{"id":758,"date":"2013-07-27T10:52:53","date_gmt":"2013-07-27T08:52:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=758"},"modified":"2013-07-27T11:15:32","modified_gmt":"2013-07-27T09:15:32","slug":"arequipa-anchorage-30-06-2013-26-07-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=758","title":{"rendered":"Arequipa &#8211; Anchorage (30.06.2013 &#8211; 26.07.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Arequipa &#8211; Lima (Flug) &#8211; Newark (Flug) &#8211; San Francisco (Flug) &#8211; Anchorage\/Alaska (Flug)<\/strong><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen musste ich aus den Federn und mit meinem Krempel auf den Flughafen. Ich fand ein Taxi: Kofferraumdeckel auf, Velokarton draufgestellt, am Kofferraumdeckel angebunden, fertig. Bei dieser Fahrt zeigte sich zum Abschied nochmals die Herzlichkeit der Lateinamerikaner, verabschiedete sich der Fahrer doch mit einer Umarmung.<\/p>\n<p>Eigentlich plante ich, noch bis Nazca zu radeln und von dort mit dem Bus nach Lima zu fahren. Ich musste aber zu lange auf den Brief mit meiner SIM-Karte und dem internationalen F\u00fchrerschein warten und war ja sowieso nicht so gut drauf. So entschied ich mich schliesslich f\u00fcr einen Flug. Dieser verlief problemlos und ich landete am Vormittag in Lima. Nach einer l\u00e4ngeren Taxifahrt landete ich im sch\u00f6nen Stadtteil Miraflores im gebuchten Zimmer. Ich legte mich erst mal hin und unternahm sp\u00e4ter einen Ausflug an den Strand. Abends begann ich dann endlich, mein Tagebuch f\u00fcr die letzten sechs Wochen nachzuschreiben.<\/p>\n<p>Flugtage finde ich ja nicht so wirklich was besonderes. Ich liess Velo und Gep\u00e4cksack diesmal einwickeln und gab sie bis am Abend bei der Gep\u00e4ckaufbewahrung ab. Danach g\u00f6nnte ich mir zum sp\u00e4ten Zmittag ein Abschiedsanticucho und brachte meine Tagebuchnotizen wieder auf den neusten Stand. Schliesslich war&#8217;s dann Zeit f\u00fcr die Sicherheitskontrolle. Danach kaufte ich mir zwei Fl\u00e4schchen Cola f\u00fcr den 8-Stunden-Flug. Die amerikanische Flugsicherheitsbeh\u00f6rde (TSA) scheint den Peruanern aber nicht zu trauen und veranstaltete beim Boarding eine zweite Handgep\u00e4ckkontrolle, wobei schwachsinnigerweise auch die nach der ersten Kontrolle gekauften Getr\u00e4nke verboten waren. Sp\u00e4ter bei den Inlandfl\u00fcgen war das dann kein Problem mehr!<\/p>\n<p>Erst ging&#8217;s nach Newark, wobei es mir in einem grossen Flugzeug noch nie so \u00fcbel wurde. Bei der Einreisekontrolle fiel mir die Freundlichkeit der Beamten auf, die ich von meiner Costa Rica-Reise 2010 eher m\u00fcrrisch in Erinnerung hatte. Nat\u00fcrlich hatte ich nichts Verbotenes dabei und es ging weiter zum n\u00e4chsten Check-In. Dort teilte man mir mit, dass ich den Anschlussflug nach Chicago verpassen w\u00fcrde und deshalb umbuchen m\u00fcsse. Das ging dann problemlos und nun wartete ich halt auf den Flug nach San Francisco. Ich hatte mir diese Variante anfangs auch angesehen, mich dann aber f\u00fcr Chicago entschieden, da dieser Flug bereits um 19.00 in Anchorage angekommen w\u00e4re. Die Verschiebung war aber nicht tragisch und dank der guten Bedingungen landete unser Flieger um ca. 20.30 um eine halbe Stunde verfr\u00fcht.<\/p>\n<p>Der erste Blick aus dem Fenster auf die weiten W\u00e4lder brachte richtig Reiselust. Ich schnappte mein Gep\u00e4ck und \u00fcberlegte, ob ich das Velo gleich vor Ort wieder zusammenbauen und in die Stadt radeln solle. Andere Leute meinten aber, das sei zu weit und so war ich froh, dass jemand anerbot, mir zu helfen, die Fahrradschachtel die Treppe zu den Taxis runter zu tragen. Brian erz\u00e4hlte mir dann, dass er vor ca. 10-15 Jahren ebenfalls die Panamericana entlang geradelt sei &#8211; von Alaska bis Peru. Er und seine Familie nahmen mich in ihrem zum Gl\u00fcck grossen Auto mit und setzten mich vor dem Hostel ab.<\/p>\n<p>Die TSA hatte irgendwo die Fahrradschachtel kontrolliert und dazu den Plastik entfernt. Danach klebten die D\u00f6del den Karton nur einigermassen wieder zusammen. Immerhin gab es nur ganz leichte Schleifspuren. Wenn sie mein Velo schon auspacken, h\u00e4tten sie es wenigstens gleich wieder zusammenschrauben k\u00f6nnen!Das erledigte ich dann am n\u00e4chsten Tag, wobei die Montage der neuen Kette 2\/3 der Zeit und 95% der Fl\u00fcche in Anspruch nahm. Kurz nach Mittag konnte ich dann aber meine erste Runde in Nordamerika drehen.<\/p>\n<p>Nachdem ich bei der Ankunft noch richtig euphorisch war, wurde ich immer m\u00fcder und landete am Samstag schliesslich mit einer Grippe im Bett. Vermutlich hatte ich schon lange was rumgeschleppt und nach den Reiseanstrengungen brach die Krankheit dann durch. Am Vortag hatte ich zum Gl\u00fcck meine Hostelreservation noch bis Samstag verl\u00e4ngert. Das reichte grad knapp, um am Samstag dann meine Siebensachen zusammenzupacken und in ein anderes Hostel umzuziehen. Am Vorabend hatte ich aber auf dem Gang Andr\u00e9 aus Sao Paolo kennengelernt, der sich am Sonntag auf den Heimweg nach Brasilien machen wollte. So kam es, dass ich mein Velo f\u00fcr den Umzug, er seines f\u00fcr eine Probefahrt packte. Ich entschloss mich bei sch\u00f6nstem Sonnenschein, ein wenig mitzuradeln, wobei ich aber noch ziemlich schnell aus der Puste kam.\u00a0Ein paar Tage sp\u00e4ter traf ich dann vor dem Supermarkt auf Cristobal, Pablo und Paco aus Mexiko, die ebenfalls mit dem Fahrrad auf dem Heimweg nach Guadalajara waren.<\/p>\n<p>Ich selber entdeckte etwas sp\u00e4ter morgens, dass sich eine M\u00fccke in der Nacht an mir wohl \u00fcberfressen hatte. Jedenfalls nervten die vier Stiche in einer Reihe und die f\u00fcnf sonst verteilten ziemlich. Zudem hatte ich pl\u00f6tzlich mit \u00dcbelkeit zu k\u00e4mpfen, die ca. vier Tage anhielt. Als ich bei der Reception fragte, weshalb sie keine Insektengitter vor die Fenster montierten und dabei meinen Arm zeigte, meinte er, das sehe eher nach Wanzenbissen aus. Sie quartierten mich gleich um, um allf\u00e4lliges Getier durch \u00fcberheizen auszuschalten. Als ich in der Apotheke aber nach einer Salbe gegen das Beissen fragte, meinte sie, es s\u00e4he nach Spinnenbissen aus. Dass ich in Arequipa auch mal mit einer Viererserie &#8220;M\u00fcckenstiche&#8221; aufgewacht war, behielt ich f\u00fcr mich, nahm mir aber vor, vor der Weiterfahrt mein Gep\u00e4ck nochmals ganz genau zu pr\u00fcfen. Wanze oder Spinne oder Moskito: mein Arm schwoll an und juckte ganz nervig.<\/p>\n<p>Trotzdem setzte ich mich immer wieder mal f\u00fcr kleinere Ausfahrten auf&#8217;s Velo. So kamen dann doch knapp 200km zusammen. Meine Ausr\u00fcstung konnte ich nun auch komplettieren. Nachdem ich vor allem in Argentinien \u00fcber das lausige Angebot vor allem bei Campingmatten geflucht hatte, gab&#8217;s bei REI nun nicht nur (fast) alles sondern von allem auch noch Verschiedenes zur Auswahl. Nach sieben Monaten S\u00fcdamerika kann einem das ja wirklich \u00fcberfordern \ud83d\ude09 Bei den Medikamenten war das anders. Immerhin waren die meisten verf\u00fcgbar, da man das Zeugs aber auch als Dopingmittel brauchen kann, gaben sie mir nur eine Monatsdosis mit!<\/p>\n<p>Die meisten Sehensw\u00fcrdigkeiten sind von Anchorage mindestens 1-2 Autostunden entfernt. So entschloss ich mich, unterwegs nach M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Riverrafting, Kajaking und Whalewatching Ausschau zu halten. Ich besuchte aber den Ursus im Zoo und den Wasserpark. Mit zwei Rutschen und einem Rundfluss (ohne Schwimmbecken oder Sprudelbad) war der mit US$ 28 aber ziemlich \u00fcberteuert. Daf\u00fcr g\u00f6nnte ich mir danach eine Runde Minigolf &#8211; mit m\u00e4ssigem Erfolg aber viel Spass. Beim Besuch des Museums hatte ich Gl\u00fcck. Grad als ich meinen Rucksack versorgt hatte, begann eine tolle Gratisf\u00fchrung durch die Geschichte Alaskas und dessen vier Urv\u00f6lkern. Schade, dass sie die F\u00fchrung auf 45 Minuten angesetzt hatten. Die Leiterin h\u00e4tte wohl noch viel mehr interessante Informationen zu erz\u00e4hlen gehabt, musste sich aber kurz fassen.<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00e4re nun die Weiterfahrt geplangt gewesen. Da ich aber nochmals viele Bisse hatte, mussten wir alle Kleider waschen, w\u00e4hrend das Hostel unseren Raum abdichtete und heizte. Dadurch konnten wir diesen bis um 21.00 nicht mehr betreten. Nat\u00fcrlich hatte ich f\u00fcr meinen letzten Tag andere Aktivit\u00e4ten geplant &#8211; z.B. packen! So verl\u00e4ngerte ich nochmals eine Nacht.<\/p>\n<p>Das meiste konnte (z.B. E-Mail, Reisebericht, Post) konnte ich trotzdem erledigen. Deshalb konnte ich mit meinen Zimmergenossen Loui und Noah zu einer Tour zum Porter-Gletscher mit anschliessendem Wildparkbesuch aufbrechen. Auch wenn der Perito-Moreno-Gletscher im argentinischen S\u00fcdpatagonien gewaltiger ist, war es doch wieder beeindruckend, die Eismasse zu sehen. Das galt speziell f\u00fcr meine Reisegenossen, die zu hause in Florida kaum Gletscher zu Gesicht bekommen. Auf dem Heimweg hielten wir dann beim Alasaka Wildlife Conservation Center &#8211; nachdem wir ami-typisch erst mal einen Teil im Reisebus durch den Park gefahren waren! Hier p\u00e4ppeln sie vor allem eingelieferte Wildtiere wieder auf, in der Hoffnung sie wieder in die Wildnis zu entlassen. Wenn das nicht m\u00f6glich ist, erhalten sie ein dauerhaftes Bleiberecht. Die Fahrt durch die sch\u00f6ne Landschaft verschlief ich leider gr\u00f6sstenteils. Die kurzen N\u00e4chte mit heimtelefonieren und schreiben nach 22.00 bei gleichzeitigem fr\u00fchen Aufstehen forderten ihren Tribut. Wieder zur\u00fcck legte ich mich erst mal eine Weile hin und begann danach meinen Krempel wieder reisegerecht zu packen. Nach 6 Wochen in Arequipa, Flug, Umzug in ein anderes Hostel und nun 25 Tagen in Anchorage musste das von Grund auf neu geschehen.<\/p>\n<p>Am letzten Wochenende in Anchorage gab mein Samsung Galaxy den Geist auf &#8211; die Reparatur h\u00e4tten sie mit US$ 220 veranschlagt. Da auch die \u00f6ffentlichen Computer Mangelware zu sein scheinen und die verf\u00fcgbaren oft besetzt und in einem seeehr m\u00e4ssigen Zustand sind, entschloss ich mich, ein m\u00f6glichst g\u00fcnstiges (trotzdem WIFI-f\u00e4higes) Handy und ein Chromebook zu kaufen. Nun habe ich halt doch noch einen wenigstens ziemlich kleinen Computer mitzutragen.<\/p>\n<p>Vor allem beim zweiten Hostel war ich wieder mal froh, diese Art der Unterkunft gew\u00e4hlt zu haben, konnte ich doch so viele neue Bekanntschaften machen, dass ich gar nicht alle aufz\u00e4hlen kann. Dass es eine g\u00fcnstige Variante ist, gefiel mir nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p>Ich genoss es richtig, bei meistens strahlendem Sonnenschein (der jeweils +\/- 18 Stunden dauerte) ein wenig durch die Gegend zu rollen, zu lesen und zwischendurch auf den Fussballpl\u00e4tzen einem (Plausch-)Kick zuzuschauen. Tats\u00e4chlich handle es sich um einen Rekordsommer mit bereits der dreifachen Anzahl Sonnentage als im Durchschnitt. Endlich f\u00fchle ich wieder, wie es mich richtiggehend auf den Sattel und raus in die weiten W\u00e4lder zieht. S\u00fcdostalaska und Westkanada warten =D<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arequipa &#8211; Lima (Flug) &#8211; Newark (Flug) &#8211; San Francisco (Flug) &#8211; Anchorage\/Alaska (Flug) Am fr\u00fchen Morgen musste ich aus den Federn und mit meinem Krempel auf den Flughafen. 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