{"id":849,"date":"2013-08-28T02:38:04","date_gmt":"2013-08-28T00:38:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=849"},"modified":"2013-08-29T22:10:10","modified_gmt":"2013-08-29T20:10:10","slug":"dawson-city-vancouver-08-08-2013-23-08-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=849","title":{"rendered":"Dawson City &#8211; Vancouver (08.08.2013 &#8211; 23.08.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dawson City &#8211; Klondike Hwy km 642 (70 km) &#8211; Moose Creek (87 km) &#8211; Stewart Crossing (27 km) &#8211; Whitehorse (Autostopp) &#8211; Carcross (74 km) &#8211; Skagway (111 km) &#8211; Bellingham (F\u00e4hre) &#8211; Vancouver (104 km)<\/strong><\/p>\n<p>Nach zwei interessanten Tagen machte ich mich wieder auf den Weg. Durch die Verl\u00e4ngerung am Abend kam ich erst sp\u00e4t los. Zuvor musste ich auch noch auf die Post und zum Schraubenladen. Am Vorabend hatte ich bemerkt, dass ich eine Schraube am vorderen Gep\u00e4cktr\u00e4ger verloren hatte. Nach dem Einkauf konnte ich meine Sprachkenntnisse wieder ein bisschen auffrischen: Erst plauderte ich mit zwei Mexikanern, danach mit einer Gruppe Deutschen und schliesslich mit einem US-Ami. Als ich nach dem Mittagessen endlich losfuhr, zeigte meine Uhr bereits ca. 15.20 an! Endlich ging es mal ein bisschen flach dahin. Daf\u00fcr wusste der Wind nicht, dass er laut Reisef\u00fchrer eigentlich von Nordwesten und somit von hinten kommen sollte :-\/ Bald kam ich zur ersten Baustelle. Dort musste ich mein Velo wieder auf das F\u00fchrungsfahrzeug verladen. W\u00e4hrend der kurzen Fahrt begann es zu nieseln, sodass ich nach der Baustelle mein frisch impr\u00e4gniertes Regenzeug ausprobieren konnte. Der Regen h\u00f6rte bald wieder auf, das Regenzeugs musste ich aber wegen den darunter durchgeschwitzten Kleidern als Windschutz anbehalten. Bei der n\u00e4chsten Baustelle durfte ich dann selbst durchradeln. Dabei zeigte sich das unpassende Profil am in Palmer gewechselten Reifen. Auf der feuchten Erde fuhr es sich wie auf Leim! Nach ein paar hundert Metern war ich dann aber wieder auf dem Asphalt. Nach ca. 50 km begann die Strasse dann wieder etwas h\u00fcgeliger zu werden, allerdings nur mit moderaten ca. 3%. Am Abend fand ich schliesslich wieder mal einen Parkplatz (oder sowas \u00c4hnliches), wo ich sichtgesch\u00fctzt mein Zelt hinstellen konnte. Zum Znacht wollte ich mir R\u00fchreier machen. Da das ja doch etwas geruchsintensiver ist, fuhr ich zum kochen etwas zur\u00fcck. Das stellte sich als gute Entscheidung heraus. Ich briet die Eier n\u00e4mlich in der falschen Pfanne. Obwohl nur wenig angebrannt war, schaffte ich es nicht, die Pfanne wieder sauber zu kriegen. Ich f\u00fcllte sie also mit Wasser und Abwaschmittel und liess sie \u00fcber Nacht dort stehen. Die anderen Taschen mit Lebensmitteln liess ich auch gleich dort.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen fuhr ich erst mal die 800m zur\u00fcck, um meine \u00fcber Nacht deponierten Sachen zu holen. Trotz des Einweichens liess sich die Pfanne noch immer nicht reinigen. Ich versuchte es noch mit heissem Wasser, gab schliesslich auf und stopfte sie zum Abfall. Das Zelt war noch feucht und die Regenkleider immer noch von innen nass. Ich drehte sie also und stellte das Zelt an die Sonne. Die n\u00e4chsten 1 1\/2 Stunden verbrachte ich dann lesend und endlich war alles trocken. Ich packte und machte mich wieder auf in den Gegenwind. So hielt ich bereits nach 20 km zur Mittagspause an einem Rastplatz an. Dort traf ich Heather und Wayne, die in ihrem Auszeitjahr Kanada und die USA in ihrem Camper bereisen. Sie f\u00fcllten meinen Wasserbeutel und gaben mir ein Fressp\u00e4ckli mit \u00c4pfeln und Riegeln. Schon am Morgen \u00fcberlegte ich mir, nach Whitehorse zu trampen. Ich war mir aber immer noch unschl\u00fcssig, weshalb ich die beiden nicht nach einer Mitfahrgelegenheit fragte. Am Nachmittag k\u00e4mpfte ich weiter mit dem Gegenwind und einigen Anstiegen. So freute ich mich, als ich vis \u00e0 vis des Campingplatzes eine Lodge mit Restaurant sah. Ich freute mich auf eine Cola, musste dann aber feststellen, dass sie heute fr\u00fcher geschlossen hatten. So fuhr ich um 18.30 mit der Absicht auf ein fr\u00fches Zubettgehen auf den Zeltplatz. Dort traf ich aber Corinna und Simon aus Bern. \u00a0Sie haben f\u00fcr ein paar Wochen ein Auto f\u00fcr Alaska und das Yukon Territory gemietet, wechseln dann f\u00fcr den Indian Summer an die kanadische Ostk\u00fcste und fliegen schliesslich nach Kolumbien, um w\u00e4hrend ihres Reisejahres S\u00fcdamerika kennenzulernen. Sie luden mich zum Znacht ein: grillierte W\u00fcrstchen und Folienkartoffeln. Danach sassen wir bei einem Schluck Wein und einer Tasse Schoggimilch noch lange zusammen und plauderten, bis wir uns schliesslich kurz vor 02.00 in die Zelte verkrochen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag zeigte mir Simon seine &#8220;Dredge&#8221;. Er hatte bereits in der Emme und in der N\u00e4he von Disentis im Rhein Gold gewaschen. Auch am Moose Creek unten am Camping fand er etwas Goldstaub. F\u00fcr ihn wird die Fahrt nach Dawson City und Chicken bestimmt besonders interessant. Nach fr\u00fchst\u00fccken, packen und nochmals etwas plaudern, machten wir uns wieder auf: sie nach Norden, ich nach S\u00fcden. Nachdem ich von ihnen zwei Flaschen Wasser und eine Coop-Schokolade erhalten hatte, revanchierte ich mich mit ein paar P\u00e4ckchen Trinkschokolade. Ich hatte mich nun definitiv entschlossen, erst mal zu versuchen, ein St\u00fcck per Anhalter zur\u00fcckzulegen. Ich fuhr gleich mal zur Lodge, die von Bernern gef\u00fchrt wird. Dort fragte ich auch gleich mal nach, allerdings war das deutsche Paar zwar nach S\u00fcden unterwegs, wollte aber in Stewart Crossing den Silver Trail hoch fahren. So fuhr ich also mal die gut 27 km bis zur Kreuzung, ass eine Glace und versuchte mein Gl\u00fcck. Ziemlich schnell begann ich aber zu rechnen. F\u00fcr die 350 km nach Whitehorse braucht ein Auto mindestens vier Stunden. Da es bereits 17.30 war und ich nicht Nachts nach einer Unterkunft suchen wollte, zeltete ich halt nochmals.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag versuchte ich es wieder und gegen Mittag hielt ein Kleinlastwagen an. Chuck war damit unterwegs nach Whitehorse, um seine Schwiegertochter im Spital zu besuchen. Sie hatte Nachwuchs bekommen und Chucks Frau war bereits fr\u00fcher mit dem Pickup hingefahren. So blieb ihm nur noch der LKW. Es war eine angenehme Fahrt, wobei ich kurz nach Carmacks einnickte und erst knapp vor Whitehorse wieder aufwachte. Vor dem Spital angekommen machte ich mich auf die Suche nach einem Bett. Das Beez Kneez war ausgebucht, ebenso das Lead Dog. In zweiterem konnte ich aber f\u00fcr die erste Nacht das Zelt aufstellen &#8211; schliesslich standen sechs Zelte um das Hostel verteilt.<\/p>\n<p>Ich traf im Hostel Stefanie aus Glarus sowie Dario und Johannes aus dem Wallis. Am n\u00e4chsten Tag trafen auch noch Jo\u00ebl und Janick aus dem Zugerland sowie Nachts Fabio (Stefanies Kollege und Reisebegleiter f\u00fcr die letzten drei Wochen) aus Ennenda ein. Am n\u00e4chsten Morgen fuhren Fabio und Stefanie zum Kluane Nationalpark, w\u00e4hrend es f\u00fcr Dario und Johannes nach hause ging. Ich zog nach zwei N\u00e4chten im Zelt dann doch ins Haus um. Wir gingen immer sp\u00e4t schlafen und durch die Sonne hatte ich bereits um ca. 09.00 um die 35\u00b0C im Zelt. Eigentlich hatte ich vor, Kanu zu fahren, evtl. nochmals zu raften und zu schreiben. Haupts\u00e4chlich verbrachte ich meine Zeit aber mit lesen und plaudern. Am Donnerstag h\u00e4tte ich mich dann einer Gruppe f\u00fcr eine Kanufahrt anschliessen k\u00f6nnen. Da trafen aber Dominik und Jasmin ein, die ich in Chicken kennengelernt hatte. Kurz darauf kamen Fabio und Stefanie zur\u00fcck. Ich schlug also einen Grillabend vor und beschloss, die Kanufahrt auf einen einsameren Tag zu verlegen. Am Nachmittag wusch ich meine W\u00e4sche und packte meine Sachen wieder auf Velomodus um. Wir hatten einen lustigen Abend, zu dem sich auch noch eine Deutsche, ein Australier, ein Kanadier und ein Tscheche gesellten. Schliesslich fuhren auch noch G\u00f6tz und Henrik, die Holzleute aus Dawson City, vor. Als kr\u00f6nenden Abschluss konnten wir in dieser Nacht dann auch noch die Nordlichter beobachten.<\/p>\n<p>Am Freitagmorgen versuchten zwei Portugiesen (oder so), Jo\u00ebl zu wecken. Sie sch\u00fcttelten ihn und riefen immer wieder &#8220;It&#8217;s five to ten&#8221;. Also eigentlich war es ja &#8220;ten to five&#8221;, aber wach wurde er trotzdem nicht. Schliesslich schaffte er es doch noch auf&#8217;s Taxi zum Flughafen, kehrte aber kurz nach 06.00 v\u00f6llig aufgeregt wieder zur\u00fcck und versuchte Janick zu wecken. &#8220;Du musst mir Geld geben und mein Portemonnaie suchen!&#8221; Schliesslich schaffte er es dann doch noch rechtzeitig. Die N\u00e4chsten waren dann Dominik und Jasmin, die mit Bus und Zug nach Skagway fuhren. G\u00f6tz und Henrik fuhren weiter Richtung Ostkanada. Danach machten sich Fabio und Stefanie auf nach Dawson City und ich sattelte mein Rad, um ebenfalls nach Skagway zu kommen. Den Abschluss machte Janick, der nach Lima flog und die n\u00e4chsten Monate in S\u00fcdamerika rumreist.<\/p>\n<p>Mit dem Start um die Mittagszeit war ich nat\u00fcrlich eher sp\u00e4t dran. Ich k\u00e4mpfte wieder mit Gegenwind und Steigungen und als i-T\u00fcpfelchen regnete es auch noch. Immerhin h\u00f6rte der Regen bald wieder auf. Am Abend erreichte ich Carcross. Ich erwartete immer, dass hier wohl eine Strassenkreuzung sein m\u00fcsse. Am Ortseingang las ich dann, dass Carcross fr\u00fcher Caribou Crossing hiess. Die Zimmer im Ort waren alle ausgebucht, die Empfehlung, 10 km zur\u00fcckzufahren fand ich nur m\u00e4ssig schlau. Ich wollte eigentlich schon wild zelten, entschied mich dann aber f\u00fcr den Zeltplatz, da dort gratis Feuerholz verf\u00fcgbar war und ich so meine nassgeschwitzten Kleider trocknen konnte. Ich fand einen tollen Platz und auch das Feuer brannte schnell. Eine Einheimische auf dem Mountainbike plauderte noch ein bisschen mit mir. Ich brauchte einige Zeit, um mein Tagebuch wieder nachzuschreiben. Als ich zusammenr\u00e4umte, sah ich pl\u00f6tzlich zwei Augen im Licht der Taschenlampe aufblitzen. Es war ein Fuchs, der es auf meine Cookies abgesehen hatte. Ich verjagte ihn ein paar mal, aber er kam immer wieder. Ich warf einen Stein in seine Richtung und war \u00fcberrascht, dass er nicht wegrannte sondern den Stein genau pr\u00fcfte. Offensichtlich hatten ihm andere Camper schon Lebensmittel zugeworfen! Schliesslich schlug ich mit einer Tasche in seine Richtung auf den Boden, worauf er das Weite suchte. Nach ca. 15 min trabte er nochmals auf dem Str\u00e4sschen vorbei und guckte zu mir r\u00fcber. Ich rannte ihm hinterher und er machte sich aus dem Staub. Meine Lebensmitteltaschen verstaute ich in dieser Nacht sicherheitshalber auf dem Dach des Feuerholzh\u00e4uschens.<\/p>\n<p>Der Fuchs tauchte nicht mehr auf. Allerdings waren die Eichh\u00f6rnchen nicht unt\u00e4tig. Ich hatte mein Geschirr zum trocknen auf dem Tisch liegenlassen. Teller und L\u00f6ffel lagen am Boden und auf der zum Gl\u00fcck umgedrehten Tasse fand ich eine Lache. Da hat doch tats\u00e4chlich so ein bl\u00f6des Vieh vom Baum runtergepinkelt :-\/ Weiter ging&#8217;s ziemlich anstrengend im Gegenwind \u00fcber die h\u00fcgelige Strasse. So schaffte ich in den knapp zwei Stunden bis zur Mittagspause gerade mal gute 25 km! Nach dem Essen war der Wind dann aber pl\u00f6tzlich weg, was mich ebenso wie das nahende Skagway motivierte. Tats\u00e4chlich konnte ich beinahe 45 km fahren, bevor kurz vor Fraser wieder Wind aufkam. Um meinen Beinen keine Zeit zur \u00dcbers\u00e4uerung zu geben, machte ich nur noch kurze Stopps, um was zu trinken und meine zwei Twix zu verdr\u00fccken. Auf dem Pass zog ich mich nochmals trocken an, bevor es auf die gut 20 km lange Abfahrt ging. Das Hostel in Skagway hatte meine Reservation anscheinend nicht erhalten. Ich fand aber bei Cindy&#8217;s Place f\u00fcr US$ 43 ein H\u00e4uschen. Nur das mit der Dusche hatte ich am Telefon missverstanden. Sie verstand, dass es nur eine M\u00fcnzdusche gebe &#8211; dass die am ca. 4-5 km entfernten Hafen liegt, \u00fcberraschte mich dann. Die fehlende Dusche war aber kein Problem. Cindy fuhr mich in die Stadt und holte mich nach meinem Nachtessen wieder ab.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war es dasselbe. Sie fuhr mich zur W\u00e4scherei und holte mich am fr\u00fchen Abend mit meinen Eink\u00e4ufen wieder ab. W\u00e4hrend die Waschmaschine arbeitete, ging ich zur F\u00e4hre, um f\u00fcr den kommenden Tag eine Fahrt nach S\u00fcden zu buchen. Die F\u00e4hre ging von Skagway nach Bellingham, s\u00fcdlich von Vancouver. Ich wollte eigentlich \u00fcber Vancouver Island radeln. &#8220;Kein Problem. Umsteigen in Juneau, dann umsteigen in Prince Rupert&#8230;&#8221; &#8220;Danke, das reicht, ich nehme die F\u00e4hre nach Bellingham&#8221; \ud83d\ude09 Ansonsten erholte ich mich von den zwei anstrengenden Tagen und holte etwas Schlaf nach. Am Montag machte ich mich am fr\u00fchen Nachmittag auf in die Stadt. Ich ass was, kaufte f\u00fcr die F\u00e4hre ein und ging in ein Internetcaf\u00e9. Dort druckte ich die Reservationsbest\u00e4tigung f\u00fcr das Hostel in Vancouver aus &#8211; vermutlich liegt der Ausdruck heute noch dort. Am Abend traf ich am F\u00e4hrhafen dann wieder auf Dominik und Jasmin und kurz darauf konnten wir an Bord.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit der Inside Passage F\u00e4hre ist, dass man auch an Deck zelten kann, was in diversen Reisef\u00fchrern empfohlen wird. Ich stellte also mein Zelt hin und brauchte alle Taschen, um es am Boden zu halten. Anstatt des standardm\u00e4ssigen &#8220;Panzerklebeband mitnehmen&#8221; meinte sie bei mir beim Buchen nur, es sei \u00fcberhaupt kein Problem mit dem Zelt. Dann freute sie sich auch noch, dass ich einen Gaskocher habe, vergass aber den Hinweis, dass der erst an Land wieder benutzt werden konnte. Im Allgemeinen war der Zeltplatz aber ok. Ein paar kleinere \u00dcberlegungsfehler machten die Sache aber unn\u00f6tig schwieriger. So sind zwar 80% des Decks \u00fcberdacht, die Schr\u00e4ge f\u00fchrt das Regenwasser aber unter den \u00fcberdachten Teil, wo es in den Unebenheiten des verzogenen Metalls liegenbleibt. So trocknete ich nach der ersten Nacht Innenzelt und Boden und benutzte doch meine Blache. Die zweite Nacht war dann toll. Die Zeit an Bord verbrachte ich mit rausschauen, lesen oder mit Dominik und Jasmin. Am Mittwoch gesellte sich auch Andreas aus Bern dazu. Er hatte eine Kabine privat gebucht und bot mir spontan an, die zweite Koje zu benutzen. Nat\u00fcrlich nahm ich das gerne an. Am Donnerstagmorgen erz\u00e4hlte mir Dominik, er habe bei seiner Morgenzigarette beobachten k\u00f6nnen, wie ein Angestellter das Deck mit einem Hochdruckreiniger vom nicht vorhandenen Schmutz befreit habe. Ich schaute nach und sah, dass tats\u00e4chlich jemand so bescheuert gewesen war. Bei mir hatte das zur Folge, dass das Wasser zwischen Blache und Innenzelt gespritzt wurde. Ich trocknete also meine Sachen und baute mein Zelt dann ab. Auch sonst packte ich wieder f\u00fcr die Weiterfahrt am n\u00e4chsten Morgen. Wir vier trafen uns schliesslich zum Znacht um 19.30 &#8211; allerdings zu verschiedenen Zeitzonen, sodass wir je zu zweit assen \ud83d\ude09 Danach schlossen wir die F\u00e4hrfahrt mit einem Jassabend ab.<\/p>\n<p>Das Feeling auf der Navimag-Route in S\u00fcdchile war etwas besser, da jene Fahrt ohne Zwischenstopps durchlief. Im Norden waren diese Stopps vor allem in der Nacht etwas nervig. Daf\u00fcr konnte ich aber bei Sitka die Lachswanderung beobachten und in Ketchikan zwei Bambus-T-Shirts kaufen. Mal schauen, ob die l\u00e4nger halten als das Merinozeugs. Auch Wale, Seel\u00f6wen usw. konnten wir von Zeit zu Zeit sehen, allerdings waren die meist etwas entfernt. Am letzten Nachmittag schwamm aber eine Gruppe Delfine l\u00e4ngere Zeit direkt neben dem Schiff. Nicht begreifen konnte ich die Nachsicht der F\u00e4hrbetreiber mit den vielen Passagieren, die weder Kabine noch Zelt hatten. Zwar ist es wirklich toll, dass erlaubt wird, mehr oder weniger \u00fcberall auf dem Schiff zu schlafen. Allerdings verstehe ich nicht, dass zugelassen wird, dass z.B. das hinten offene, \u00fcberdachte &#8220;Solarium&#8221; mit den Heizstrahlern f\u00fcr die ganze Fahrt besetzt wird. Dabei waren viele Liegen einfach den ganzen Tag von Gep\u00e4ck belegt, w\u00e4hrend sich die Besitzer dann in einen zweiten Stuhl setzten oder legten. Im Kino musste jeweils darauf hingewiesen werden, dass am sp\u00e4ten Vormittag Platz f\u00fcr die Kinobesucher gemacht werden soll und man dann still sein soll. Dass es auch anders geht, sah ich bei einer jungen Gruppe, die sich jeweils am Abend in der gepolsterten Kinderspielecke einquartierte, diese aber am Morgen f\u00fcr die Kleinen wieder r\u00e4umte.<\/p>\n<p>Am Freitagmorgen wollten wir uns eigentlich ausserhalb des Schiffs nochmals treffen. Leider fand ich die drei nicht mehr und so machte ich mich auf den Weg. Abends sah ich dann eine SMS, sie seien in einem Caf\u00e9, bei dem ich mir noch \u00fcberlegt hatte, f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck einzukehren. Daf\u00fcr traf ich vor und nach dem Einkauf auf zwei Leute, die selbst schon mit dem Fahrrad unterwegs waren. Auf die Fahrt nach Vancouver machte ich mich mit gemischten Gef\u00fchlen. Einerseits freute ich mich, endlich mal R\u00fcckenwind zu haben, andererseits wusste ich, dass ich grunds\u00e4tzlich in der Gegenrichtung unterwegs bin. Trotzdem genoss ich das flotte Tempo und vor allem \u00fcber die in K\u00fcstenn\u00e4he h\u00e4ufigen kleineren Steigungen half der zus\u00e4tzliche Antrieb. Ziemlich genau bei Tourenkilometer 7&#8217;000 \u00fcberquerte ich wieder die Grenze nach Kanada. Die Fahrt im st\u00e4dtischen Gebiet war nach den vielen einsamen Etappen im hohen Norden eine ziemliche Abwechslung. Da ich haupts\u00e4chlich auf Strassen mit Radstreifen unterwegs war, kam ich aber trotzdem problemlos voran. Nur die vielen Ampeln waren etwas nervig &#8211; und im Gegensatz zu S\u00fcdamerika sieht man die ja nicht einfach als generelle Empfehlung \ud83d\ude09 Am fr\u00fchen Abend hielt ich bei einem Poulet-Imbiss an. Die Fl\u00fcgeli schmeckten, waren aber nicht der Hauptgrund f\u00fcr meinen Stop. Da ich den Ausdruck mit der Hostelreservierung in Skagway liegengelassen hatte, brauchte ich einen Ort mit WIFI, um die Adresse nachzuschauen. Es stellte sich heraus, dass ich gerade noch rechtzeitig angehalten hatte, um auf die \u00f6stliche Br\u00fccke zuzuhalten. Die Fahrt \u00fcber die westliche Br\u00fccke h\u00e4tte wohl zu einem Umweg von 15 &#8211; 20 km gef\u00fchrt! Nach einem letzten 10%-Anstieg erreichte ich schliesslich das Hostel. Es war zwar etwas weit abgelegen vom Zentrum, lag daf\u00fcr aber sehr ruhig. Nachdem ich mein Gep\u00e4ck verr\u00e4umt hatte, machte ich mich nochmals auf in den nahen Supermarkt. Als ich wieder herauskam, hatte ich beinahe einen Kulturschock. Es war 20.48 und stockdunkel! Das war ich mir von den letzten Wochen \u00fcberhaupt nicht mehr gewohnt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dawson City &#8211; Klondike Hwy km 642 (70 km) &#8211; Moose Creek (87 km) &#8211; Stewart Crossing (27 km) &#8211; Whitehorse (Autostopp) &#8211; Carcross (74 km) &#8211; Skagway (111 km) &#8211; Bellingham (F\u00e4hre) &#8211; Vancouver (104 km) Nach zwei interessanten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=849\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-849","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=849"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":899,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/849\/revisions\/899"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=849"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}