{"id":1029,"date":"2013-11-28T03:56:52","date_gmt":"2013-11-28T02:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1029"},"modified":"2013-11-28T04:04:21","modified_gmt":"2013-11-28T03:04:21","slug":"la-paz-guadalajara-12-11-2013-25-11-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1029","title":{"rendered":"La Paz &#8211; Guadalajara (12.11.2013 &#8211; 25.11.2013)"},"content":{"rendered":"<p><strong>La Paz &#8211; Pichiling\u00fce (26 km) &#8211; Mazatl\u00e1n (21 km \/ F\u00e4hre) &#8211; Tepic (Auto) &#8211; Ixtl\u00e1n del R\u00edo (74 km) &#8211; Tequila (72 km) &#8211; Guadalajara (67 km)<\/strong><\/p>\n<p>Am Montag ging keine F\u00e4hre (bzw. sie war auf der R\u00fcckfahrt) und so machte ich mich einen Tag sp\u00e4ter als geplant auf den Weg, die Baja California Richtung &#8220;Festland&#8221; zu verlassen. Gleich zu Beginn wollte ich beim vom Hotelpersonal bewachten Velo den Sattel gerade stellen, konnte aber mein Multi-Tool nicht finden. Verloren oder geklaut? Normalerweise verliere ich mein Zeugs ja selber. Das geschlossene T\u00e4schchen unter dem Sattel deutete diesmal aber eher darauf hin, dass ich nicht vergessen hatte, mein Werkzeug wieder einzupacken &#8211; Sauladen! Nach einigen km Umweg und einer Stunde Sucherei fand ich dann dank Warmshowers doch noch einen Fahrradladen, der solche Dinger verkaufte. Die gute Frau wartete auf andere Radler und sprach mich deshalb an. Ich war zwar keiner der erwarteten G\u00e4ste, weiterhelfen konnte sie mir aber trotzdem. Die Fahrt zum F\u00e4hrhafen in Pichiling\u00fce f\u00fchrte \u00fcber einen H\u00fcgel und nochmals an einigen kleineren aber malerischen Str\u00e4nden entlang.<\/p>\n<p>Kabinen waren keine mehr frei, weshalb ich wie im Flugzeug einen Sitz zugewiesen bekam. Mein Nachbar Nick aus Manchester ist schon seit Jahren mehr oder weniger als Rucksackreisender unterwegs und hat dabei das g\u00fcnstig bis beinahe gratis Reisen perfektioniert. Sp\u00e4ter las ich ein bisschen im Caf\u00e9 und wurde dabei von Ash angesprochen. Er und seine Freunde kommen aus Neuseeland und sind mit einem Van auf dem Weg nach Yucat\u00e1n. Wir plauderten und spielten Karten. Sp\u00e4ter versuchte ich, im Schlafraum (der mit den Flugzeugsitzen) etwas zu schlafen. Allerdings war dieser zu kalt, zu hell und zu laut. Ich schnappte mir also meine Decke und liess mich im mittlerweile verdunkelten Caf\u00e9 nieder.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Mittag erreichten wir dann Mazatl\u00e1n. Eigentlich wollte ich gleich weiterfahren. Die drei Neuseel\u00e4nder boten mir aber an, mich ein St\u00fcck mit dem Van mitzunehmen. So suchte ich das empfohlene Hotel La Siesta und nahm mir ein Zimmer. Am Nachmittag suchte ich den Campingplatz ca. 10 km weiter n\u00f6rdlich, um \u00a0das Hinspiel der WM-Playoffs zwischen Mexiko und Neuseeland zu schauen. Die Begeisterung meiner drei neuen Reisegespanen konnte nach dem klaren 5:1 irgendwie nicht mit der mexikanischen Freude mithalten. Danach spielten wir im Campingpool ein Weilchen mit Rugby- (sehr gut, Neuseeland) und Fussball (nicht so gut, Neuseeland) und gingen anschliessend was essen.<\/p>\n<p>Nun sollte es bis Tepic gehen. Der Morgen war aber mit warten ausgef\u00fcllt. Erst auf den doofen Kellner, der 20 min brauchte, bis ich endlich meine Cola bezahlen konnte, danach auf die Neuseel\u00e4nder, die mich nicht fanden. Endlich unterwegs schafften wir es nicht mehr ganz bis zur Tankstelle &#8211; seit dem letzten Boxenstopp hatte die Warnleuchte den Geist aufgegeben. Immerhin mussten wir nur ca. 300m gehen, um einen 10l-Kanister zu f\u00fcllen. Ich schlief dann hinten eine Runde und stellte so erst mit etwas Versp\u00e4tung fest, dass ich die Gegend anders wahrnahm, als im Bikebuch beschrieben. Sie meinten, es sei ziemlich eint\u00f6nig. Nach den Wochen im trockenen Kalifornien und auf der noch trockeneren Baja California war das viele Gr\u00fcn aber eine sch\u00f6ne Abwechslung. In Tepic kamen wir erst nach Einbruch der Dunkelheit an. Wir fuhren ins Zentrum, um f\u00fcr mich ein Zimmer zu suchen, die anderern wollten aus Kostengr\u00fcnden lieber im Auto schlafen. Nach dem Abendessen kauften wir schliesslich ein und versuchten unser Gl\u00fcck bei der Ausfahrt aus der Stadt direkt an der MEX15. Dort fanden wir schliesslich ein Motel, dessen erster Eindruck widerlegt wurde: mein Zimmer war g\u00fcnstig, ziemlich sauber und mit einer guten Dusche ausgestattet. Den Van konnten sie davor parken und Dusche und WC in meinem Zimmer nutzen.<\/p>\n<p>Wir verstanden uns blendend. Deshalb \u00fcberlegte ich mir, noch eine Etappe mit den dreien zu fahren. Als ich am Morgen erwachte und im Van nach meinem Fr\u00fchst\u00fcck immer noch alles still war, entschied ich mich dann doch f\u00fcr&#8217;s Rad. Wie erwartet war die Strasse recht h\u00fcgelig. Der Himmel war bew\u00f6lkt, der Regen hielt sich aber (noch) zur\u00fcck. Am fr\u00fchen Nachmittag erreichte ich bereits Ixtl\u00e1n del R\u00edo. Am Abend machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Fahnenstange &#8211; die alte hatte ich in Mazatl\u00e1n abgebrochen. Schliesslich fand ich eine Gewindestange aus Metall, die genau die richtige Dicke hatte.<\/p>\n<p>Bereits am sp\u00e4ten Abend hatte es zu regnen begonnen. Ich \u00fcberlegte, einen Tag zu warten, machte mich dann aber doch auf, da ich in Tequila ja ein Zimmer nehmen und f\u00fcr eine Destilleriebesichtigung einen Ruhe- bzw. Trockentag einlegen wollte. Es sch\u00fcttete also fleissig weiter und die Strassen wurden mit der Wassermenge kaum fertig. Im St\u00e4dtchen ber\u00fchrten meine Pedale teilweise die Oberfl\u00e4che! Dann zeigte sich mal wieder die Qualit\u00e4t der \u00fcberteuerten Regenkleidung. Nach nur 20 min liessen sowohl Jacke als auch Hose das Wasser mehr oder weniger ungehemmt durch und nach ein paar Stunden gab auch der Velocomputer wieder den Geist auf. Als ich Tequila nach einer langen Abfahrt schliesslich erreichte, war ich l\u00e4ngst v\u00f6llig durchn\u00e4sst. Nun wollte ich schnellstm\u00f6glich eine warme Dusche, um mich wieder aufzuw\u00e4rmen. Dummerweise wurde am n\u00e4chsten Tag ein Marathon veranstaltet, weshalb s\u00e4mtliche Hotels ausgebucht waren. Nach einer Stunde Sucherei hatte ich dann doch noch Gl\u00fcck, da anscheinend jemand seine Reservation verfallen liess. Nat\u00fcrlich stellte ich dann auch noch fest, dass die hinteren Packtaschen nicht ganz dichtgehalten hatten. Vaude ist halt nicht Ortlieb!<\/p>\n<p>F\u00fcr den Sonntag hatte ich dann eine Tour mit Stadtrundfahrt und Destilleriebesichtigung gebucht. Die Reiseleiterin ratterte ihren Text herunter, wobei ich etwa die H\u00e4lfte verstand und mir die andere H\u00e4lfte etwa denken konnte. Immerhin verstand ich die Geschichte von Don Francisco, dem alten Mann, bei dem sie sich darum streiten, ob er jetzt so alt und gesund sei, weil er regelm\u00e4ssig seinen Tequila trinke oder ob&#8217;s vielleicht doch eher daran liege, dass er nie geheiratet habe \ud83d\ude09 Danach besuchten wir eine \u00e4ltere Destillerie, die gr\u00f6sste noch bestehende \u00f6ffentliche W\u00e4scherei Mexikos mit ihren ca. 80 Waschpl\u00e4tzen sowie die sehr touristische F\u00fchrung durch die Destillerie Mundo Cuerva.<\/p>\n<p>Nach einem Nachmittagsschlaf machte ich mich auf die Suche nach einem Arzt. 39\u00b0C waren mir dann doch etwas hoch. Schliesslich wurde ich beim Roten Kreuz f\u00fcndig. Mit dem Rezept wanderte ich auf die andere Strassenseite, wo man mir die Medikamente (Brauche ich da keine Spritze zu? Ach so, ja.) gab. Eine Kopie des Rezeptes wollten sie mir aber unter keinen Umst\u00e4nden geben. So musste ich am n\u00e4chsten Tag nochmals vorbei &#8211; die Dosierung stand eben auch nur auf dem Rezept. Dann musste ich noch \u00fcber die Anzahl Tagesstunden philosophieren. Zwei Tabletten alle 12 Stunden macht nach mir vier pro Tag und 28 f\u00fcr eine Woche &#8211; da reicht eine 20er-Schachtel halt nicht. Sie war aber der Meinung, zwei alle 12 Stunden sei gleichbedeutend mit zwei pro Tag. Einig wurden wir uns nicht, sie verkaufte mir aber schliesslich eine zweite Packung \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Nach einer Woche war ich endlich wieder fahrt\u00fcchtig. Erst musste ich aber noch bei der W\u00e4scherei und beim Roten Kreuz vorbeischauen. Erstere hatten mir meine Stofftasche nicht wieder eingepackt, von zweiteren brauchte ich ein Arztzeugnis. Dann k\u00e4mpfte ich mich die zum Gl\u00fcck nicht allzu steile Strasse hoch. Die Krankheit und der mangelnde Appetit steckten mir aber noch ziemlich in den Knochen. Nach einer langen Mittagspause bei einer Flasche Cola und einem Nickerchen fuhr ich dann weiter. Kurz darauf verpackte ich meine Jacke wasserdicht &#8211; es blieb aber vorerst bei einigen Tropfen. Dann traf ich einen Fussg\u00e4nger. Er sei am Wochenende an ein Fest in der N\u00e4he gereist und im Hotel oder Hostel h\u00e4tten sie ihm all sein Zeugs geklaut, weshalb er nun zu Fuss auf dem R\u00fcckweg sei. Turnschuh links und Slipper rechts \u00fcberzeugten mich von seiner Story. Ich half ihm mit einem Getreideriegel, einer Flasche Wasser und etwas Kleingeld aus &#8211; schliesslich war ich ja auch schon froh \u00fcber etwas Hilfe unterwegs. Am sp\u00e4ten Nachmittag erreichte ich dann Guadalajara. Die Strassen wurden immer schlechter, die L\u00f6cher immer gr\u00f6sser &#8211; da h\u00e4tte unsere Bundes-Doris mit ihren Vignetten doch ordentlich was zu tun \ud83d\ude09 Auf dem Weg zum gebuchten Hostel begann es nat\u00fcrlich nochmals richtig zu sch\u00fctten. Ich schaffte es aber schliesslich, mich durchzufragen und als ich ankam, war ich schon beinahe wieder trocken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Paz &#8211; Pichiling\u00fce (26 km) &#8211; Mazatl\u00e1n (21 km \/ F\u00e4hre) &#8211; Tepic (Auto) &#8211; Ixtl\u00e1n del R\u00edo (74 km) &#8211; Tequila (72 km) &#8211; Guadalajara (67 km) Am Montag ging keine F\u00e4hre (bzw. sie war auf der R\u00fcckfahrt) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/?p=1029\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1029","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-reiseberichte","p1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1029"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1029\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1041,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1029\/revisions\/1041"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ciclopanamericana.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}