{"id":929,"date":"2013-09-20T07:19:33","date_gmt":"2013-09-20T05:19:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=929"},"modified":"2013-12-17T05:05:04","modified_gmt":"2013-12-17T04:05:04","slug":"vancouver-san-jose-02-09-2013-09-09-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=929","title":{"rendered":"Vancouver &#8211; San Jose (02.09.2013 &#8211; 09.09.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vancouver &#8211; Eugene (Bus \/ Zug) &#8211; Florence (105 km) &#8211; Charleston (90 km) &#8211; Coos Bay (17 km \/ Autostopp \/ Taxi) &#8211; Eugene (Bus) &#8211; San Jose (Zug)<\/strong><\/p>\n<p>Zum ersten Mal wollte ich nun eine Strecke mit dem Zug fahren. Ich machte mich am Morgen fr\u00fch auf den Weg zum Bahnhof. Bereits w\u00e4hrend dem packen regnete es zwischendurch und auch auf den paar km zum Bahnhof fing es wieder an. Ich musste mich also entscheiden zwischen nass von aussen (Regen) oder innen (schwitzen unter dem Regenzeugs). Ich entschied mich f\u00fcr ersteres und zog mir nur die offene Regenjacke als Schutz \u00fcber den Rucksack mit dem Chromebook. Am Schalter &#8220;checkte&#8221; ich ein und bis wir in den Bus steigen konnten, waren meine Hosen bereits wieder trocken. Die Warterei dauerte allerdings ein paar Minuten l\u00e4nger als vorgesehen, da der Chauffeur die T\u00fcr nicht mehr \u00f6ffnen konnte. Ein angeforderter Mechaniker zeigte ihm dann, was er in einem solchen Fall machen kann \ud83d\ude09<\/p>\n<p>In Seattle musste ich wieder einchecken &#8211; diesmal f\u00fcr den Zug. Da ich auf meine E-Mail keine Antwort erhalten hatte, hatte ich am Vortag extra telefoniert, um zu fragen, ob ich mit dem Gep\u00e4ck was unternehmen m\u00fcsse, da ich mit den Radtaschen und dem zus\u00e4tzlichen Sack die erlaubten zwei Gep\u00e4ckst\u00fccke \u00fcberschritt. Ich glaubte der dummen Nuss dann, dass das \u00fcberhaupt kein Problem sei, wurde in Seattle aber eines besseren belehrt. Immerhin hatte ich gen\u00fcgend Zeit, um die vier Taschen einfach mit dem Nylongurt zusammen zu binden. Bei der Sitzzuteilung fragte ich nach einem Platz mit Blick in Fahrtrichtung &#8211; das ist jeweils besser f\u00fcr meinen Magen \ud83d\ude09 Es wurde mir zwar so best\u00e4tigt, nat\u00fcrlich fuhr ich dann aber r\u00fcckw\u00e4rts. Also fragte ich im Zug, ob ich allenfalls den Platz tauschen k\u00f6nne, leider war der Zug aber komplett ausgebucht. Komisch allerdings, dass der Sitz schr\u00e4g vis \u00e0 vis die ganze Fahrt \u00fcber leer blieb. Wieder was gelernt: beim n\u00e4chsten Mal einfach eigenm\u00e4chtig umplatzieren \ud83d\ude41 Am Abend kam ich dann aber doch wohlbehalten im Hostel an.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich am Vorabend nochmals eine Nacht anh\u00e4ngen zum umpacken usw. Als mich am Morgen aber strahlender Sonnenschein erwartete, machte ich mich trotzdem auf den Weg. Da ich aber noch ein l\u00e4ngeres Telefongespr\u00e4ch in die Schweiz f\u00fchrte, fuhr ich schliesslich erst nach dem Mittagessen los. Die Strasse f\u00fchrte \u00fcber einige kleinere H\u00fcgel zum Pazifik, der Verkehr hielt sich entgegen den Angaben eher in Grenzen. Nachdem ich im Norden haupts\u00e4chlich (oder nur?) durch Nadelw\u00e4lder geradelt war, bestand der Wald hier mehrheitlich aus Laubb\u00e4umen. Kurz vor dem Eindunkeln erreichte ich schliesslich kurz nach Florence den Honeyman State Park. F\u00fcr US$ 5 durfte ich mein Zelt auf dem HIker-\/Bikerplatz aufstellen, den selben Betrag investierte ich nochmals in Feuerholz. So endete mein Tag mit zwei P\u00e4ckchen Nudelsuppe und sp\u00e4terem Tagebuchschreiben vor dem Lagerfeuer.<\/p>\n<p>In dieser Gegend sind offensichtlich viele Radler unterwegs. Die vielen Zeltpl\u00e4tze und die gute Versorgungslage in Verbindung mit toller Landschaft und nahem Pazifik laden nat\u00fcrlich auch dazu ein. Trotzdem fuhr ich am Morgen alleine los. Gleich um die n\u00e4chste Ecke traf ich aber auf eine Gruppe aus Vancouver. Sie sind mit einem Bus unterwegs, wobei der Fahrer alle 20 km wechselt. Jeder der kleinen Gruppe fuhr sein Tempo und ich hielt mich meistens irgendwo in der Mitte. Zum Mittagessen suchten wir uns ein feines mexikanisches Restaurant mit sogar f\u00fcr hungrige Radler riesigen Portionen. Kurz vor North Bend mussten wir eine lange und ziemlich hohe Br\u00fccke \u00fcberfahren. Es gab sogar einen Knopf, um die Radler-Warnleuchte f\u00fcr die Autofahrer einzuschalten. In North Bend angekommen f\u00fchlte ich mich pl\u00f6tzlich richtig ausgepumpt, sodass ich bei Taco Bell einen Notstopp einlegen musste. Eigentlich wollte ich noch etwas weiterfahren. Allerdings h\u00e4tte ich dazu noch ca. 30 km weiterfahren m\u00fcssen, was mir angesichts der verbleibenden Stunde mit Tageslicht doch etwas weit schien. Also machte auch ich einen Abstecher zum Sunset Bay State Park, wo ich meine US$ 10 im gleichen Verh\u00e4ltnis aufteilte wie gestern. Am Zeltplatz traf ich einige Radler von unterwegs wieder und weil auch ein anderes Paar ein B\u00fcndel Brennholz gekauft hatte, konnten wir nach einigen Startschwierigkeiten ein sch\u00f6nes Feuer geniessen.<\/p>\n<p>Bereits am fr\u00fchen Morgen regnete es mal kurz und als ich das Zelt abbauen wollte, begann es kr\u00e4ftig zu sch\u00fctten. Ich machte mich dann halt bei str\u00f6mendem Regen auf den Weg und freute mich, dass es im Verlauf des Tages wieder aufkl\u00e4ren sollte. Der Regen liess dann auch rasch nach. Allerdings sah ich mich nach nur knapp \u00fcber 6 km mit einem anderen Problem konfrontiert. Bergauf riss ein Kettenglied und nachdem ich bereits missmutig abgeladen hatte, um das zu reparieren, sah ich die ganze Bescherung. Vermutlich verklemmte die Kette im Wechsler und da ich nat\u00fcrlich die h\u00f6chste Belastung drauf gab, brach dessen Aufh\u00e4ngung. Nun immerhin Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck, dass es grad an diesem Ort passierte. In Alaska w\u00e4re das wesentlich umst\u00e4ndlicher gewesen. Hier stand ich aber fluchend kurz vor einer Einfahrt und wie es der Zufall wollte, setzte sich der Besitzer just in diesem Moment in seinen Pickup. Er wollte nach Coos Bay, wo ich tags zuvor vorbeigefahren war, und nahm mich mit ins Zentrum. Ich irrte unmotiviert ein bisschen umher, ass etwas und fragte schliesslich in der Touri-Info nach Ideen. Dort organisierte man f\u00fcr US$ 7 ein Taxi zu einem Bikeshop. Obwohl mir der Laden mit den vielen alten und sch\u00f6n restaurierten Velos und Dreir\u00e4dern gefiel, hatten sie das entsprechende Teil nat\u00fcrlich nicht. Immerhin konnte er mir mit meinem gebrochenen H\u00e4nger und einem anderen Modell eine Notl\u00f6sung basteln, sodass ich immerhin Kurzstrecken problemlos bew\u00e4ltigen konnte. Am Abend quartierte ich mich dann bei Motel 6 ein, wo ich mit einem grossen sauberen Zimmer und im Gemeinschaftsbereich einem Massagepool \u00fcberrascht wurde. Daf\u00fcr stellte sich meine in Anchorage gekaufte grosse wasserdichte Tasche als nicht solche heraus. So ziemlich alles (inkl. Schlaf- und Rucksack) war nass. Gut, dass ich die Sachen im warmen Zimmer trocknen konnte.<\/p>\n<p>Nun musste ich nat\u00fcrlich \u00fcberlegen, wie ich zu einem Ersatzteil komme. Ich wusste, dass der anscheinend einzige Kogah\u00e4ndler in den USA in Santa Barbara, kurz vor Los Angeles, beheimatet ist. 1&#8217;500 km mit diesem Bastel waren mir zu weit und da ich ohnehin meinen Grossonkel Josef in San Jose besuchen wollte, entschloss ich mich, mit Bus und Zug dorthin zu fahren und dann bei ihm ein Ersatzteil zu organisieren. Die Buchung \u00fcber die Internetseite von Amtrak funktionierte aber nicht, weshalb ich die angegebene Nummer anrief. Dort informierte mich eine freundliche Mitarbeiterin, f\u00fcr die Busstrecke von Coos Bay zur\u00fcck nach Eugene k\u00f6nne das Fahrrad nicht mitgef\u00fchrt werden. Am Samstagmorgen verpasste ich die B\u00fcro\u00f6ffnungszeiten des Busbetriebes: 06.45 &#8211; 07.15. So beschloss ich, es am Sonntagmorgen einfach zu versuchen.<\/p>\n<p>Am Samstag machte ich noch eine kleine Ausfahrt an die K\u00fcste, wo ich mein Zelt zum trocknen aufstellte und w\u00e4hrend dieser Zeit im Caf\u00e9 nebenan einen Chai-Tee trank und las. Am Abend packte ich dann und g\u00f6nnte mir nochmals ein Bad.<\/p>\n<p>Ziemlich fr\u00fch machte ich mich dann auf die paar Meter zur Haltestelle, schliesslich wollte ich gleich bei B\u00fcro\u00f6ffnung dort sein. Und oh \u00dcberraschung, der Velotransport war nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt kein Problem! So ging die Fahrt wieder zur\u00fcck entlang jener Strecke, die ich ein paar Tage zuvor in die andere Richtung geradelt war. Der Nebel sorgte dabei f\u00fcr eine interessante Stimmung und eine Sonnenscheibe, die wie ein Vollmond aussah. Leider liess sich das aus dem fahrenden Bus nicht fotografieren.<\/p>\n<p>In Eugene l\u00f6ste ich dann gleich ein Bahnticket nach San Jose, wunderte mich aber \u00fcber den Preis von US$ 155 &#8211; ich hatte f\u00fcr die gesamte Strecke von Coos Bay einen Preis von ca. US$ 130 im Kopf. Mit Reed aus Vancouver unterhielt ich mich dann lange bei einem St\u00fcck Pizza als sehr sp\u00e4tem Fr\u00fchst\u00fcck. Am fr\u00fchen Nachmittag gab&#8217;s dann noch einen Imbiss und hier \u00fcberpr\u00fcfte ich nochmals die Amtrak-Seite. Zur\u00fcck am Bahnhof wollte ich wissen, weshalb die Tickets im Internet f\u00fcr US$ 99 angeboten werden. Er meinte dann lapidarisch, es g\u00e4be halt nur eine beschr\u00e4nkte Anzahl jeder Preisklasse und ich h\u00e4tte halt am Freitag buchen sollen &#8211; als ob ich das nicht gewollt h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich war ich jetzt ziemlich sauer auf Amtrak. Wobei das ja ein ziemlich sozialer Arbeitgeber sein muss, finden sie doch offensichtlich auch f\u00fcr den gr\u00f6ssten Trottel noch eine Stelle. Die Fahrt selber verlief dann ziemlich ereignislos. Nur die Armlehne zwischen Sitz und Fenster verhinderte w\u00e4hrend der Nacht ein besseres Anlehnen. Schliesslich kam ich aber wohlbehalten und auch mit ein, zwei M\u00fctzen Schlaf in San Jose im sonnig heissen Kalifornien an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vancouver &#8211; Eugene (Bus \/ Zug) &#8211; Florence (105 km) &#8211; Charleston (90 km) &#8211; Coos Bay (17 km \/ Autostopp \/ Taxi) &#8211; Eugene (Bus) &#8211; San Jose (Zug) Zum ersten Mal wollte ich nun eine Strecke mit dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=929\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-929","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=929"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/929\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1046,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/929\/revisions\/1046"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}