{"id":1141,"date":"2014-01-25T08:01:25","date_gmt":"2014-01-25T07:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1141"},"modified":"2014-01-25T08:15:58","modified_gmt":"2014-01-25T07:15:58","slug":"pequena-helvecia-costa-rica-guadalajara-mexico-06-01-2014-10-01-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1141","title":{"rendered":"Peque\u00f1a Helvecia, Costa Rica &#8211; Guadalajara, M\u00e9xico (06.01.2014 &#8211; 10.01.2014)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Peque\u00f1a Helvecia &#8211; San Jos\u00e9 &#8211; Guadalajara<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem der Nationalpark Corcovado auf der Pen\u00ednsula Osa voll war, wollten wir nun den Park am Tenorio besuchen. Die Hotelbesitzerin hatte in den vergangenen Tagen versucht, einen Reisef\u00fchrer f\u00fcr uns zu organisieren. Wir h\u00e4tten uns dann einer Tour anschliessen k\u00f6nnen, daf\u00fcr aber einen ziemlichen Umweg auf der Hinfahrt zum Park machen m\u00fcssen. Schliesslich beschlossen wir, es ohne F\u00fchrer zu versuchen und bei Bedarf vor Ort zu schauen. Entweder waren wir zu schnell unterwegs oder es gab von der dieser Seite keinen Wegweiser. Jedenfalls mussten wir dann doch noch das GPS auf Papis Handy einschalten &#8211; manchmal doch noch gut so ein Spielzeug \ud83d\ude09 Dann wanderten wir los in den Park. Ich mit meinen (zumindest am Anfang noch) hellbeigen Hosen und weissen Schuhen &#8211; dumm, wenn man nichts anderes hat \ud83d\ude09 Wir spazierten, kraxelten und rutschten auf dem schlammigen Weg den Berg hoch und f\u00fcr den Abstecher zum Wasserfall zwischendurch auch wieder runter. Getier bekamen wir auch hier kaum zu Gesicht, daf\u00fcr immer wieder mal andere Touris, die wir schon von weit her debattieren h\u00f6rten. F\u00fcr den Abstieg w\u00e4hlten wir die Seite zum anderen Eingang. Wir mussten zwar ca. 1,5 km auf der Schotterstrasse zum Auto zur\u00fcckgehen, daf\u00fcr sollte der Weg viel besser sein. Der Abstieg war dann auch wesentlich besser zu gehen und schon bald konnten wir beim Haupteingang die Schuhe waschen. Nach ca. halber Strecke wollte ich ein Foto machen, bemerkte aber, dass ich meine Kamera bei der Waschanlage h\u00e4ngen gelassen hatte. Also ging ich zur\u00fcck, w\u00e4hrend Papi das Auto holte. Bei der Waschanlage war sie mal nicht. Also fragte ich beim Parkangestellten nach, der wusste aber nichts von einer Kamera. Im Restaurant plauderte ich ein bisschen mit zwei anderen Schweizern und fragte auch dort nach. Aber auch im Restaurant wurde nichts abgegeben. Der herbeigerufene Ehemann meinte dann, er h\u00e4tte was in der Station gesehen, der Angestellte h\u00e4tte vielleicht nicht verstanden, was ich wollte &#8211; oder nicht verstehen wollen? Jedenfalls hing sie dann in seinem B\u00fcro und ich fragte mich, was man bei &#8220;camar\u00e1&#8221; missverstehen konnte. Daf\u00fcr sah ich dann auch noch die offiziellen Eintrittspreise von USD 10 p.P. &#8211; auf der anderen Seite war&#8217;s gratis. Nun fragte ich mich langsam, wo denn nun Papi blieb. Kurz darauf kam der Pickup auch schon um die Ecke. Die 1,5 km waren schliesslich mehr als doppelt so weit! Im Nachhinein waren wir dann froh, die USD 65 (wie unsympathisch diese Preise in Dollar statt Colones) p.P. gespart zu haben. Beim R\u00fcckweg fuhren wir \u00fcber La Fortuna, der Vulkan Arenal war aber wie meist in eine Wolke gekleidet. So entschieden wir uns f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag um und strichen den nochmaligen Besuch der Vulkangegend. Zum Nachtessen\u00a0fuhren wir nochmals zur\u00fcck nach Nuevo Arenal. Auf dem Weg dorthin w\u00e4re dann beinahe ein neugieriges Pelzdings unter unseren Pickup gerannt.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr kehrten wir am anderen Vormittag nach Ca\u00f1as zur Familie Hagnauer zur\u00fcck. Wir wollten unser Gl\u00fcck mit etwas Wildlife nochmals versuchen, diesmal auf einem Raftingboot auf dem Tenorio. Nach einem Gratis-Willkommens-Fruchtdrink, weil wir ihm zwei Tage zuvor zwei Tafeln Schweizer Schokolade geschenkt hatten, fuhren wir also an den Tenorio, einen der vielen Fl\u00fcsse Costa Ricas. Irgendwo muss das viele Wasser ja hin, schliesslich gibt es dort Gegenden mit bis zu 6&#8217;000 mm Niederschlag pro Jahr &#8211; als Vergleich: die Niederschlagskarte der Schweiz h\u00f6rt bei 3&#8217;000 mm auf! Auf dem Fluss bekamen wir vor allem V\u00f6gel zu sehen, aber auch eine dritte Affenart und ein junges und deshalb noch ziemlich kleines Krokodil. Als Verpflegung genossen wir dann eine der vorerst letzten saftig-s\u00fcssen Ananas Costa Ricas. Papi wusch sich auf meine Versicherung, dass das problemlos m\u00f6glich sei, die H\u00e4nde im Fluss &#8211; und etwas sp\u00e4ter sahen wir ein schon mittelgrosses Krokodil ins Wasser gleiten \ud83d\ude09 Kurz darauf m\u00fcndete der Tenorio in den Corobici, wo sich dann ein richtig grosses Teil auf einer Sandbank sonnte. Das machte sich aber aus dem Staub, bevor wir auf Fotodistanz herankamen. Nach der R\u00fcckkehr plauderten wir noch etwas mit Hagnauer und jetzt wissen wir, dass wegen der Fussball-WM in Brasilien wohl einige G\u00e4ste ausbleiben werden, daf\u00fcr die Fussball-WM der U17-M\u00e4dchen in Costa Rica stattfinde und einen Tourismusboom ausl\u00f6sen werde, oder so&#8230; Also zumindest beim Boom durch die U17-WM bin ich dann doch skeptisch \ud83d\ude09 Zur\u00fcck im Hotel kopierten wir dann gegenseitig die Fotos. Auf meiner Kamera seit dem Abflug 13 Monate zuvor: 1&#8217;281 Fotos. Dazu kamen dann von Papis zwei Kameras von den letzten 13 Tagen nochmals ca. 800 dazu \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nun war der letzte gemeinsame Tag bereits angebrochen und wir machten uns wieder auf den Weg. Diesmal wollten wir den Altst\u00e4tter &#8220;Diesel-Sepp&#8221; besuchen. Er war vor acht Jahren ausgewandert und bewirtschaftet mit seiner Frau aus Nicaragua eine Hacienda. Dieses Anwesen ist in einem tollen Zustand, \u00fcberall werden Fr\u00fcchte angebaut und als Highlight produzieren sie den Kaffee (nur f\u00fcr den Eigengebrauch) selber. Zudem lernten wir, dass bei einer Ananas einfach die Krone abgeschnitten und eingepflanzt werden k\u00f6nne. Nach dem Mittagessen mussten wir uns dann beeilen, um das Auto zur\u00fcckzugeben und rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Ich insistierte nochmals wegen dem Umrechnungskurs bzw. wollte, dass die Belastung in den offerierten Dollars erfolgte. In Dollar belasten k\u00f6nne er nicht, aber ich k\u00f6nne ja im Einkaufszentrum um die Ecke Bargeld wechseln &#8211; welch ein Trottel! Da wir nicht vermuteten, dass er irgendwelche Entscheidungskompetenz hatte, verschoben wir das auf sp\u00e4ter. Im Flughafen mussten wir uns dann beeilen. Nach dem Check-In wurde Papis Flug bereits durchgegeben und so d\u00fcste er los. Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte er mir dann, dass er vor dem Boarding nochmals eine halbe Stunde h\u00e4tte warten m\u00fcssen. Ich nahm dann den Bus ins Zentrum, da mein Flug erst am n\u00e4chsten Tag ging. Dieses Hostel war zwar professionell, hatte mit dem famili\u00e4ren Ambiente beispielsweise in La Serena oder Guadalajara aber nichts zu tun &#8211; ich f\u00fchlte mich \u00fcberhaupt nich in Lateinamerika. Also machte ich noch einen Spaziergang in die Avenida Central, wo ich die am Vorabend entsorgten weissen Hallenfussballschuhe ersetzte. Die hatten zwar die Schlammwanderung \u00fcberstanden und waren nach der W\u00e4sche auch wieder weiss, allerdings waren sie ja schon vor der Abreise mindestens zwei Jahre in Gebrauch und hatten mich auch meiner bisherigen Reise begleitet. Kurzum: die Sohle war einfach durchgelaufen. Zur\u00fcck im Hostel traf ich dann zwei weitere Schweizer: Aninja, die vor 10 Jahren schon mal in Costa Rica war und von der Ver\u00e4nderung seither noch mehr \u00fcberrascht war als ich sowie ihren Freund Michael.<\/p>\n<p>F\u00fcr den R\u00fcckflug musste ich erst um 17.01 am Gate sein. Also n\u00fctzte ich den Tag, um das Nationalmuseum von Costa Rica zu besuchen, das im fr\u00fcheren Kastell Als erstes f\u00fchrte der Weg durch eine Schmetterlingshalle. Weiter ging&#8217;s zu den \u00fcblichen ing\u00edgenen Ausstellungen. Die Ureinwohner scheinen einen speziellen Geschmack bei ihrer Vorgartengestaltung gehabt zu haben &#8211; Gartenzwerge gab&#8217;s da wohl noch nicht. Daf\u00fcr deuten die Indizien auf eine Gewisse Sportkultur hin \ud83d\ude09 Dann gings in die ehemalige Wohnung des Kommandanten &#8211; mal ein spezieller Ort, um auf die Toilette zu gehen. Besonders gefallen hat mir auch die Sonderausstellung \u00fcber den Prozess der Demokratisierung des Landes. Auch die Informationen \u00fcber den B\u00fcrgerkrieg von 1948 waren interessant. Begonnen hatte das ganze damit, dass schon im Vorfeld der Wahl auf alle drei Kandidaten Mordanschl\u00e4ge ver\u00fcbt wurden. Bei der Wahl behielt Herausforderer Ulate mit 54% der Stimmen die Oberhand. Darauf reagierte der amtierende Pr\u00e4sident Calder\u00f3n etwas verschnupft. Was also tun? Seine Partei bezeichnete die Wahl als Betrug, &#8220;sein&#8221; Kongress annullierte diese und um ganz sicher zu gehen verbrannten sie die Stimmzettel. Diese L\u00f6sung fand die Opposition dann aber ziemlich doof. Nun kehrte &#8220;Don Pepe&#8221; Figueras aus seinem Exil in Mexiko zur\u00fcck. Vermutlich hatte er seine aus ca. 600 Soldaten bestehende, vom Ausland mit Waffen belieferte und von Guatemala trainierte Nationale Befreiungsarmee zu diesem Zeitpunkt bereits gebildet. Ihnen gegen\u00fcber stand die regul\u00e4re Armee Costa Ricas, ein eher schlecht organisierter und ausgebildeter Haufen von ca. 1&#8217;000 Soldaten. Nicaragua schickte auch noch 500 Soldaten zur Unterst\u00fctzung, dazu kam noch eine Freiwilligenarmee von ca. 3&#8217;000 Personen. Die Regierungstruppen konnten dann nicht allzu lange Widerstand leisten und nachdem San Jos\u00e9 umstellt war, gab die Regierung friedlich auf. Figueras wurde f\u00fcr 18 Monate zum F\u00fchrer einer Gr\u00fcndungsjunta ernannt. Erw\u00e4hnenswerte \u00c4nderungen: Weiterf\u00fchrung von Calder\u00f3ns Sozialreformen, Einf\u00fchrung des Frauenwahlrechts, alle B\u00fcrgerrechte f\u00fcr die schwarze Bev\u00f6lkerung, Verbot der kommunistischen Partei, Begrenzung der Amtszeit des Pr\u00e4sidenten und Einf\u00fchrung eines unabh\u00e4ngigen Wahlgerichts.<\/p>\n<p>Nach soviel Geschichte rief dann wieder die Modernit\u00e4t bzw. der Flughafen. Ich checkte problemlos ein und wartete auf das Boarding. Zwar wunderte ich mich, dass keine anderen Passagiere dazukamen, allerdings gab auch die Infotafel kein anderes Gate an. Schliesslich fragte ich beim Avianca-Schalter nach und die meinten, sie w\u00fcssten noch nicht mal, ob wir \u00fcberhaupt fliegen w\u00fcrden, ich solle um 19.30 wieder kommen. Also ging ich was essen und kam dann wieder zur\u00fcck &#8211; um \u00fcber eine Stunde darauf zu warten, dass irgendjemand den Avianca-Stand besetzen w\u00fcrde. Irgendwann logen sie uns dann was von einem versp\u00e4teten Flieger aus Venezuela vor und teilten uns als neue Abflugzeit 02.00 mit. Das hatten sie ganz schlau gemacht, konnten sie so doch die \u00dcbernahme der \u00dcbernachtungskosten sparen. Kurz nach 21.30 brachten sie dann noch ein paar Tabletts mit Flugzeugessen vorbei, wobei ih ja schon l\u00e4ngst gegessen hatte. Schlafen war auch danach nicht m\u00f6glich, da genau in diesem hintersten Teil des Flughafens die Fenster gereingt werden mussten. Tats\u00e4chlich waren wir dann nur acht Passagiere im Flieger. Ich vermute mal, dass sie aus Angst vor allf\u00e4lligen Entsch\u00e4digungsforderungen einfach den schlechtestbesetzten Flug versp\u00e4tet haben.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen kamen wir dann doch noch in M\u00e9xico D.F. an. Zwischen dem Check-In und der Gep\u00e4ckr\u00fcckgabe hatte irgendein Zoll- oder wohl eher Avianca-Depp mein Gep\u00e4ck kontrolliert, ohne dass ich dabeigewesen w\u00e4re. Gefehlt hat zwar nichts, allerdings hatte ich mir was dabei gedacht, dass ich z.B. das Duschmittel noch in ein Plastiks\u00e4ckchen gewickelt hatte und vor allem k\u00e4me jemand mit halbwegs intakter Grundintelligenz wohl auf die Idee, das Necessaire wieder zu schliessen, bevor es zur\u00fcck in die Tasche geworfen wird. Ich nutzte dann die paar Stunden Wartezeit, um bei Alamo und Avianca zu motzen. Die wetterbedingte Rumpelei nach Guadalajara verschlief ich dann haupts\u00e4chlich. Ansonsten verlief der Flug so, wie ich das eigentlich grunds\u00e4tzlich erwarten w\u00fcrde \ud83d\ude09 Bereits vor dem Abflug hatte ich das f\u00fcr das Hostel fahrende Taxi bestellt. Allerdings hatte er ein Problem mit dem Zweitwagen und mit dem zwar offiziellen aber eben nicht Flughafen-Taxi durfte er nicht zum Flughafen. Ich marschierte also zum Flughafen raus und wartete an der Hauptstrasse bei einer Plauderei mit einem anderen Taxifahrer. Die Fahrt mit Ismael (Geronimos Sohn) ging dann auch ganz schnell und wegen der Wartezeit gab&#8217;s noch 20% Rabatt \ud83d\ude42 So war ich dann am sp\u00e4teren Abend wieder im Hostel, wo ich wieder wie ein Familienmitglied begr\u00fcsst wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peque\u00f1a Helvecia &#8211; San Jos\u00e9 &#8211; Guadalajara Nachdem der Nationalpark Corcovado auf der Pen\u00ednsula Osa voll war, wollten wir nun den Park am Tenorio besuchen. Die Hotelbesitzerin hatte in den vergangenen Tagen versucht, einen Reisef\u00fchrer f\u00fcr uns zu organisieren. 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