{"id":1308,"date":"2014-06-22T01:35:53","date_gmt":"2014-06-21T23:35:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1308"},"modified":"2014-06-22T01:35:53","modified_gmt":"2014-06-21T23:35:53","slug":"santa-elena-ojo-de-agua-10-05-2014-21-06-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1308","title":{"rendered":"Santa Elena &#8211; Ojo de Agua (10.05.2014 &#8211; 21.06.2014)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Santa Elena &#8211; Degollado (57 km) &#8211; P\u00e9njamo (65 km) &#8211; Valle de Santiago (87 km) &#8211; Apaseo el Grande (73 km) &#8211; San Juan del R\u00edo (87 km) &#8211; Tepeji del R\u00edo (112 km) &#8211; Ojo de Agua (70 km)<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeit auf Charlys Rancho verging schnell. Dazu nutzte ich die Zeit auch, um nochmals ein bisschen an meinem Gebiss rumdoktern zu lassen oder einen ersten Sehtest nach der Laseroperation vor zwei Jahren. Valentin von der M\u00fchle und Salvatore von der K\u00e4serei kamen h\u00e4ufig vorbei und zwischendurch gingen wir auch zu Freunden zum Essen. Zwei Highlights waren die beiden Besuche zur\u00fcck in Guadalajara. Erst f\u00fcr ein Openair (Revolution 2014), danach zu Pandas Geburtstagsfeier. Vor allem beim zweiten Mal traf ich wieder viele meiner Freunde und die Tage vergingen wie im Flug.<\/p>\n<p>Schliesslich war es dann Zeit, weiterzuziehen. Nachdem zwei Wochen zuvor bereits ein erstes heftiges Gewitter durchgezogen war, machte ich mich bei sch\u00f6nstem Wetter wieder auf den Weg. Zuerst ging es nur bis zum Z\u00f3calo &#8211; dort konnte ich dann endlich ein paar Fotos f\u00fcr Kilometer 10&#8217;000 machen. Weiter ging&#8217;s durch ein paar D\u00f6rfer wobei trotz (oder aufgrund) h\u00e4ufiger Nachfragen etwas zu fr\u00fch auf der Hauptstrasse landete und so einen kleinen Umweg fuhr. Am Abend erreichte ich schliesslich Degollado, ein herziges St\u00e4dtchen, wo ich im einzigen aber sch\u00f6nen Hotel des Ortes eincheckte.<\/p>\n<p>Kurz nach dem Start \u00fcberquerte ich am n\u00e4chsten Tag die Grenze zum Bundesstaat Michoac\u00e1n, von dem mir alle abgeraten haben. Sofort waren die Strassen schlechter &#8211; daf\u00fcr die Autofahrer euphorischer! Gegen zwanzig Leute hielten an um nach dem Woher und Wohin zu fragen oder hupten begeistert. Nach knapp 20km war Michoac\u00e1n dann schon wieder vorbei und ich passierte die Grenze zu Guanajuato. Der Empfehlung des Hotelangestellten aus Degollado und dem entsprechenden Schild an der Strasse folgend erreichte ich am sp\u00e4ten Nachmittag die Ruinen von Plazuelas. 14% Steigung! Eigentlich k\u00f6nnte man ja auch schieben, aber&#8230; ach, doofes Ego! Die Anlage ist erst seit kurzem f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ge\u00f6ffnet. Mich erwartete erst ein zwar kleines aber sehr sch\u00f6n gemachtes Museum, danach wollte ich nat\u00fcrlich auch die Pyramiden sehen. Die Anlage besteht aus drei kleine Pyramiden und ist nat\u00fcrlich viel weniger gewaltig als jene beispielsweise in Chich\u00e9n Itz\u00e1. Daf\u00fcr war auch der ganze Tourismusschrott nicht vorhanden und ich war der einzige Besucher. So wanderte ich den Weg weiter hinauf und nach einer Kuppe erwartete mich ein unglaublicher Anblick. Hinter dem obligatorischen Ballspielplatz standen die drei Pyramiden vor den drei H\u00fcgeln, die sie auch symbolisieren. Die Stimmung in der heissen Abendsonne, ganz alleine vor den Bauwerken der (vermutlich) Chichimecas empfand ich schlicht als grandios. Nach den letzten 15km im Gegenwind erreichte ich dann P\u00e9njamo, wo ich nahe der sch\u00f6nen Plaza ein g\u00fcnstiges Zimmer fand. Bereits bei der Ankunft fragten mich aber zwei Teenies, ob sie ein Foto mit mir machen d\u00fcrfen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Wieder machte ich mich mit nervendem Gegenwind auf den Weg. Nach der positiven Erfahrung gestern verliess ich nach einer Weile dei Hauptstrasse und folgte den Wegweisern zu den Pyramiden von Peralta. Hier wird seit 12 Jahren gebuddelt und seit zwei Jahren ist die Anlage auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich. Das Museum fand ich zwar nicht so toll wie jenes in Plazuelas, daf\u00fcr gab&#8217;s aber auch noch einen Video \u00fcber die Ausgrabungen im Bundesstaat Guanajuato. Da es keine Pyramide war, war das Hauptgeb\u00e4ude zwar nicht sehr hoch, daf\u00fcr mit 160m aber ziemlich lang. Ein Mitarbeiter f\u00fchrte mich &#8211; wieder alleine &#8211; gegen ein Trinkgeld etwas durch die grosse Pyramide und erz\u00e4hlte viel Interessantes. Er sei im Ort aufgewachsen und sie h\u00e4tten \u00fcber Generationen das Wissen um die von Erde bedeckten Geb\u00e4ude weitergegeben. Der Obrigkeit wollten sie aber nichts sagen, da sie dann doch lieber Mais anbauten, statt alte Steine abzupinseln. \u00dcberrascht war ich dann, dass die gesamte Anlage total 48 bisher bekannte Geb\u00e4ude beinhalte. Voll positiver Energie fuhr ich dann weiter. An einem Kiosk offerierte mir der Besitzer eine Flasche Wasser, mit dem richtigen Weg konnten sie mir aber auch nicht weiterhelfen. Das w\u00e4re aber auch schwierig gewesen, die richtige Abzweigung hatte ich schon vorher verpasst. So rollte ich am Abend schliesslich in Valle de Santiago ein. Auch hier wurde ich wieder von mehreren Leuten angesprochen und wegen Fotos angefragt.<\/p>\n<p>Zur Abwechslung mit R\u00fcckenwind und beinahe topfeben fuhr ich weiter nach Osten. So erreichte ich am fr\u00fchen Abend Apaseo el Grande &#8211; nach Quer\u00e9taro h\u00e4tte es vor dem Eindunkeln nicht mehr gereicht. Daf\u00fcr plauderte ich vor einem Kiosk l\u00e4ngere Zeit mir einer Gruppe, tauschte das zu kurze Ersatz-Schaltkabel aus Atotonilco gegen ein passendes ein und spielte mal wieder Fotomodel. Das erste Hotel war mir zu teuer und ich fuhr etwas weiter die Strasse hinunter. Neben mir verlangsamte ein Auto und schliesslich hielten wir f\u00fcr das Gespr\u00e4ch an. Chuma fuhr dann zum Hotel seiner Tante voraus und handelte beim Onkel einen Rabatt aus. Sp\u00e4ter ging ich zum Supermarkt Fr\u00fchst\u00fcck einkaufen und danach essen. Als ich zur\u00fcckkam, hatte ein Freund von Chuma ein Fressp\u00e4ckli deponiert. Leider war ich schon voll und auch das Fr\u00fchst\u00fcck hatte ich schon gekauft. So nahm ich dann nur die Cola aus dem K\u00fchlschrank und hoffte, dass sonst wer den Rest verputze. Nat\u00fcrlich versuchte ich noch, den Freund per Telefon zu erreichen, was aber erfolglos blieb.<\/p>\n<p>Heute erreichte ich nun mit Quer\u00e9taro den n\u00e4chsten Bundesstaat. Auf dem Weg dorthin durfte ich mich \u00fcber eine mehrere Kilometer lange Autobahnbaustelle freuen, wobei ich im abgesperrten Bereich auf dem neuen Belag meine eigene Spur hatte. Nach der Stadt Quer\u00e9taro nahm der Verkehr von Norden kommend stark zu. Auch einige ziemlich altersschwache Dinger waren unterwegs. So konnte ich einen LKW eine Steigung hoch \u00fcber mehrere Kilometer bis zur Kuppe hinter mir lassen. Direkt an der Autobahn fand ich heute kein Zimmer und so musste ich halt doch noch in den Aussenbezirk der Stadt fahren. Das Zimmer war gut, daf\u00fcr hatte ich im angrenzenden Restaurant eine ziemlich unaufmerksame und auch nicht sehr helle Bedienung &#8211; daf\u00fcr erwartete sie dann 25% Trinkgeld anstatt der \u00fcblichen 10%! F\u00fcr das lange Ignorieren, die abgelaufene Cola (die ich nat\u00fcrlich nicht bezahlte) und das nicht gebrachte Wasser gab&#8217;s dann halt 25% weniger als erwartet.<\/p>\n<p>Heute erwartete mich eine der &#8220;K\u00f6nigsetappen&#8221;. Zuerst kam eine ziemlich durchgehende 50km lange Steigung, deren Ende ich bei ca. 45\u00b0C auf 2&#8217;700 m\u00fcM erreichte. Auf einer Rastst\u00e4tte kam ich mit David und seinem Vater (auch David) ins Gespr\u00e4ch und sie luden mich ein, auf der anderen Seite von M\u00e9xico D.F. in Ciudad Sahag\u00fan bei den (Gross-) Eltern zu \u00fcbernachten. Nach den Fotos ging&#8217;s weiter und nat\u00fcrlich genoss ich die rasante Abfahrt. Einem weiteren Schild folgend fuhr ich Richtung Tula, wo es einige Statuen zu bestaunen g\u00e4be. Leider erreichte ich den Ort erst bei Torschluss und nach der Abfahr in die Stadt, die mir nicht sonderlich gefiel, entschied ich, am n\u00e4chsten Tag nicht wieder hochzutreten sondern noch nach TepejI del R\u00edo weiterzufahren.<\/p>\n<p>Nun war ich schon sehr nahe an der Millionenstadt M\u00e9xico. In der N\u00e4he wollte ich einen alten Bekannten besuchen: den Koch aus meinem Hotel in Puerto Madryn an der argentinischen Atlantikk\u00fcste. Mit einer Karte f\u00fcr ganz Mexiko war\u00a0die Kleinstadt aber nicht so einfach zu finden und so brauchte ich am Schluss gleich viel Zeit im Sattel als auch f\u00fcr Pausen oder Fragen. Es ist echt unglaublich, wie viele Leute nicht mal die n\u00e4chste Umgebung kennen. Daf\u00fcr meinte ein Tankstellenbesitzer tats\u00e4chlich, er sei sich nicht sicher und fragte nochmals nach. Das passiert sonst nur selten, da man nicht mit einem &#8220;ich weiss nicht&#8221; unh\u00f6flich sein will. Nach 20 Extrakilometern erreichte ich schliesslich Ojo de Agua und weil die US-Ketten in der Regel WIFI anbieten, steuerte ich den Mc Donald&#8217;s an. Nachdem ich dort mein Handy aufgeladen hatte, erreichte mich auch die Nachricht mit Mauricios Nummer. Ihn selber erreichte ich nicht und so nahm ich auf der anderen Strassenseite ein Zimmer. Kurz nach\u00a023.00 rief mich Mau schliesslich an. Wie erwartet war er in seinem Restaurant am arbeiten und hatte sein Handy nicht dabei &#8211; wir vereinbarten dann,\u00a0dass er mich am n\u00e4chsten Vormittag am Hotel abholt.<\/p>\n<p>Wie vereinbart trafen wir uns in der Lobby &#8211; und ich zog die knapp 500m zu seinem Heim um. Er hat vor\u00fcbergehend die Creper\u00eda seines Grossvaters \u00fcbernommen. Wir luden meine Sachen ab und machten uns gleich auf, ins knapp 20km entfernte Teotihuac\u00e1n. Im Gegensatz zu den Guachimontones, Plazuelas oder Peralta sind die dortigen Pyramiden eine der Hauptsehensw\u00fcrdigkeiten Mexikos. Trotzdem waren sie nicht allzu \u00fcberlaufen. das Ambiente war sehr gut. Nat\u00fcrlich kletterten wir auch die steilen Treppen der Pyramiden hinauf, was uns ganz sch\u00f6n ins schwitzen brachte.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage verbrachten wir z.B. mit Eink\u00e4ufen f\u00fcr seine Creper\u00eda. Wobei ich einen 500g-Pack Lindor-Kugeln kaufte und Mau in die Hand dr\u00fcckte. Er sagte zu seinem Grossvater: &#8220;Schau mal, was er uns geschenkt hat.&#8221; Der nahm die T\u00fcte: &#8220;Danke.&#8221; &#8220;Nein, das ist f\u00fcr alle.&#8221; Da packte er sie zur Seite: &#8220;Ja, danke!&#8221; Er ist zwar k\u00f6rperlich etwas angeschlagen, daf\u00fcr aber geistig topfit \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nachmittags gingen wir mal zum Bowling (so schlecht war ich seit 20 Jahren nicht mehr), Minigolf (hat das Bowling wieder wett gemacht), Schlittschuhlaufen (!) und Air Hockey spielen. Die Anlage f\u00fcr die GoKarts suchten wir eine Stunde, nur um dann festzustellen, dass sie von Sonntag bis Freitag ge\u00f6ffnet ist &#8211; nat\u00fcrlich war Samstag! Abends gingen wir dann gelegentlich Fussball spielen und mittlerweile rennt es sich auch auf ca. 2&#8217;300 m\u00fcM einigermassen.<\/p>\n<p>Meinen geplanten Flug von Canc\u00fan nach Madrid habe ich vom 24.06.2014 auf den 08.07.2014 verschoben. Trotzdem muss ich mich wieder mal schweren Herzens auf die Weiterreise machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Santa Elena &#8211; Degollado (57 km) &#8211; P\u00e9njamo (65 km) &#8211; Valle de Santiago (87 km) &#8211; Apaseo el Grande (73 km) &#8211; San Juan del R\u00edo (87 km) &#8211; Tepeji del R\u00edo (112 km) &#8211; Ojo de Agua (70 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1308\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1308","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1308"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1344,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1308\/revisions\/1344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}