{"id":276,"date":"2013-01-15T18:31:38","date_gmt":"2013-01-15T17:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=276"},"modified":"2013-01-15T20:59:44","modified_gmt":"2013-01-15T19:59:44","slug":"bahia-blanca-puerto-madryn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=276","title":{"rendered":"Bah\u00eda Blanca &#8211; Puerto Madryn (07.01.2013 &#8211; 14.01.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bah\u00eda Blanca &#8211; Juan A. Pradere (134 km) &#8211; Viedma (154 km) &#8211; San Antonio Oeste (178 km) &#8211; Las Grutas (15 km) &#8211; Sierra Grande (121 km) &#8211; Puerto Madryn (143 km)<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich vor, bereits ab Bah\u00eda Blanca mit dem Bus erst nach Puerto Madryn und nach ein paar &#8220;Ferientagen&#8221; nach Ushuaia, dem eigentlichen s\u00fcdlichen Startort meiner Panamericana-Tour weiterzufahren. W\u00e4hrend den beiden Ruhetagen in Bah\u00eda Blanca habe ich mich dann umentschieden und bin am Montag doch wieder auf&#8217;s Rad gestiegen.<\/p>\n<p>Bei anf\u00e4nglich m\u00fchsamem Wind und erst 30 km bis zur Mittagspause habe ich mir einige Male vorgestellt, dass so ein Bus doch was Bequemes gewesen w\u00e4re. Ich bin dann weiter und im Verlauf des Nachmittags hat sich der Wind immer mehr verbessert, sodass ich am Ende mit ordentlichem R\u00fcckenwind unterwegs war. Nach Reisef\u00fchrer h\u00e4tte es in Pedro Luro \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten gehabt. Ich wollte aber auch politisch noch nach Patagonien und bin deshalb noch ca. 10 km weiter \u00fcber den R\u00edo Colorado bis nach Juan A. Pradere gefahren &#8211; wo&#8217;s daf\u00fcr dann nat\u00fcrlich keine Unterk\u00fcnfte mehr gab. Der freundliche Besitzer der Tankstelle schickte mich aber noch auf die andere Strassenseite. Ich solle mal bei Se\u00f1ora Nora nachfragen. Die \u00e4ltere Frau vermietet normalerweise keine Zimmer an Fremde. Nachdem sie gesehen hatte, dass ich mit dem Velo unterwegs bin, hat sie aber eine Ausnahme gemacht und sogar noch ein Abendessen gekocht. Ein interessanter Tag.\u00a0Bereits am Vormittag traf ich auf Ram\u00f3n aus Paraguay, der ebenfalls mit dem Fahrrad Richtung S\u00fcden unterwegs war und sein Rad im Gegenwind schieben musste. Er ist bereits seit f\u00fcnf Monaten mit einem Rad ohne Gangschaltung unterwegs. Am Lenker hat er einen grossen Einkaufskorb und der R\u00fcckspiegel ist auch selbst gebastelt.\u00a0Um die Reise zu finanzieren muss er unterwegs nach Arbeit\u00a0Ausschau halten.\u00a0Er nannte sich einen Vagabunden, ich w\u00fcrde ihn eher als Abenteurer bezeichnen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging&#8217;s \u00e4hnlich weiter am Vormittag durchwachsene Windverh\u00e4ltnisse. An einem Tankstellenshop traf ich dann auf Leo und seine Clique aus Buenos Aires, die mit Zug und Fahrrad unterwegs nach Bariloche waren. Also habe ich etwas f\u00fcr das (heute ziemlich sp\u00e4te)\u00a0Mittagessen eingekauft und bin ihnen mit Leo hinterher zum Pausenplatz gefahren. Nach dem Essen machte die Gruppe eine Siesta, ich wollte aber angesichts der erst 55 km und der bereits fortgeschrittenen Zeit wieder weiterfahren. Auch heute hatte sich der Wind wieder mehr und mehr gebessert und um 18.00 und 80 km musste ich mich entscheiden, zu \u00fcbernachten oder die knapp 55 km bis Viedma noch anzuh\u00e4ngen. Ich wollte die tollen Windverh\u00e4ltnisse ausnutzen und bin also weitergefahren. Gem\u00e4ss den Wegweisern unterwegs h\u00e4tte ca. bei km 133 die Stadt kommen sollen. Ich war doch \u00fcberrascht, dass ein paar km vorher noch nichts von einer gr\u00f6sseren Stadt zu bemerken war. Bei km 132 kam ein erneuter Wegweiser, wonach Viedma nochmals 20 km weiter sei. Also rasch ein paar Getreideriegel verdr\u00fccken, kurz \u00fcber den Verantwortlichen fluchen, froh sein \u00fcber den R\u00fcckenwind sein und weiter in die Pedale getreten.<\/p>\n<p>Zwischen Viedma und San Antonio Oeste gibt&#8217;s \u00fcberhaupt keine Versorgungsm\u00f6glichkeiten, wodurch ich mich bl\u00f6derweise \u00fcberraschen liess. Die Windverh\u00e4ltnisse blieben bis am sp\u00e4teren Abend schwierig und so hatte ich zu diesem Zeitpunkt erst knapp 80 km abgespult. Nat\u00fcrlich hatte ich auf eine Tankstelle oder sonst einen Verpflegungsposten unterwegs gehofft. Allenfalls w\u00e4ren Estancias eine L\u00f6sung gewesen, solche sind mir aber von der Strasse aus nicht gross aufgefallen &#8211; nat\u00fcrlich habe ich auch nicht explizit danach Ausschau gehalten. Erst wollte ich wild campieren. Allerdings fand ich keinen geeigneten Platz und hatte zudem auch nur noch ca. 3 1\/2 l Wasser dabei. So habe ich mich dann entschlossen, bis nach San Antonio Oeste weiterzufahren. Bis ca. 22.30 brauchte ich die Lampen am Fahrrad nur um gesehen zu werden. Danach habe ich dann mein Nachtessen verdr\u00fcckt und bin schliesslich um ca. 02.30 angekommen. Zum Gl\u00fcck hatte es gleich am ersten Kreisel eine grosse Tankstelle und nebenan ein Hotel.<\/p>\n<p>Nach Las Grutas waren es dann daf\u00fcr nur noch 15 km. Ich habe mich f\u00fcr drei N\u00e4chte in der residencia Choele Choel einquartiert. Dort gab es einen Gemeinschaftsraum mit K\u00fcche, Grill und eigenem K\u00fchlfach. Las Grutas ist ein richtiger Touristenort und konnte mich nicht so richtig begeistern. Die praktisch drei Ruhetage haben mir nach den langen Etappen der Vortage aber gut getan und ich konnte zumindest mal im Meer planschen gehen.<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen war es bew\u00f6lkt und sah nach Regen aus. So hatte ich eigentlich keine Lust, wieder auf das Velo zu steigen. Daf\u00fcr hatte ich von Beginn an gute Windverh\u00e4ltnisse und h\u00e4tte trotz der eher sp\u00e4ten Abfahrt bereits um 17.00 in Sierra Grande sein k\u00f6nnen. Ca. 15 km vorher sah ich allerdings drei parkierte LKW und die Fahrer auf St\u00fchlen davor bei der Pause. Ich gesellte mich dazu und plauderte eine Weile mit Ihnen. So kam ich halt etwas sp\u00e4ter an. Auf dieser Strecke hatte es gegen Ende sogar soviele Kurven, dass nicht mehr f\u00fcr jeden 10\u00ba-Knick eine Tafel aufgestellt wurde. Am Abend kam ich mit den Leuten vor einem geschlossenen Restaurant ins Gespr\u00e4ch. Nach einer Weile meinte der Wirt, der Koch sei nicht da, aber etwas Poulet mit Salat k\u00f6nne er mir schon machen. Generell sind die Leute sehr hilfsbereit.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag startete mit ordentlichem R\u00fcckenwind und so erreichte ich nach zwei Stunden und bereits 52 km genau zur Mittagszeit die einzige Verpflegungsm\u00f6glichkeit, wo ich sehr g\u00fcnstig und gut essen konnte. Danach blieben aber nochmals knapp 90 km und genau an der Grenze zur Provinz Chubut kamen ein paar Kurven und ich hatte pl\u00f6tzlich Seitenwind. Zum Gl\u00fcck \u00e4nderte sich das nach einer Weile wieder und ich konnte wieder Richtung S\u00fcden &#8220;fliegen&#8221;. Bis zur Abzweigung von der Ruta 3 schaffte ich so eine Geschwindigkeit von \u00d8 25,3 km\/h, was mit dem ganzen Krempel vorne- und hintendrauf schon recht ordentlich ist. Dort hatte es auch eine grosse Tankstelle und ich habe mir was zu trinken und eine Glace geg\u00f6nnt. Vor allem konnte ich aber nachschauen, in welchem, Hotel ich eigentlich reserviert hatte und wo es liegt. So bin ich dann am fr\u00fchen Abend im Hotel La Posada angekommen. Den Abschluss der ersten Etappe von Buenos Aires nach Puerto Madryn mit bisher 1&#8217;700 km habe ich mit einem feinen Fisch zum Znacht und was S\u00fcssem beim Lesen im Hotel gefeiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bah\u00eda Blanca &#8211; Juan A. 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