{"id":1248,"date":"2014-05-09T05:23:15","date_gmt":"2014-05-09T03:23:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1248"},"modified":"2014-05-09T05:31:18","modified_gmt":"2014-05-09T03:31:18","slug":"guadalajara-iii-teil-2-11-03-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1248","title":{"rendered":"Guadalajara III (Teil 2: 11.03.2014 &#8211; 06.05.2014)"},"content":{"rendered":"<p>Die bereits geplante Abfahrt verschob ich erneut. Am Wochenende f\u00fchlte ich mich schlapp und meine Augen tr\u00e4nten. Vielleicht war fr\u00fchlingsbedingt was in der Luft&#8230; Danach war dann in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden was los, sodass ich die Abfahrt immer weiter aufschob.<\/p>\n<p>Zuerst stand mal die Fete von Omar (Guadalajara I) auf dem Plan. Es war zwar kein runder Geburtstag, davon liess er sich aber nicht beeindrucken. Es kamen unz\u00e4hlige Leute und sogar eine Banda (Gitarre, Tuba, Schlagzeug und Harmonika) spielte auf. Schliesslich machte ich mich dann mit Cynthia, die von ihren Freunden Panda genannt wird und die nicht allzu weit vom Hostel entfernt wohnt, auf die Suche nach einem Taxi. Nachdem wir uns \u00fcber die Richtung (die Hauptstrasse ist die mit den vielen Lichtern \/ ich kam von links, also m\u00fcssen wir eher\u00a0in diese Richtung zur\u00fcck) geeinigt hatten, suchten wir ein Taxi. Ich legte mich ein paar Stunden auf&#8217;s Sofa und kam nach 10.00 endlich zur\u00fcck ins Hostel. Dort verschlief ich dann den Tag und stand erst am fr\u00fchen Abend wieder auf.<\/p>\n<p>Am Abend stand dann der erste Grillabend an. Samirs Avocadosauce und mein H\u00f6rnlisalat waren ebenso lecker wie erstaunlicherweise auch die W\u00fcrstchen \ud83d\ude09 Das wiederholten wir in den n\u00e4chsten Wochen, wobei wir dann auch mal danebengriffen: verbrannte und innen noch blutige Pouletfl\u00fcgeli und verbrannte W\u00fcrstchen. &#8220;Grillchef&#8221; James wurde beim n\u00e4chsten Mal dann anderweitig eingesetzt &#8211; und er brachte beim anfeuern den Rest dazu, wassersuchend rumzurennen, um die Stichflamme wieder zu l\u00f6schen. Eigentlich weiss ja jedes Kind, dass man eine brennbare Fl\u00fcssigkeit nicht aus der Flasche in die Flamme giesst, da sich diese am Strahl entlang frisst. Immerhin brauchten wir weder Feuerwehr noch Arzt&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ein weiteres Fussballspiel stand als n\u00e4chstes auf dem Programm: das Stadt-Derby zwischen Atlas und Chivas. Chivas soll der popul\u00e4rste Verein Mexikos sein, da sie nur mit Mexikanern spielen. Hier gefeiert w\u00fcrden\u00a0unsere Vereine bestimmt als ausl\u00e4nderfeindlich kritisiert \ud83d\ude09 Fr\u00fcher war Atlas wohl der Club der Studenten und &#8220;Reichen&#8221;, w\u00e4hrend Chivas Arbeiter und &#8220;Arme&#8221; vertrat. Mittlerweile hat sich das aber etwas ge\u00e4ndert. Die Preise im \u00e4lteren Estadio Jalisco von Atlas sind jedenfalls wesentlicher moderater als jene in Chivas&#8217; modernem Estadio Omnilife. Die Stimmung war dann wirklich toll. Allerdings kann ich die Fanges\u00e4nge\u00a0hier nicht wiedergeben\u00a0&#8211; das w\u00fcrde definitiv zu viele &#8220;Piep&#8221; brauchen. Etwas sp\u00e4ter wollten wir dann auch noch den mexikanischen Clasico zwischen Chivas und Am\u00e9rica aus Mexico City schauen. Samir sammelte das Geld f\u00fcr die Tickets ein &#8211; und wurde seither nicht mehr gesehen. Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass auch bei seinem Arbeitgeber einige teure Ger\u00e4te fehlten. So ein Gauner :-\/<\/p>\n<p>Mit Panda\u00a0und einigen Freunden (vor allem Sami und Octavio) ging ich dann einige Male aus. Dabei dr\u00fcckte ich die Kamera meistens Panda in die Hand, mit der Folge, dass zur Abwechslung mal ein paar Fotos mehr existieren. Erst war also mal das Kinofestival in Guadalajara. Der erste Film zeigte ein Drama, wobei mir gefiel, dass wir teilweise nur die Stimmen und Ger\u00e4usche hinter den T\u00fcren oder einer anderen Silhouette h\u00f6rten und so die Bilder f\u00fcr das Geschehen unserer Fantasie \u00fcberlassen wurde. Der zweite Film war aus den 1940er-Jahren. Gesprochene Worte gab es keine. Zwischendurch wurde ein wenig Text mit Erkl\u00e4rungen eingeblendet. Vor allem aber wurde das ganze von einer Live-Band begleitet.<\/p>\n<p>Ein ander Mal besuchten wir eine Privatparty. Anscheinend kannte von ihnen auch keiner den Gastgeber &#8211; es sei halt so eine Einladung per Facebook gewesen&#8230; Das Geb\u00e4ude war dann riesig, mit eigenem (etwas renovationsbed\u00fcrftigem) Tennisplatz und nat\u00fcrlich auch einem grossen Pool, den wir zum Schluss auch mal testeten.<\/p>\n<p>Witzig war auch der Besuch bei &#8220;LaserZone&#8221;. Mit sieben Cousinen und Cousins (ca. 7 &#8211; 17 Jahre) zogen wir los. Erst per Bus zur Gran Plaza. F\u00fcr das Spiel mit den Laserknarren mussten wir noch etwas warten. Also gingen wir was trinken. Der Teller mit Pouletfl\u00fcgeli, Rippchen und Pommes frites schaffte es kaum auf den Tisch, bevor in unz\u00e4hlige Kinderh\u00e4nde schon beinahe geleert hatten. Zur\u00fcck bei der Halle hatte der Veranstalter dann kurzerhand noch eine zweite Gruppe angenommen, die nun gegen uns spielen sollte. So musste unsere Kindertruppe gegen einen Haufen Erwachsene antreten. Es scheint aber trotzdem allen Spass gemacht zu haben.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6sste Anlass war dann bestimmt das Water-Festival Chapala &#8211; das eigentlich nicht in Chapala sondern am gleichnamigen See in Jocotepec stattfand. Mich begleiteten Panda, Doug, Fiza, Rafael und Tom. Auch Alex mit Freundin Marie sowie James mit seiner Sara und als einer der Organisatoren nat\u00fcrlich auch Fernando waren dort. Mir gefiel besonders, nach langer Zeit mal wieder ein bisschen Natur zu sehen. Fer musste sich danach aber\u00a0von den Europ\u00e4ern, Amis und Australiern einige Kritik anh\u00f6ren. Getr\u00e4nke oder Esswaren durften nicht mit auf&#8217;s Gel\u00e4nde genommen werden. Zudem durfte man nach verlassen des Festgel\u00e4ndes nicht mehr eintreten. So wollten sie die G\u00e4ste zwingen, sich an den teuren St\u00e4nden zu verpflegen. Beides geht bei einem Openair-Festival \u00fcberhaupt nicht! Das Festival fand auch nicht direkt am See statt. So standen nur einige (bereits schmutzige) Pools zu Verf\u00fcgung &#8211; Die Badehosen blieben also trocken. Als dann zu Beginn der Hauptzeit auch noch ein DJ anstatt einer Liveband auftrat, machte ich mich mit der ersten Gruppe wieder auf den R\u00fcckweg.<\/p>\n<p>Von den G\u00e4sten ist Chuck aus Heidelberg speziell zu erw\u00e4hnen. Ca. drei Wochen vor ihrer Ankunft beschlossen Anna und er, Eric in Mexiko zu besuchen bzw. ihn dahin zu begleiten. Chuck liess sich dann gleich auch noch ein neues Tattoo stechen: eine blaue Chili. Oder auch Mackay aus Kalifornien, der mit Mitte 50 an seiner Studienarbeit schreiben wollte. Obwohl er bereits f\u00fcr einen Monat bezahlt hatte, reiste er bereits fr\u00fcher\u00a0wieder ab, worauf ich f\u00fcr eine Woche gratis in die grosse Privatunterkunft umziehen konnte. Dort blieb ich dann auch, bis sie wieder vorreserviert war. Alex war ganz aufgeregt, weil die Mutter seiner Freundin aus Frankreich anreiste. Nat\u00fcrlich wollte er einen besonders guten Eindruck hinterlassen. Und so fragte er mich am Donnerstagabend, ob ich am Samstag schon vor der Auscheckzeit um 11.00 das Zimmer wechseln k\u00f6nne. Nat\u00fcrlich war das kein Problem &#8211; bis er die Idee hatte, sein Sondergast w\u00fcrde zwischen 08.00 und 09.00 ankommen und grossreinemachen\u00a0m\u00fcssten sie auch noch. Er war dann auch ganz \u00fcberrascht, als ich ihn fragte, ob noch ganz bei Trost sei \ud83d\ude09 Ich zog also\u00a0bereits am Freitagvormittag um. Geputzt wurde aber noch nicht. Die Angestellte bem\u00fcht sich wirklich bei der Arbeit &#8211; am meisten darum, auf keinen Fall irgendwelchen Schmutz zu bel\u00e4stigen! Aber solange sie mit dieser Einstellung ihr Geld bekommt&#8230;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr wurde das Hostel sonst nach und nach verbessert. Mein billiger Grill sorgte bereits f\u00fcr einige tolle Grillabende. Vor kurzem wurden dann auch noch zwei grosse, bequeme H\u00e4ngematten montiert. Der Superprofi, der die Haken verankerte, ist aber wohl nicht der Reinlichste. Weder den Grill noch mein Fahrrad r\u00e4umte er vor dem bohren weg. So verschmutzte er mein geliebtes Velo schlimmer, als es der Sand der Atacama in Chile oder jener auf der mexikanischen Baja California in mehreren Wochen geschafft hatten. Eigentlich ist es aber Alex&#8217; Fehler &#8211; schliesslich habe er ihn auch schon mal darauf hinweisen m\u00fcssen, dass er doch allenfalls die Schuhe ausziehen m\u00f6ge, bevor er auf die Matratze klettere! Das Highlight &#8211; weil am h\u00f6chsten angebracht &#8211; waren aber die (Zitat Alex) &#8220;h\u00e4ngenden G\u00e4rten von Blue Pepper&#8221;. Dazu montierten sie ein Drahtgeflecht und befestigten Gr\u00fcnzeug sowie Blumen daran. Nach einiger Zeit konnte ich mir den Kommentar dann doch nicht verkneifen, das Plastikzeugs werde wohl auch mit dem bald zu erwartenden Regen nicht von selbst wachsen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nach vier Monaten ohne Bewegung l\u00f6ste ich dann auch mal ein einmonatiges Fitnessabo. Kurz darauf weckte mich Alex an einem Sonntagmorgen, um auf die V\u00eda Recreativa zu gehen. \u00c4hnlich unserem Slowdown werden dort am Sonntag bis 14.00 einige Hauptstrassen gesperrt. Bereits einige Tage zuvor hatte ich das andere Fahrrad repariert. Dabei hat ein doofer Spanier meinen kleinen Engl\u00e4nder-Schl\u00fcssel verbogen. Der M\u00f6chtegern-Handwerker h\u00e4mmerte darauf ein, weil er die Schraube von Hand nicht bezwingen konnte &#8211; die Schraube gewann allerdings auch die zweite Runde :-\/ Nun immerhin konnten wir dann am Sonntag losradeln. Unterwegs wechselten wir die Velos und Alex meinte, das sei wie aus einem K\u00e4fer in einen Ferrari umzusteigen.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter machten wir uns am Ostersonntag dann auf zu Alex&#8217; erster Radtour hinunter nach Tequila. Obwohl es mehrheitlich leicht abw\u00e4rts ging und er auch ca. 2\/3 mit meinem Velo fuhr, war er ziemlich auf der Schnauze und nach der R\u00fcckfahrt per Bus froh, dass es von der Haltestelle zur\u00fcck ins Hostel nicht mehr allzu weit war. Das Resultat von &#8220;Ich bin braunh\u00e4utig und brauche deshalb keine Sonnencr\u00e8me!&#8221; \u00fcberlasse ich mal der Fantasie &#8211; mir kamen spontan einige Restaurannamen in den Sinn: El Pollo Asado oder Red Rooster \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Am Dienstag war die Reihe dann an James. Wir wollten nach Chapala an den See radeln. Er \u00fcberraschte mich positiv. Als Raucher, der seit Jahren keinen Sport treibt, h\u00e4tte ich bei ihm mehr Probleme erwartet. Die kamen dann sp\u00e4ter als sein vor einigen Wochen verletztes Knie wieder zu schmerzen begann. Trotzdem kamen wir dem See schnell n\u00e4her. Nur war nach den 50km von Chapala weit und breit nichts zu sehen. James &#8220;wusste&#8221;, wie man nach Chapala kommt, weshalb wir auch nicht den Wegweisern folgten. Grunds\u00e4tzlich stimmte das schon. Leider kannte er die Strecke vom Bus und dieser klappert auch noch einige zus\u00e4tzlich D\u00f6rfer ab. Umweg: ca. 30km! Als wir nach gut 60km Jocotepec erreichten, entschieden wir, dass das ein w\u00fcrdiger Zielort sei und nahmen den Bus zur\u00fcck nach Guadalajara. Gut, dass ich ihm vor der Abfahrt die langen Jeans noch ausreden konnte&#8230;<\/p>\n<p>Bei einem so langen Aufenthalt verbrachte ich nat\u00fcrlich auch einige Zeit in der K\u00fcche. Den Mixer f\u00fcr meine Erdbeer-Joghurt-Milch-Shakes werde ich wohl vermissen. Es war auch interessant, zu sehen, was andere so brutzelten. Daf\u00fcr musste ich dann auch mal andere G\u00e4ste darauf hinweisen, dass eine Gemeinschaftsk\u00fcche innert n\u00fctzlicher Zeit\u00a0aufger\u00e4umt werden m\u00fcsse\u00a0und f\u00fcnf Stunden keine n\u00fctzliche Zeit sei\u00a0&#8211; da interessiert es auch nicht wirklich jemanden, wenn die halt lieber erst noch ein paar Videos schauen oder ausgehen wollen. Eine besondere Herausforderung waren die Lebkuchen. Schon ein paar 100g abzumessen, ist ohne Waage nicht einfach. Bei einigen wenigen Gramm an Gew\u00fcrzen wird&#8217;s aber beinahe unm\u00f6glich. Das Resultat sah dann aber doch toll aus uns schmeckte auch ganz ordentlich. James liess sich sogar anstecken und verzierte ein Herz f\u00fcr seinen Schatz.<\/p>\n<p>Nun war es an der Zeit, wieder mal die Weiterreise vorzubereiten. Als letztes Ausflugsziel w\u00e4hlten wir am 1. Mai die Guachimontones. Wir vereinbart war ich um 08.15 bei der Busstation &#8211; und um ca. 09.30 war unsere Gruppe mit\u00a0Panda, Sami und Aida komplett! Nach einer gut zweist\u00fcndigen Busfahrt erreichten wir gegen Mittag dann Teuchitl\u00e1n, von wo wir die 2-3km zum Eingang marschierten. Erst besuchten wir ein Museum und dann standen wir endlich vor den Guachimontones. Die sind eine Art Pyramiden. Obwohl auch die weitverbreiteten Ballsportpl\u00e4tze nicht fehlen, sind die Formen doch speziell und auch ziemlich einzigartig: runde Stufenpyramiden, die eigentlich eher aussehen, als w\u00e4ren sie aus Erde errichtet. Da sie nach den vielen Jahrhunderten aber immer noch nicht weggesp\u00fclt wurden, d\u00fcrfte wohl auch ein Unterbau aus Steinen vorhanden sein. Im Gegensatz zu den ber\u00fchmteren Anlagen wie Chich\u00e9n Itz\u00e1 oder Tul\u00fam fehlen hier bildhauerische Meisterwerke. F\u00fcr mich war die Anlage aber unbedingt empfehlenswert. In der br\u00fctenden Hitze machten wir uns dann auf den R\u00fcckweg ins Dorf. Wehm\u00fctig schauten wir auf den Wegweiser zum Bad. Leider war ich der einzige, der mit der Badehose als Shorts unterwegs war. Daf\u00fcr erfrischten wir uns in einem Restaurant, das pr\u00e4hispanische Getr\u00e4nke versprach. Ich g\u00f6nnte mir ein Mayaguamiel mit Ananas und Kokosraspeln. Zwar weiss ich nicht genau, was es war, lecker war es aber doch. Nur so unglaublich s\u00fcss, dass ich es einige Male mit Wasser panschen musste. Weiter ging es zum n\u00e4chsten Ort mit ein paar Tischen und St\u00fchlen. Wir kamen ganz schnell mit den anderen dort ins Gespr\u00e4ch, vor allem mit Pedro. Neben ein paar Bier und irgendeinem komischen und nicht sehr leckeren Essen, zeigten sie uns auch noch eine (zumindest angeblich) originale Figur von den Ausgrabungen. Naja, mindestens einer arbeitete f\u00fcr die Gemeinde, vielleicht war ja was dran. Beim bezahlen wollten sie erst gar nichts, sp\u00e4ter einfach 30 Pesos f\u00fcr die erste von drei oder vier grossen Flaschen &#8211; damit wir wieder mal k\u00e4men. Auf den letzten Dr\u00fccker erreichten wir schliesslich noch den Bus zur\u00fcck nach Guadalajara.<\/p>\n<p>Bereits am Freitagabend begannen Hughes und ich das Abschieds-Grillfest vom Samstagabend vorzubereiten. Selbstgemachte Hamburger mit K\u00e4se und Kartoffelsalat, am Samstag folgten noch H\u00f6rnlisalat, Guacamole und nat\u00fcrlich auch dem hier \u00fcblichen Rindfleisch, das noch ein bisschen in einer Marinade baden durfte. Die Stunden vergingen bei essen und trinken, Uno und Billard wie im Flug und nachts liessen wir den Tag bei einem Drink im Internacional ausklingen.<\/p>\n<p>Sonntags wollte ich eingentlich packen. Stattdessen ging ich mit Panda und zwei ihrer Cousins zu Octavios Geburtstagsparty, wo ich auch wieder auf Sami traf oder auf Rodrigo und Liz, die ich bei der Facebook-Party kennengelernt hatte. Auf dem Heimweg passierten uns mehrere L\u00f6schfahrzeuge. Sp\u00e4ter h\u00f6rte ich, dass der traditionellste von Guadalajaras M\u00e4rkten, der Mercado Corona, nahe der Kathedrale niedergebrannt war. Zum Gl\u00fcck brach das Feuer an einem sp\u00e4ten Sonntagabend und nicht im vollen Markt aus.<\/p>\n<p>Nun fehlten noch die letzten Vorbereitungen. Panda wollte mich zu Best Buy begleiten, weshalb ich den Bus zu ihrem B\u00fcro nahm. Leider bemerkte ich erst sp\u00e4t, dass ich bereits viel zu weit gefahren war. Nach einigen SMS und einem Anruf verabredeten wir uns schliesslich direkt bei der Plaza Galer\u00edas. Man muss ja auch unbedingt im Zickzackkurs durch die Strassen und Gassen fahren. Mit dem Velo w\u00e4re ich wohl einfach entgegen der Fahrtrichtung (oder eine Strasse weiter korrekt) der Avenida Hidalgo entlang gefahren. Apropos Verkehrsverhalten&#8230; Ich habe in den letzten Monaten teilweise von den Diskussionen und Streitereien zwischen Fussg\u00e4ngern, Velo- und Autofahrern gelesen. Also hier ist das ein bisschen anders. Nach dem Weg gefragt, hat mich schon die Polizei von der falschen Richtung in eine Einbahnstrasse geschickt. Dann dr\u00e4ngelte sich vor ein paar Tagen ein Polizei-Pickup an einem an einer Ampel wartenden Motorrad vorbei und fuhr bei Rot \u00fcber die Kreuzung. F\u00fcr Fussg\u00e4nger und Radfahrer sind die Regeln sowieso anders. Es gibt quasi Hellgr\u00fcn, Gr\u00fcn, und Dunkelgr\u00fcn. Grunds\u00e4tzlich gilt: Wenn die zu erwartende akute Gesundheitsentwicklung nicht negativ ist, ist die Ampel Gr\u00fcn! Die Autofahrer dr\u00fccken gern mal auf&#8217;s Gas, sparen dann daf\u00fcr aber umweltbewusst den Strom f\u00fcr die Blinker. Umgekehrt ist es bei Einsatzfahrzeugen. Deren Lichter leuchten immer &#8211; allerdings haben die ja auch tollere Farben.<\/p>\n<p>Nun war ich wirklich beinahe bereit. Am Montagabend und Dienstagvormittag W\u00e4sche waschen, Fotos hochladen, Velolampe laden. Dann noch ein paar E-Mails und Anrufe und schon war es Zeit f\u00fcr&#8217;s letzte Abendessen. Zuvor verspeiste ich als letzes Fr\u00fchst\u00fcck aber noch eine Guadalajara-typische Torta ahogada &#8211; und im Gegensatz zu Argentinien oder Chile ist eine Torta nicht s\u00fcss sondern ein knuspriges mit Fleischst\u00fcckchen gef\u00fclltes Br\u00f6tchen, das mit einer Tomatensauce und auf Wunsch einer nicht mitteleurop\u00e4ertauglichen Chilisause \u00fcbergossen wird. Mexikotypisch werden dann noch selbst Radieschen, Zwiebeln usw. dazugegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bereits geplante Abfahrt verschob ich erneut. Am Wochenende f\u00fchlte ich mich schlapp und meine Augen tr\u00e4nten. 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