{"id":409,"date":"2013-02-27T16:36:35","date_gmt":"2013-02-27T15:36:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=409"},"modified":"2013-02-27T17:17:17","modified_gmt":"2013-02-27T16:17:17","slug":"puerto-natales-el-calafate-puerto-natales-06-02-2013-18-02-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=409","title":{"rendered":"Puerto Natales &#8211; El Calafate &#8211; Puerto Natales (06.02.2013 &#8211; 18.02.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Puerto Natales &#8211; J. Dufour (39 km) &#8211; Ruta 40 (124 km) &#8211; El Calafate (34 \/ 108 km) &#8211; Cerrito (95 km) &#8211; R\u00edo Turbio (92 \/ 155 km) &#8211; Puerto Natales (30 km)<\/strong><\/p>\n<p>Am Mittwochvormittag machte ich mich also wieder auf den Weg, diesmal Richtung El Calafate, dem Eingangstor zum Nationalpark Los Glaciares. Ich w\u00e4hlte diesmal die Strecke \u00fcber R\u00edo Turbio, da diese 2-3 km k\u00fcrzer und im Gegensatz zum Hinweg komplett asphaltiert sei &#8211; den kleinen zus\u00e4tzlichen 600m-H\u00fcgel und die sehr h\u00fcgelige Landschaft nach der Abfahrt haben sie allerdings zu erw\u00e4hnen vergessen. Ich schaffte es also am Nachmittag bis R\u00edo Turbio und \u00fcberlegte, noch weiterzufahren. In J. Dufour gab&#8217;s dann das letzte Hostel und so blieb ich halt doch und nutzte die Zeit f\u00fcr den Bericht \u00fcber Puerto Natales. Das Restaurant war dann \u00fcberraschenderweise geschlossen und ich musste doch noch auf Selbstverpflegung umstellen. Aufgrund akuten Motivationsmangels liess ich das Kochen und so gab&#8217;s halt einen Pack Vollkorncracker mit Butter \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging&#8217;s dann wieder weiter und ab jener Stelle, bei der ich auf dem Hinweg Richtung Cerro Castillo abgebogen war, hatte ich endlich mal R\u00fcckenwind. Beim Windschutz nach ca. 10 km traf ich eine Singapurerin und einen Engl\u00e4nder, die gerade Mittagspause machen wollten. Das hatte ich zwar erst in Tapi Aike vor, trotzdem gesellte ich mich zu ihnen. Zwischendurch hielt dann auch noch ein Portugiese auf einen Schwatz an. Nach der Pause machte ich mich wieder auf den Weg und erreichte kurz darauf Tapi Aike, wo ich mir nochmals eine Pause bei der Tankstelle g\u00f6nnte. Ich entschloss mich, doch noch weiterzufahren und war positiv \u00fcberrascht, dass ich die Landkarte nicht richtig gelesen hatte. So ging die Schotterstrasse nach Cerrito nicht im rechten sondern ca. in einem 45\u00b0-Winkel weg. So hatte ich auch weiterhin R\u00fcckenwind und &#8220;flog&#8221; nur so \u00fcber die \u00fcberraschend gute Piste. Nach knapp 120 km merkte ich, dass ich am Hinterrad Luft verlor. Ich versuchte es einfach mal mit pumpen &#8211; vielleicht konnte ich die letzten 20 km ja so noch \u00fcberbr\u00fccken. Nach 2 km musste ich aber schon wieder nachpumpen &#8211; letzter Versuch. Dabei traf ich einen Tschechen, der mir von zwei weiteren Radlern kurz hinter ihm erz\u00e4hlte. Er war leicht verwundert, als ich ihn fragte, ob es sich um Aarauer handle. Weitere 2 km weiter traf ich dann (mit schon wieder beinahe plattem Reifen) auf Markus und Yolanda, die ich beim Busbahnhof in Puerto Madryn kennengelernt hatte. Sie waren am gleichen Tag in El Calafate gestartet, wo ich ja hinwollte. Wir haben dann ein bisschen gequatscht und meinen Schlauch gewechselt. Da es schon Abend und vor allem auch beinahe windstill war, beschlossen wir, gleich neben der Ruta 40 zu zelten.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging&#8217;s dann m\u00fchsamer weiter. Die ersten 12 km bis zur Abzweigung in Cerrito gingen mit Seitenwind noch, danach k\u00e4mpfte ich mit Gegenwind. El Calafate bis am Abend zu erreichen schien in weite Ferne zu r\u00fccken. Nach 30 km (\u009d\u00d8 9,31 km\/h) hatte ich die Nase voll und hoffte, dass mich ein Pickup mitnimmt. Das anhaltende Auto war aber zu klein, um ein Velo zu laden und so zogen sie mich bis kurz vor&#8217;s Ziel. Die letzten 4 km hinunter ins St\u00e4dtchen und zum Hostel legte ich dann wieder ohne Hilfe zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In El Calafate erwischte ich einige Tage mit f\u00fcr diesen Ort aussergew\u00f6hnlicher Hitze von \u00fcber 30\u00b0C. Ich kam durch die Hilfe bei der Anfahrt bereits am fr\u00fchen Nachmittag an und machte mich gleich auf, um eine Fahrt zu den Gletschern zu buchen. Am anderen Morgen ging&#8217;s dann bereits um 07.15 los. Erst mit dem Bus zum Lage Argentino. Der ist ziemlich gross (ca. 1&#8217;560 km2) und entsprechend lange dauerte die Fahrt. Erst besuchten wir den Upsala-Gletscher. Als wir in die N\u00e4he kamen, rannten alle zum Bug und liessen sich von Gischt und Wind nass spritzen. Aber daf\u00fcr konnten sie ihre Kameras qu\u00e4len und fleissig den Gletscher fotografieren. Ich spekulierte hingegen darauf, dass uns der Katamaran auch wieder zur\u00fcck bringt und dazu umdreht. So geschah es dann auch tats\u00e4chlich und ich konnte trocken und ohne grosses Gedr\u00e4nge die Gletscher vom Heck aus geniessen \ud83d\ude09 Die weitere Fahrt f\u00fchrte uns dann zum Spegazzini- und schliesslich zum ber\u00fchmten Perito-Moreno-Gletscher. Speziell an diesem ist, dass er immer noch w\u00e4chst und dabei eine Seeenge schliesst. Alle paar Jahre wird der Druck des Wassers dann zu gross und es sprengt die Gletscherzunge. Kleinere Abbr\u00fcche k\u00f6nnen aber \u00f6fters beobachtet werden. Nat\u00fcrlich ging&#8217;s auch beim 2. und 3. Gletscher auf dem Schiff zu wie bei einer Europa-in-10-Tagen-Reise und einige Kameras drohten zu schmelzen. Immerhin h\u00e4tten sie sie ja mit dem Eis k\u00fchlen k\u00f6nnen, das die Crew von einem nahen Eisberg holte. Insgesamt waren die Gletscher und die Eisberge &#8211; aber auch die ganze Umgebung &#8211; doch eindr\u00fccklich. Schade, dass das Erlebnis durch allzu viel Massentourismus-Feeling getr\u00fcbt wurde. Am n\u00e4chsten Tag machte ich dann noch einen Ausflug mit einem Allradfahrzeug zu einer Estancia im Schutzgebiet. Mit dabei waren auch eine Zweier- und eine Dreiergruppe aus Buenos Aires. Ausser dem Genuss der sch\u00f6nen Gegend konnten wir auf ca. 700 m.\u00fc.M. auch noch einige Fossilien betrachten und zum Abschluss des Tages gab es dann noch ein leckeres Abendessen.<\/p>\n<p>Am Montagabend war ich mir immer noch unsicher, ob ich zur die Carretera Austral radeln soll oder zur\u00fcck nach Puerto Natales und dann mit der Navimag-F\u00e4hre nach Puerto Montt. Irgendwann schaute ich auf die Wettervorschau f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 Tage f\u00fcr jenes Gebiet, welche 13-17\u00b0C und oft Regen ank\u00fcndigte. Da ich mit dem nervigen Wind w\u00e4hrend der Fahrten ja ohnehin schon lange am frieren bin, entschied ich mich kurz vor Mitternacht f\u00fcr die F\u00e4hre. Also wieder zur\u00fcck nach Puerto Montt. Ich musste nat\u00fcrlich erst noch packen, die F\u00e4hre buchen und einige E-Mails mit meiner Entscheidung verschicken. So war es nach dem Einkaufen schon Mittag und ich ging erst mal was Essen. Danach fuhr ich beinahe nonstop durch, bis ich nach 95 km Cerrito erreichte. Unterwegs traf ich einen Iren sowie Henrik, der vor zwei Jahren in D\u00e4nemark gestartet war. Er erz\u00e4hlte mir bereits von weiteren Radlern in Cerrito. Allie aus Schottland, Peycho aus Bulgarien und Arnaud aus Frankreich hatten sich in Ushuaia getroffen und beschlossen, gemeinsam nach Norden zu fahren. W\u00e4hrend Allie in knapp 6 Wochen wieder zur\u00fcck m\u00fcsse, wollen die beiden anderen bis nach Kanada\/Alaska fahren. Als ich ankam, waren sie grad mit dem Essen fertig und hatten noch eine rechte Menge \u00fcbrig, sodass ich mich einladen lassen und gleich essen konnte. Urspr\u00fcnglich wollte ich noch ein bisschen weiterfahren, entschloss mich aber, auch dort im windgesch\u00fctzten Eingangsbereich zu zelten.<\/p>\n<p>Am anderen Morgen fuhr ich um ca. 07.30 bei knapp 4-5\u00b0C los! Nachdem es die erste Stunde noch recht flott lief, wurde der Wind danach immer m\u00fchsamer. Zudem war die Schotterpiste doch wesentlich schlechter, als ich das noch vom ersten Mal mit R\u00fcckenwind in Erinnerung hatte. Unterwegs traf ich auf Sam und Po aus Bournemouth (England), wo ich w\u00e4hrend der Lehre meinen Sprachaufenthalt hatte. So erreichte ich um die Mittagszeit wieder einmal Tapi Aike und ass gemeinsam mit einem polnischen Wanderer etwas. Danach wollte ich versuchen, per Autostop nach R\u00edo Turbio zu kommen. Nach weiteren 25 km hatte ich mich bereits darauf eingestellt, doch wieder bis Cerro Castillo zum zelten zu fahren, als doch noch ein Pickup anhielt. Die drei Br\u00fcder Escobar nahmen mich die knapp 60-65 km mit und luden mich direkt vor einem Hostel ab. Die drei sind Zimmerleute aus dem Norden, welche die Arbeit ganz in den S\u00fcden verschlagen hat.<\/p>\n<p>Bereits beim aufstehen regnete es, h\u00f6rte aber bis zum Fr\u00fchst\u00fcck wieder auf, nur um dann beim aufladen erneut zu beginnen. Also machte ich mich regendicht verpackt auf den Weg. Heute freute ich mich schon auf den Aufstieg zur Passh\u00f6he, wusste ich doch, dass R\u00edo Turbio ca. 350 m h\u00f6her liegt als Puerto Natales. Ich erreichte also nach 6 km kurz nach dem argentinischen Zoll die H\u00f6he und machte mich an die Abfahrt. Der Nieselregen hatte \u00fcbrigens kurz nach dem Start wieder aufgeh\u00f6rt, w\u00e4hrend der ersten Zollabfertigung wieder angefangen und bis zum chilenischen Zoll erneut aufgeh\u00f6rt. Zwischendurch konnte ich sogar mal mit \u00fcber 65 km\/h talw\u00e4rts sausen. Weiter unten begann der Wind dann ein wenig zu spinnen: auf einem geraden, ebenen St\u00fcck kam er mal von hinten (35 km\/h), einige Sekunden sp\u00e4ter von vorne (15 km\/h), dann mal von links, mal von rechts. Allerdings wusste ich, dass die gesamte Tagesstrecke nur ca. 30 km lang war und so radelte ich frohen Mutes wieder zum Hostel.<\/p>\n<p>In Puerto Natales verbrachte ich dann einige Tage mit angenehmem Nichtstun. Lustig war, dass Markus und Yolanda mir immer wieder mal \u00fcber den Weg liefen, ob wie vereinbart im Caf\u00e9 oder einfach zuf\u00e4llig in der Cr\u00eaperia oder beim Navimag-Checkin. Auch Gilles und Jacques, die beiden franz\u00f6sischen Radler, trafen am Samstagabend wieder im Hostel ein. Jetzt bin ich mal gespannt, wie mein Magen die Schiffsreise verkraftet. Dabei ist noch nicht mal klar, ob wir \u00fcberhaupt starten k\u00f6nnen, da es tags\u00fcber zu stark gest\u00fcrmt hatte!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Puerto Natales &#8211; J. 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