{"id":1239,"date":"2014-04-26T00:24:28","date_gmt":"2014-04-25T22:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1239"},"modified":"2014-04-26T06:33:40","modified_gmt":"2014-04-26T04:33:40","slug":"guadalajara-iii-teil-1-09-02-2014-10-03-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1239","title":{"rendered":"Guadalajara III (Teil 1: 09.02.2014 &#8211; 10.03.2014)"},"content":{"rendered":"<p>Also eigentlich h\u00e4tte ich ja bereits am 11. M\u00e4rz weiterfahren wollen. Aufgrund diverser Anl\u00e4sse habe ich dann meine Weiterreise wieder und wieder verschoben. Drum gibt&#8217;s jetzt halt mal ein Lebenszeichen, ohne dass ich an einen anderen Ort gewechselt w\u00e4re&#8230;<\/p>\n<p>Zur\u00fcck im Hostel f\u00fchlte ich mich gleich wieder zu hause &#8211; kaum angekommen, zogen wir n\u00e4mlich ziemlich gleich mal los, um im neuen Hostel nochmals ein paar W\u00e4nde vollzupinseln. Die Er\u00f6ffnung verz\u00f6gerte sich dann immer wieder. Die Bewilligung der Feuerwehr liess auf sich warten. Erst bem\u00e4ngelten sie ein paar Kleinigkeiten, die behoben wurden. Dann erfanden sie ein paar neue M\u00e4ngel, die wurden dann mit MXN 300 beseitigt. Schliesslich meinte der Feuerwehr-Kommandant, sie h\u00e4tten soooo viel Arbeit, das k\u00f6nne schon noch ein Weilchen dauern. Er fragte dann direkt &#8220;also Alejandro, was machen wir?&#8221; Schliesslich wollte er MXN 3&#8217;000 (40 Mindesttagesl\u00f6hne!). Am n\u00e4chsten Tag musste Alex dann nochmals intervenieren, bis der korrupte Faulpelz die Bewilligung in einer Minute freigab!<\/p>\n<p>Ich musste mich noch endg\u00fcltig von den Mistviechern in Playa del Carmen (bzw. von deren Bissen) erholen. Daneben schrieb ich ein bisschen und nach 10 Monaten merkte ich, dass die Landkarte endlich wieder funktioniert. Also musste ich noch ca. 120 Orte nachtragen, um diese wieder zu aktualisieren. Es war aber schon interessant, in Gedanken nochmals von Nordpatagonien \u00fcber Alaska nach Mexiko zu reisen. Danach ging es auch gleich mit schreiben weiter: Der Internetauftritt vom Blue Pepper Hostel wollte auf Deutsch \u00fcbersetzt werden.<\/p>\n<p>Schliesslich holte ich dann nach beinahe zwei Monaten endlich mein Fahrrad wieder zur\u00fcck ins Hostel. Am n\u00e4chsten Tag machte ich mich damit gleich mal auf, um einen Veloladen f\u00fcr einen Service zu suchen. Nach ein bisschen hin und her traf ich auf der Avenida Chapultepec dann Joaqu\u00edm. Er sei auch Mitglied bei warmshowers.org und k\u00f6nne mir was empfehlen. So brachte er mich zu Squirt Bike und ein paar Stunden sp\u00e4ter konnte ich ein gereinigtes und perfekt eingestelltes Velo wieder abholen. Nach den Erfahrungen von Jung im Dezember kaufte ich dann auch noch ein etwas dickeres Schloss. Zum Abschluss gab&#8217;s noch den Gratishinweis, die verchromten Zahnr\u00e4der m\u00fcssten nicht zwangsl\u00e4ufig schwarz sein&#8230;<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes wollte ich mal meine Bewerbungsunterlagen wieder auf Vordermann bringen. Dabei tauchten unerwartet zwei Probleme auf: 1. Beim Upgrade des Mailprogramms wurden viele \u00e4ltere E-Mails gel\u00f6scht. So auch dasjenige mit den eingescannten Zeugnissen, Ausweisen und Diplomen. 2. Vom letzten Arbeitgeber fehlt mir immer noch das Arbeitszeugnis. Ich rief drum mal bei Kobelt an, falls sich der Chef noch an mich erinnern k\u00f6nne, soll er das bei Gelegenheit doch mal zu Papier bringen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Auch meine G\u00f6ttikinder (Souvenirs) und meine Mutter (Tagebuchseiten zum einscannen) wollte ich dann mal wieder mit einem Brief begl\u00fccken. Das war aber gar nicht so einfach. Am Freitagnachmittag ging ich zur nahen Poststelle. Die war zwar offen, allerdings waren die Servicezeiten bereits vorbei und so wurde ich auf Samstag vertr\u00f6stet. Also bin ich am Samstag nochmals hin &#8211; um festzustellen, dass irgendwas nicht funktioniere und ich&#8217;s am Montag wieder versuchen soll. Gesagt, getan &#8211; am Montagvormittag funktionierte es nat\u00fcrlich immer noch nicht. Immerhin bekam ich nun mit, was genau nicht funktionierte: sie hatten keine Marken mehr auf Lager! Auf 14.30 vertr\u00f6stet kam ich um 15.30 wieder zur\u00fcck &#8211; nat\u00fcrlich immer noch ohne Marken. Ist ja auch verst\u00e4ndlich. In diesem Kaff leben ja nur ca. 5 Mio. Menschen und die n\u00e4chste Post ist wohl 1-2 km entfernt&#8230; Schliesslich fand ich dann eine andere Post im Zentrum, wo man mir weiterhelfen konnte. Ich war mir danach aber nicht mehr so sicher, ob das verschicken eine so gute Idee war. Schliesslich sollte ich ja in ca. f\u00fcnf Monaten zur\u00fcck sein und da w\u00e4re es unter Umst\u00e4nden schneller gewesen, wenn ich die Briefe gleich selbst mitgebracht h\u00e4tte \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Eine gute Woche vor der Weiterreise ging ich mit Alex zu Walmart. Wir wollten endlich mal die kleinen Fussballtore und nach den Feuerwehr-Extrakosten spendete ich eines der beiden. Das erste Spiel mussten wir beim Stand von 2:2 unterbrechen, da Alex Angst um die anderen G\u00e4ste hatte &#8211; die h\u00e4tten ja auch an den entfernteren Tisch sitzen k\u00f6nnen \ud83d\ude09 Zwei Tage sp\u00e4ter spielten wir dann weiter. Mit 5:3 behielt ich das bessere Ende f\u00fcr mich. So war ich also der offizielle Sieger des ersten Fussballspiels im Blue Pepper Hostel Chapultepec =D Sp\u00e4ter kamen dann noch ein 4:2 gegen Javier und ein 1:0 gegen James dazu, wobei den beiden schon vor dem Erreichen der \u00fcblichen 5 Tore die Puste ausging \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Am ersten M\u00e4rzsonntag stand eigentlich das Spiel zwischen Chivas Guadalajara und Tigres Nueva Le\u00f3n auf dem Programm. Da aber eine Gruppe Studenten aus W\u00fcrzburg im Hostel ankam, schloss ich mich ihnen an und wir machten einen Ausflug ins Stadtzentrum und nach Tlaquepaque. Die Gruppe studiert Geografie und nimmt an einer Exkursion von Mexiko City nach Veracruz teil. Sie fanden aber, wenn sie schon so lange fliegen m\u00fcssten, k\u00f6nnten sie auch gleich etwas fr\u00fcher anreisen und etwas mehr vom Land sehen. Die zu hause geschmiedeten Pl\u00e4ne wurden dann aber sehr schnell angepasst &#8211; Mexiko ist halt doch gr\u00f6sser, als man es erwartet.<\/p>\n<p>Das musste ich auch mal in der deutschen Bild-Zeitung kundtun. Beim Nachlesen der Bundesligaberichte stolperte ich \u00fcber einen Beitrag zur deutschen Tourismusmesse mit Mexiko als Gastland. Danach wurde die Frage gestellt, was man von Mexiko als Reiseland im Zusammenhang mit Verbrechen und Drogenkriegen halte. Nat\u00fcrlich meinten dann einige, hierher zu reisen sei nicht verantwortbar usw. Nun wurde zwar eben erst Drogenbaron &#8220;El Chapo&#8221; Guzm\u00e1n in Mazatl\u00e1n geschnappt und auch die Krise in Michoac\u00e1n ist sicher eine ernste Angelegenheit. Trotzdem musste ich dann erw\u00e4hnen, dass es von Morelia in Michoac\u00e1n zum touristischsten Ferienort Canc\u00fan ca. 1&#8217;900 km seien, w\u00e4hrend man Berlin von Kiew her bereits nach 1&#8217;340 km erreiche! Klar muss man halt mal einen Ort oder eine Region auslassen. Nachts betrunken durch dunkle Gassen zu wanken, wie das gewisse Touris ja gerne mal tun, ist aber auch in europ\u00e4ischen St\u00e4dten nicht unbedingt empfehlenswert \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nun aber wieder zur\u00fcck nach Guadalajara. Hier musste ich dann meine Siebensachen mal komplett ausr\u00e4umen und neu verstauen. F\u00fcr die beiden Reisen nach Costa Rica und Playa del Carmen nahm ich nat\u00fcrlich nur das Notwendige mit und brachte so meine Packordnung durcheinander. Daf\u00fcr konnte ich die Gelegenheit aber auch nutzen, um mal ein paar aktuelle Fotos meiner Ausr\u00fcstung zu schiessen. Dabei wurde dann auch die erste Speicherkarte voll und so musste ich einen Tag nach dem Versand der drei Briefe nochmals einen schreiben &#8211; immerhin hatten sie in der Zwischenzeit ein paar Marken gefunden. Vor dem Versand lud ich noch die verbliebenen ca. 120 Fotos auf Willis Internetseite hoch, was ca. f\u00fcnf Stunden dauerte! Sp\u00e4ter las ich dann, dass er f\u00fcr den Download nur ca. vier Minuten brauchte \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Solange ich noch eine K\u00fcche zur Verf\u00fcgung hatte, wollte ich das nat\u00fcrlich ausn\u00fctzen. Ich kaufte also alle Zutaten f\u00fcr unseren beliebten Virginia-Cake. Naja, fast alle &#8211; gemahlene Mandeln gab es keine, Kokosraspel mussten ersatzweise herhalten. Schliesslich ging&#8217;s ans Backen. Als erstes Problem kristalisierte sich die fehlende Waage heraus &#8211; oder weiss jemand, wieviel 200g Zucker aus einem ca. 5kg-Sack sind? Bei der Maisst\u00e4rke bemerkte ich im Supermarkt nicht, dass sie mit Erdbeergeschmack versetzt war. Ehrlich gesagt, ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt \ud83d\ude09 Naja, die 50g Erdbeer-Maisst\u00e4rke waren jedenfalls genug um den ganzen Kuchen rosa zu f\u00e4rben und auch der Geschmack \u00fcbert\u00f6nte alles andere. Auf den zweiten Biss war er aber doch lecker =D<\/p>\n<p>Am letzten Samstagabend war in Fernandos Bar &#8220;La International&#8221; ein spezieller Anlass. Man solle helle Kleider tragen und dann wollten sie mit Leuchtfarben unter den G\u00e4sten w\u00fcten. Ich sah dann auch viele mehr oder weniger kunstvoll verschmierte &#8211; \u00e4\u00e4hhh verzierte &#8211; Gesichter, die Farbtypen kamen bei mir aber nicht vorbei. Was etwas auf die Stimmung dr\u00fcckte waren die m\u00e4ssige, nicht wirklich zum Anlass passende Musik und die schlechte Organisation an der Bar. Unglaublich, ich h\u00e4tte nie gedacht, dass der Service irgendwo auf der Welt noch schlechter sein kann als in der Habsburg.<\/p>\n<p>Alex darf hier nat\u00fcrlich auch nicht fehlen. Er arbeitet ziemlich europ\u00e4isch, nervt sich daf\u00fcr aber oft, dass er sich dabei mit so sprichw\u00f6rtlichen lokalen Tugenden wie Korruption oder &#8220;morgen ist doch auch noch ein Tag&#8221; rumschlagen muss. Eigentlich wollte er (allenfalls zusammen mit Bruder Fernando) mich f\u00fcr eine gute Woche bis Mexiko City begleiten. Durch die vielen Extrakosten m\u00fcsste er daf\u00fcr aber seine eiserne Reserve antasten, was er verst\u00e4ndlicherweise nicht m\u00f6chte. Die Anekdote mit seiner Umstellung auf vegane Ern\u00e4hrung darf aber auch nicht fehlen. An einem Samstagmorgen gingen wir zu einem Strassenstand und w\u00e4hrend ich eine Torta Ahogada bestellte, blieb er bei Tacos mit Bohnen, da er sich nun einen Monat vegan ern\u00e4hren wolle. Mein Einwand, ob er es nicht vielleicht erst mal mit vegetarisch versuchen wolle, gefiel ihm nicht. Zwei Stunden sp\u00e4ter kam er dann mit dem aufgew\u00e4rmten letzten Pizzast\u00fcck vom Vorabend um die Ecke. Nun war der K\u00e4se darauf schon mal bestimmt nicht vegan und da wir eine mit Salami, die zweite mit Schinken bestellt hatten, war das letzte St\u00fcck nicht mal vegetarisch. Nun&#8230; Die vegane Karriere dauerte also ziemlich genau zwei Stunden bzw. immer wieder zwischen Nachtessen und Fr\u00fchst\u00fcck \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Und dann gab&#8217;s in den letzten Tagen noch ein paar &#8220;Jubil\u00e4en&#8221;: 7. M\u00e4rz = 365 Tage in Lateinamerika, 8. M\u00e4rz = 15 Monate seit Abflug, 9. M\u00e4rz = 15 Monate in Amerika =D<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Also eigentlich h\u00e4tte ich ja bereits am 11. M\u00e4rz weiterfahren wollen. Aufgrund diverser Anl\u00e4sse habe ich dann meine Weiterreise wieder und wieder verschoben. 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