6deln. Ich hatte aber immerhin noch Tageslicht und mein Nachbar mit riesigem Wohnmobil lud mich gleich zu einem Glas Wein ein. Feuerchen anz\u00fcnden, essen und dann zeitig ins Zelt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen war es ziemlich neblig und das Aussenzelt entsprechend nass. Nach zweimal im Schlafsack umdrehen kam die Sonne dann auch schon hervor. Ich brannte das restliche Feuerholz vom Vorabend ab (ja, diesmal unter dem Tisch gelagert!), fr\u00fchst\u00fcckte und las ein &#8220;bisschen&#8221;, w\u00e4hrend das Zelt trocknete. Bereits kurz vor Mittag, sah ich zwei andere bepackte Radler vorbeisausen und gab mir schliesslich einen Ruck. Eine grosse Schlaufe als Umweg fahren fand ich dann doof. So bog ich gleich zu Beginn auf die Alternativroute ab &#8211; und wurde nach kurzer Zeit mit einer 13%-Steigung belohnt. F\u00fcr die Biker unter den Lesern: Mit ca. 50 &#8211; 55 kg an Fahrrad und Gep\u00e4ck ist das steil! Kurz nach der Steigung \u00fcberholten mich die anderen beiden wieder. Sie hatte bestimmt 15 min Vorsprung und waren zudem schneller unterwegs. Also hat sich die Abk\u00fcrzung fahrzeitm\u00e4ssig doch gelohnt. In Guadalupe kamen mir die zwei dann mit ihren Eink\u00e4ufen vom Supermercado wieder entgegen. Sie waren auf dem Weg zum Park f\u00fcr&#8217;s Mittagessen. Eigentlich eine tolle Idee. Also auch was einkaufen und hinterher. Es stellte sich dann heraus, dass wir uns schon mal getroffen hatten. Damals w\u00e4hrend der Notoperation an meinem Velo in Coos Bay waren sie aber noch zu viert unterwegs. Die beiden aus Ventura mussten wohl zur\u00fcck an die Arbeit. Die beiden verbliebenen Radler (Ostkanada und Yukon) \u00fcberlegten, wie sie weiterwollten, entschieden sich schliesslich, gleich dort zu bleiben. Ich musste aber weiter. An der Abzweigung nach Santa Maria entschloss ich mich, dorthin zu fahren. So k\u00f6nnte ich die paar h\u00f6heren H\u00fcgel entlang des Hwy 1 umfahren und sp\u00e4ter auf dem flacheren Hwy 101 weiterfahren. In Santa Maria angekommen musste ich aber feststellen, dass ich mit dem Velo nicht auf den 101 durfte. Schliesslich nahm ich mir ein Zimmer und schwamm daf\u00fcr noch ein paar L\u00e4ngen im Motelpool.<\/p>\n<p>Wieder einmal machte ich mich etwas sp\u00e4t auf den Weg. Schliesslich erkl\u00e4rte mir jemand, wie ich \u00fcber die H\u00fcgel direkt nach Santa Barbara komme. Mit dem Umfahren wurde es also nichts &#8211; im Gegenteil waren diese H\u00fcgel sehr viel h\u00f6her \ud83d\ude41 Immerhin konnte ich mich den ganzen Tag \u00fcber einen ordentlichen R\u00fcckenwind freuen \ud83d\ude42\u00a0Erst ging&#8217;s noch durch einige Weing\u00fcter, sp\u00e4ter wurde die Landschaft immer trockener. Unterwegs erinnerte mich eine kleine &#8220;Eingeborene&#8221; daran, dass ich jetzt wohl wieder besser die Schuhe ins Innenzelt nehme. In Los Olivos machte mir der Ladenbesitzer dann Mut: Es gehe zwar noch zwischendurch ein bisschen rauf, mehrheitlich aber bergab. Naja, also wenn ich von zuhause (ca. 430 m\u00fcM) \u00fcber den Gotthard nach Italien ans Meer fahre, geht&#8217;s ja auch mehrheitlich runter&#8230; Am fr\u00fchen Abend kam ich dann nach einer langen rasanten Abfahrt &#8211; genau, so hoch ging&#8217;s noch rauf &#8211; in Santa Barbara an. Beim Znacht versuchte ich, eine Unterkunft zu buchen. Das Hostelbett im Schlafsaal f\u00fcr US$ 47 fand ich dann aber doch \u00fcbertrieben. So reservierte ich ein Zimmer in Carpinteria und fuhr nochmals ca. 20 km weiter &#8211; eigentlich etwas mehr als n\u00f6tig, die 1 1\/2 km bergauf (und danach wieder zur\u00fcck) nach der verpassten Abzweigung halfen nicht wirklich \ud83d\ude09 Schliesslich erreichte ich das Motel und konnte mein Zimmer beziehen.<\/p>\n<p>Nun konnte ich zwar entlang den Str\u00e4nden (und teilweise unendlichen Wohnmobilkolonnen) radeln. Allerdings sp\u00fcrte ich vor allem den Vortag und meine Oberschenkel f\u00fchlten sich an, als w\u00fcrden sie gleich explodieren. Nach einem Imbiss in Oxnard fuhr ich noch nach Port Hueneme, damit ich am n\u00e4chsten Tag bereits auf der Ausfahrtsroute aus der Stadt war. Ich suchte mir ein Zimmer und machte einen kleinen Spaziergang am ordentlich windigen Strand.<\/p>\n<p>Durch die paar k\u00fcrzeren Etappen war ich etwas ins Hintertreffen geraten. So beschloss ich, nochmals eine Nacht zu bleiben. Den freien Tag nutzte ich vor allem, um einen Bus nach San Diego, ein Footballspiel der dortigen Chargers und ein Motelzimmer in Chula Vista zu buchen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Vormittag machte ich mich auf zum Busbahnhof, der wieder etwas zur\u00fcck in Oxnard lag. Dort sollte ich mein Fahrrad wieder mal in einen Karton verpacken. Busbetreiber Greyhound hatte aber keine Kartons, w\u00e4hrend Amtrak seine nur f\u00fcr den Zugverkehr ausgab. Also stornierte ich den Bus und nahm den Zug. Das hatte den angenehemen Nebeneffekt, dass ich nichts auseinander schrauben musste und Fahrr\u00e4der auf der Surfliner-Strecke gratis transportiert werden. Das Motel 6 fand ich dann mehr oder weniger auf Anhieb. Nur war ich nach der Wegbeschreibung bei Jack in the Box wohl ein bisschen zuviel im Kreis gegangen und prompt in die falsche Richtung geradelt. Schliesslich konnte ich aber doch mein neu renoviertes Zimmer beziehen.<\/p>\n<p>Am Sonntag war dann mal wieder Sport angesagt. Nachden Fussballspielen in Vancouver und San Jose wollte ich mal schauen, weshalb die Einheimischen American Football (f\u00fcr die Sportbanausen: American Football wird haupts\u00e4chlich mit den H\u00e4nden gespielt) so toll finden. Also die Cheerleader sahen &#8211; zumindest vom gef\u00fchlten 100. Stock &#8211; gut aus und zeigten ein paar tolle Choreographien. Mit dem Spiel selber konnte ich nicht viel anfangen. F\u00fcnf Sekunden Spiel. Danach neu aufstellen und \u00fcberlegen: 2 min! Sehr \u00fcberrascht war ich, dass ich die Atmosph\u00e4re sogar in den Nordamerikanischen Fussballstadien emotionaler empfunden habe. Es gab zwar Gebr\u00fcll bei vielversprechenden Spielz\u00fcgen und vor allem Touchdowns, Sprechch\u00f6re, Fanges\u00e4nge usw. waren aber im Grossen und Ganzen Fehlanzeige. Hinter die Geheimnisse des Spiels und dessen Popularit\u00e4t zu kommen, braucht wohl etwas mehr Zeit. Nach \u00fcber zwei Stunden in der prallen Sonne hatte ich dann genug und so nahm ich nach 3 Quarters den Zug zur\u00fcck, der idealerweise direkt vor dem Motel stoppte. Zur\u00fcck packte ich dann schon mal meine Siebensachen f\u00fcr die Weiterreise.<\/p>\n<p>Zum Abschluss meiner Reise besuchte ich\u00a0\u00f6fters mal die unz\u00e4hligen (Fastfood-) Ketten. Neben den bekannteren wie Mc Donald&#8217;s, Burger King und Starbucks gab&#8217;s da noch Jack in the Box, Thank God it&#8217;s Friday, Taco Bell, Wendy&#8217;s, Arby&#8217;s, Denny&#8217;s, Kentucky fried chicken, Pizzahut oder Domino&#8217;s Pizza. Die Namen der anderen vermutlich ca. 80% habe ich vergessen \ud83d\ude09 Nat\u00fcrlich konnte ich nicht alle ausprobieren und in Mexiko wird das Essen hoffentlich wieder etwas hochwertiger &#8211; auch wenn in einigen dieser Ketten auch &#8220;normales&#8221; Essen zu bekommen war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>San Jose &#8211; Big Sur \/ Gorda (Pickup) &#8211; San Simeon Village (59 km) &#8211; Oceano (97 km) &#8211; Santa Maria (41 km) &#8211; Carpinteria (133 km) &#8211; Port Hueneme (58 km) &#8211; Chula Vista (40 km \/ Zug \/ &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=940\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=940"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/940\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":957,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/940\/revisions\/957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}