{"id":822,"date":"2013-08-27T21:52:30","date_gmt":"2013-08-27T19:52:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=822"},"modified":"2013-08-29T22:12:39","modified_gmt":"2013-08-29T20:12:39","slug":"dawson-city-06-08-2013-07-08-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=822","title":{"rendered":"Dawson City (06.08.2013 &#8211; 07.08.2013)"},"content":{"rendered":"<p>Dawson City, <em>die<\/em>\u00a0Boomtown um 1900, ist ein originelles Kaff, das erst um 1896 zu Beginn des Goldrausches am Klondike River (bzw. am Bonanza Creek) gleich nach der M\u00fcndung des Klondike in den Yukon River aus dem Boden gestampft wurde. Die rasch angestiegene Einwohnerzahl ging von \u00fcber 40&#8217;000 im Jahr 1898 bereits bis zum Jahr 1902 auf ca. 5&#8217;000 zur\u00fcck. Mittlerweile leben noch zwischen 1&#8217;000 und 1&#8217;500 Personen dort. Das ganze St\u00e4dtchen ist eigentlich ein &#8220;Museum&#8221;. So m\u00fcssen neue Geb\u00e4ude im Stil der Gr\u00fcndungszeit erstellt und anscheinend alle drei Jahre entsprechend neu gestrichen werden.<\/p>\n<p>Bereits am ersten Abend liess ich die Atmosph\u00e4re bei einem Nachtessen im Klondike Kates und einem Drink im Diamond Tooth Gerties auf mich wirken. Am n\u00e4chsten Tag schlief ich erst mal aus und machte mich dann auf zum Visitors Center. Dort begann just eine Stadtf\u00fchrung, der ich mich anschliessen konnte. Viele der Angestellten verf\u00fcgen \u00fcber einiges an schauspielerischem Talent und k\u00f6nnen so in ihren historischen Kleidern ein besonderes Bild der Jahrhundertwende zeigen.<\/p>\n<p>Als erstes gingen wir ans Ufer des Yukon. Dort machte sich grad ein Boot ans andere Ufer auf. Andy erz\u00e4hlte uns, dass es sich dabei um &#8220;Caveman Bill&#8221; handle. Er zog vor Jahren nach einer Wette (Das machst du niiieee!) in die H\u00f6hle und da es ihm auf der anderen Uferseite gefiel, blieb er bis heute dort. Eigentlich sind es aber mehrere H\u00f6hlen inkl. der Wohnh\u00f6hle mit K\u00fchlschrank, Sofa, Unterhaltungsmedien und was halt sonst in einer ordentlichen H\u00f6hle nicht fehlen darf. Auch einige H\u00e4user liegen an der Westseite des Flusses. Im Sommer verkehrt die F\u00e4hre nonstop, im Winter kann \u00fcber das Eis gefahren werden. Im Fr\u00fchling ist f\u00fcr kurze Zeit kein Transfer m\u00f6glich, da das Eis nicht mehr tragf\u00e4hig ist, die F\u00e4hre aber noch nicht fahren kann. Im Herbst kann es von der Eisbildung bis zur Tragf\u00e4higkeit mehrere Wochen dauern. Da dann auch der Top of the World Highway nach Alaska gesperrt ist, m\u00fcssen die Bewohner wohl ober \u00fcbel dort bleiben. Die Schulzeiten werden \u00fcbrigens diesem Umstand angepasst. Weiter ging&#8217;s dann zu mehreren historischen Geb\u00e4uden. Die urspr\u00fcngliche Bank besteht noch, dient aber nur noch zu Museumszwecken. Bis zu ihrer Installation gab es in Dawson City kein Bargeld &#8211; Tausch- oder Goldhandel mussten als Alternative herhalten. Zu Beginn war es \u00fcblich, die Goldstaubmenge zu w\u00e4gen. Das wurde dann zu m\u00fchsam und fortan galt eine Prise Goldstaub als 1 Dollar. Nun hatten die Leute nat\u00fcrlich unterschiedlich grosse Pranken. Zudem gab es auch einige Tricks, um die entnommene Menge zu erh\u00f6hen. So konnte man sich durchs fettige Haar fahren, wodurch mehr an den Fingern kleben blieb. Ebenfalls beliebt waren lange Fingern\u00e4gel, unter die sich das wertvolle Pulver dr\u00fccken lassen konnte. Im Casino soll nach Ladenschluss der Boden jeweils besonders sorgf\u00e4ltig gereinigt worden sein. Obwohl diese Zahlart nicht allzu lange andauerte, sieht man bei Umbauten heute noch, wo sich die Zahlstellen befanden, an denen immer ein bisschen Staub durch die Bodenbretter gerieselt war. Wird ein Geb\u00e4ude verschoben, wird die Erde darunter ebenfalls durchgesiebt. Sp\u00e4ter folgten die Post, eine Bar und die Zeitungsdruckerei. Auch ein Bordell sowie ein Casino gab es. Aufgrund von Prostitutions- und Spielverbot waren sie zeitweise die einzigen in ganz Kanada. Die Beh\u00f6rden hatten bei 20&#8217;000 M\u00e4nnern und nur 800 Frauen wohl Angst, das zu unterbinden. Mal ganz abgesehen davon, dass sich die Leute weitab von der Regierung in der nur schwer erreichbaren Wildnis wohl kaum an solche Gesetze gehalten h\u00e4tten. Diese Ausnahmen hatten aber auch Vorteile. So gab es eine Prostitutionsabgabe, mit der das Krankenhaus unterst\u00fctzt wurde. Da verwundert es wenig, dass das \u00f6rtliche Spital durch die Abgabe wesentlich mehr Geld erhielt als vom Staat und dadurch auch sehr gut ausger\u00fcstet war. Mit Krankheiten anstecken durften sich die Damen aber nicht. Sonst gab&#8217;s ganz diskret ein Einwegticket nach S\u00fcden. F\u00fcr das First Nation Museum hatte ich nach dem sp\u00e4ten Mittagessen nur noch sehr wenig Zeit, da die ihre Tore bereits um 17.00 schliessen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den zweiten Tag hatte ich mich f\u00fcr einen Ausflug zur Dredge #4 (Goldwaschmaschine Nr. 4) angemeldet. Mit dabei war auch eine deutsche Familie, die mit dem Boot den Yukon von Whitehorse bis Dawson City heruntergepaddelt waren. Unser urchiger F\u00fchrer wusste allerhand zu erz\u00e4hlen. So machte sich 1896 ein als notorischer L\u00fcgner bekannter Mann auf nach Fourty Mile in Alaska. Damals war der Grenzverlauf zwar eigentlich auch schon klar, nur interessierten sich weder Kanada noch die USA wirklich daf\u00fcr, ob jetzt ein paar km Wald mehr zum einen oder anderen Land z\u00e4hlten. Kurz nach dieser Reise sollte sich das dann \u00e4ndern, mit dem besseren Ende f\u00fcr Kanada. Der Mann erz\u00e4hlte also den Leuten in Forty Mile von seinem Goldfund, was diese ihm nicht abnahmen. Nun kann man aber dem Gold ansehen, aus welcher Gegend es stammt &#8211; und dieses Gold stammte von einer bisher unbekannten Fundstelle. So machte sich am n\u00e4chsten Tag die gesamte Bev\u00f6lkerung (ausser Pfarrer, L\u00e4delibesitzer oder so) auf den Weg zum Rabbit Creek, der sp\u00e4ter in Bonanza Creek umgetauft wurde, um Claims abzustecken. Auch im Rest der Welt verbreitete sich die Kunde von den sagenhaften Goldfunden nach und nach und bald machten sich ca. 100&#8217;000 Abenteurer (oder Verzweifelte) auf den Weg. Dazu mussten sie erst mal \u00fcber den Chilkoot Trail von Dyea (Alaska) nach Bennet (British Columbia) und dabei Verpflegung f\u00fcr mindestens ein Jahr mitnehmen. F\u00fcr die ca. eine Tonne an G\u00fctern mussten sie den Pass viele Male wandern. An der Grenze standen dann die kanadischen Mounties, die Waffen konfiszierten und Einfuhrsteuern auf alles erhoben, das nicht in Kanada erworben wurde &#8211; da die Leute in Alaska losgewandert waren also praktisch auf alles! Viele \u00fcberlebten die Strapazen nicht oder kehrten desillusioniert wieder um. Gut 40&#8217;000 verbliebene Goldsucher erreichten schliesslich die Gegend am Klondike River. Nun war der Bonanza Creek ja kein allzu grosser Bach und bot nur Platz f\u00fcr ca. 300 Claims. Die waren bei der Ankunft der grossen Schar nat\u00fcrlich l\u00e4ngst abgesteckt. So blieb ihnen nur, sich entweder anstellen zu lassen oder ihr Gl\u00fcck in der Erde an den naheliegenden H\u00e4ngen zu versuchen. Bei den Funden handelte es sich um Goldstaub, der aus der Erde im Fluss gewaschen werden musste. Das Gesetz verbot aber, mehrere nebeneinanderliegende Claims zu besitzen. So machten sich unabh\u00e4ngig mehrere Pers\u00f6nlichkeiten in der Hauptstatt Ottawa f\u00fcr eine Gesetzes\u00e4nderung stark. Nachdem diese durchgekommen war, konnten auch grosse Maschinen eingesetzt werden. Diese Dredges mussten nat\u00fcrlich auch erst mal in die Gegend gebracht werden. Bestellt bei Herstellern f\u00fcr den Tagebau (Kohle), wurden sie \u00fcber das Eismeer zur Yukonm\u00fcndung und dann den Fluss hoch transportiert. Erst mal vor Ort gruben sie sich nach und nach durch das Flussbett. Damit das \u00fcberhaupt m\u00f6glich war, musste der Permafrostboden erst mal aufgetaut werden. Anfangs geschah das mit Feuer, sp\u00e4ter verwendete man vermehrt Wasser, dass mit Druck in Bohrl\u00f6cher gepumpt wurde. Nat\u00fcrlich konnten die Maschinen im Winter nicht arbeiten, weshalb sie im Sommer w\u00e4hrend 24 Stunden nonstop liefen. 1960 versch\u00fcttete ein Unwetter die Dredge #4 und da sich die Bergung nicht mehr lohnte, liess man sie einfach liegen. Jahre sp\u00e4ter wurde sie wieder freigegraben und heute dient sie als Museum, in dem man immer noch die Schlammlinie sieht. Bei ihrer Bergung stellte die Maschine ihre Zuverl\u00e4ssigkeit nochmals unter Beweis: Trotz Jahren im Schlamm konnte sie an den heutigen Standort man\u00f6vriert werden. Nach dem Besuch durften wir uns vom \u00f6ffentlichen Claim jeder eine Sch\u00fcssel voll Erde nehmen und versuchen, im Bach Goldstaub auszuwaschen. Ausser etwas Katzengold hatten wir aber keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Nach einer Zwischenverpflegung machten wir uns auf, dem Museum einen Besuch abzustatten. Besonders interessant fand ich die halbst\u00fcndlichen Sondervorf\u00fchrungen. Als erstes erz\u00e4hlte uns &#8220;Thomas O&#8217;Brien&#8221; \u00fcber seine bisherigen T\u00e4tigkeiten, die ohne sein Verschulden allesamt Reinf\u00e4lle waren, so z.B. auch ein Tram in Klondike City. Er versuchte uns den Kauf von Eisenbahnaktien schmackhaft zu machen, da eine Stadt wie Dawson City nat\u00fcrlich mit dem Rest der Welt verbunden werden m\u00fcsse. Eine andere Einwohnerin riet uns mit dem Hinweis auf den bereits weit fortgeschrittenen Exodus und O&#8217;Briens bisherigen gesch\u00e4fltichen Erfolg dringend davon ab. Dieser hatte aber noch eine zweite Idee im \u00c4rmel: eine Brauerei. Da war die Dame nat\u00fcrlich auch strikt gegen, schliesslich wurde ja ohnehin schon zuviel gesoffen. O&#8217;Brien fand nat\u00fcrlich, dass Bier gegen\u00fcber Schnaps doch schon eine Verbesserung sei und meinte schliesslich, ob sie den das Yukon-Wasser pur trinken wolle \ud83d\ude09 Als zweites Highlight \u00f6ffneten Sie das Eisenbahnmuseum. Die Bahn wurde also tats\u00e4chlich gebaut, konnte sich aber nur einige Jahre halten. Das lag neben den Schwierigkeiten mit dem Terrain und der schwindenden Bev\u00f6lkerungszahl wohl auch am unf\u00e4higen Management, diesmal aber nicht O&#8217;Brien. Die Gesellschaft entschied sich f\u00fcr eine Schmalspurbahn, um weniger sprengen zu m\u00fcssen. Bereits die zweite Lok hatte zwar immer noch ein Schmalspurfahrwerk &#8211; allerdings mit einer Verkleidung, in der auch die Achsen einer Normalspurbahn problemlos Platz gefunden h\u00e4tten. So kam dieses Schmuckst\u00fcck nicht wirklich zum Einsatz. Neben der \u00f6ffentlichen Eisenbahn gab es aber auch noch kleine private Strecken f\u00fcr den Transport von Holz usw. Abschliessend kann wohl festgehalten werden, dass sich die Eisenbahnerei in Dawson City nicht wirklich durchsetzen konnte.<\/p>\n<p>Nach dem Museum musste ich mich um ein paar nichttouristische Angelegenheiten k\u00fcmmern. Die Wartezeit auf die W\u00e4sche konnte ich aber im Massagepool des B&amp;B angenehm \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p>Nach dem Znacht ging ich nochmals ins Casino Diamond Tooth Gerties. Eigentlich wollte ich nur noch Fotos machen. Dazu setzte ich mich im oberen Stock an einen Tisch und beobachtete die Sing- und Tanzshow. Sp\u00e4ter g\u00f6nnte ich mir einen Drink an der Bar. Dabei traf ich auf G\u00f6tz und Henrik, die als Schreiner und Zimmermann seit acht bzw. drei Jahren auf der Walz sind und sich seit ihrer Ankunft im tiefsten Winter vor Auftr\u00e4gen nicht mehr retten k\u00f6nnen. Nach sechs Monaten zieht es sie nun aber weiter ans andere Ende Kanadas. W\u00e4hrend der Plauderei mit ihnen verging die Zeit schnell und so schauten wir auch noch die Mitternachtsshow. An den Roulette- und Black-Jack-Tischen war es teilweise schon erschreckend, wie vergiftete einige Leute ihr Gl\u00fcck versuchten und dabei in wenigen Minuten hunderte von Dollars verspielten. Dabei kann man sich vorstellen, wie das zur Goldgr\u00e4berzeit wohl ausgesehen hatte. Wenn ich daran denke, wie uuhhh herzig doch Henriks Lieblingst\u00e4nzerin vorne links mit den schulterlangen blonden Haaren war, h\u00e4tte er wohl seinen ganzen Goldstaub hierhin getragen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich h\u00f6rte ich auch sonst noch einige Geschichten. So lehnte eine T\u00e4nzerin, die Eier \u00fcber alles liebte, den Heiratsantrag eines reichen Verehrers ab, worauf dieser f\u00fcr damalige ca. US$ 22&#8217;000 s\u00e4mtliche Eier der ganzen Stadt aufkaufte, nur um ihr das Lieblingsessen zu nehmen.<\/p>\n<p>Oder der Ehrgeiz von Colonel Joe Boyle, der vom Stanley-Cup tr\u00e4umte. Damals waren die Ottawa Silver Seven das Mass aller Dinge. Eine Meisterschaft wie die heutige NHL existierte nicht, der Cup-Halter musste diesen gegen Herausforderer aus Kanada verteidigen, was die abgelegene und unbekannte Klondike-Region einschloss. Also forderte man den Titeltr\u00e4ger heraus und machte sich auf den Weg in die Hauptstadt. Die Anreise per Fahrrad, Hundeschlitten, Postkutsche, Schiff und Zug dauerte drei Monate und die v\u00f6llig ersch\u00f6pften Nuggets aus Dawson City trafen 18 Stunden vor dem Spiel in Ottawa ein. \u00dcben konnten sie anscheinend mal in Skagway und fit hielten sie sich mit Seilh\u00fcpfen im Raucherabteil. Das erste Spiel verloren sie &#8220;nur&#8221; mit 2:9, das zweite hingegen mit 2:23! Immerhin gab&#8217;s einige Rekorde zu verzeichnen: h\u00f6chste Niederlage, meiste Gegentore in 10 Minuten, ein Gegenspieler traf in Spiel zwei 14 Mal&#8230; 1997 machte sich dann erneut ein Team auf denselben Weg. Sie verloren gegen die Ottawa Senators aus der NHL mit 0:18. 2011 traten die Senators dann zum ersten Mal zu einem Gastspiel in Dawson City an.<\/p>\n<p>Dann darf nat\u00fcrlich die Story vom Sourtoe nicht fehlen. Wer einen ganzen Winter in Dawson City verbracht hat, darf sich Sourdough nennen und sich zu den harten Burschen oder M\u00e4dels z\u00e4hlen. Nun hat halt mal nicht jeder Zeit, um sich einen ganzen Winter lang &#8211; und die hiesigen Winter sind lang &#8211; seine Sourdough-Sporen abzuverdienen. Man erz\u00e4hlt sich nun, dass 1973 Captain Dick Stevenson beim Reinemachen einen in einem Glas Alkohol eingelegten grossen Zeh (Toe) fand, der urspr\u00fcnglich in den 1920ern einem Goldgr\u00e4ber amputiert werden musste. Langer Rede kurzer Sinn: Stevenson hatte die Idee, sich mit dem Sourtoe-Drink von den anderen Bars abzuheben. Also legte er den Zeh in ein Glas und f\u00fcllte es mit hochprozentigem Schnaps. Wer nun also diesen Drink zu sich nimmt &#8211; egal ob schnell oder langsam, wichtig ist nur, dass man den Zeh zumindest mit den Lippen ber\u00fchrt &#8211; darf sich Sourtoe nennen und geh\u00f6rt dann auch zu den Harten &#8211; oder Verr\u00fcckten. Da ich weder Zeit f\u00fcr noch Lust auf einen Yukonwinter hatte und ich mir zum abknutschen was Besseres als einen scharzen Zeh vorstellen kann, machte ich mich halt weder als Sourdough noch als Sourtoe auf die Weiterfahrt.<\/p>\n<p>Viele der Goldsucher verzweifelten und kehrten &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; arm zur\u00fcck. Der sicherere Weg zum Reichtum schienen da eher Dienstleistungen zu sein. So brachte ein Paar auf &#8220;Hochzeitsreise&#8221; s\u00e4mtliche Teile \u00fcber den Chilkoot Pass, um daraus einen Schaufeldampfer zu bauen. Mittlerweile stehen nur noch zwei Museumsst\u00fccke in Dawson City und Whitehorse. Ein Schiff verkehrt noch f\u00fcr touristische Fahrten um Dawson City. Auch wenn heute die Dampferfahrten auf dem Yukon touristisch wohl rentieren d\u00fcrften, ist die Wiederaufnahme der Fahrten durch die mittlerweile gebauten zu niedrigen Br\u00fccken nicht m\u00f6glich. Ein anderes Beispiel war ein Schwede, der mit einem K\u00e4fig mit knapp 50 Welpen in die Region reiste. Er verkaufte sie mit grossem Gewinn und fuhr nach kurzer Zeit ziemlich reich wieder heim. Auch sonst merkte man, dass viel Geld bzw. Gold im Umlauf war. Und da der Transport sehr m\u00fchsam war, brachte man nur die besten und teuersten G\u00fcter. Dazu passt auch, dass Dawson City als zweite Stadt Nordamerikas (ganz knapp hinter Chicago oder Detroit) komplett mit elektrischem Strom versorgt wurde.<\/p>\n<p>Neben all den touristischen Informationen konnte ich nat\u00fcrlich auch hier wieder mit einigen netten Leuten plaudern, so z.B. mit einem deutschen Paar oder einem Norweger, der bei der \u00d6tzi-Erforschung dabei war und die alle drei im gleichen B&amp;B wohnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dawson City, die\u00a0Boomtown um 1900, ist ein originelles Kaff, das erst um 1896 zu Beginn des Goldrausches am Klondike River (bzw. am Bonanza Creek) gleich nach der M\u00fcndung des Klondike in den Yukon River aus dem Boden gestampft wurde. 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