Puerto Jimenez – Pequeña Helvecia (01.01.2014 – 05.01.2014)

Puerto Jimenez – Puntarenas – Sta. Teresa – Sámara – Playas del Coco – Pequeña Helvecia

Wir starteten früher als die meisten Nachbarn ins neue Jahr und machten uns mit unserem Pickup auf den Weg Richtung Nordwesten. Bald liessen wir die dichtbewaldete Península Osa hinter uns. Kurz nach einem kurzen Mittagshalt an einem Strand fuhren wir in der Nähe des Nationalparks Manuel Antonio an einem Schild vorbei, auf welchem Bootstouren mit Tierbeobachtung angeboten wurden. Kurze Zeit später sassen wir alleine mit unserem Führer im Boot und wir mussten nicht lange warten, bis wir die zweite Affensorte zu Gesicht bekamen: Weisskopfäffchen. Die grosse Gruppe lebt eigentlich etwas näher am Strand, kommt aber immer wieder in die Nähe, da hier einige Obstbäume und -palmen stehen. Unser Guide lockte dann den Vorwitzigsten (oder den, der in der familieninternen Lotterie gewonnen hatte) mit etwas zerdrückter Banane an und kurz darauf sass mir das wuselige Ding auch schon auf Schultern und Kopf. Papi wollte das erst nicht ausprobieren. Nach 3-4 mal nachfragen – man will ja schliesslich sicher sein – war es dann zu spät, um es noch zu stoppen und schliesslich genoss er es doch noch 😉 Im weiteren Verlauf sahen wir noch einige Vögel und erhielten interessante Erklärungen, wie sich die Mangrovenwälder entwickeln. Nach dieser Tour fuhren wir weiter nach Puntarenas zum Fähranleger. Wir hätten gleich noch einschiffen können, wollten aber nicht mehr übersetzen, da es bereits zu dunkeln begann und die andere Seite weniger stark besiedelt ist. So suchten wir uns ein Hotelzimmer. Nach dem Abendessen spazierten wir noch ein bisschen der Promenade entlang, wobei ich mir mal eine Pipa gönnte. Das ist eine noch nicht ganz reife Kokosnuss, deren Milch weniger süss ist und deren Fruchtfleisch nicht gegessen wird. Nun waren uns die Colones definitiv ausgegangen und wir machten uns auf die Suche nach einem Geldautomaten. Beim dritten Kasten klappte der Bezug dann schliesslich.

Als ich aufwachte, hatte Papi schon eine Runde im Meer und im Hotelpool hinter sich. Wir frühstückten, checkten aus und machten uns auf den Weg zur Fähre. Wir waren dann auch nicht die einzigen mit dieser Idee. Die Fähre um 09.00 war bereits gefüllt und bei der langen Kolonne für jene um 11.00 schien es uns unsicher, ob wir wirklich noch Platz finden würden – also das Problem habe ich mit dem Fahrrad relativ selten 😉 Wir entschieden uns dann dafür, um den Golf rumzufahren und ca. drei Stunden später waren wir auch auf der anderen Seite. Beim Wegweiser nach Naranjo kam uns dann etwas spät die Idee, dass wir es auch mit der anderen Fähre etwas weiter nach Norden hätten versuchen können. Schliesslich erreichten wir dann aber doch Montezuma, wo wir aber schnell feststellten, dass eine Unterkunft für diese Nacht ein Ding der Unmöglichkeit war. Also wieder in ein Restaurant, einen tollen Frucht- oder Schokodrink geniessen und Alternativen beratschlagen. Per Internet fanden wir dann ein Zimmer im ca. 10km entfernten Sta. Teresa. Dort angekommen waren wir ziemlich überrascht, dass es dort ja viel mehr Unterkünfte gab, als auf der Buchungsplattform. Das Hostel hatte in den vergangenen Stunden die Internetbuchungen nicht aktualisiert und unser Zimmer bereits anderweitig vergeben. Wir kriegten dann aber ein grösseres Zimmer zum selben Preis, das aber nicht allzu sauber war. Trotz der schön gestalteten Umgebung mit Pool, Bar und Tischchen, beschlossen wir, nur eine Nacht zu bleiben. Die Zeit reichte dann gerade noch, um für den Sonnenuntergang zum Strand runter zu gehen. Dort konnten wir uns auch über ein bisschen grössere Wellen freuen – anscheinend ein Surfer-Kaff. Wir gönnten uns dann noch ein Bad im Hostelpool und fanden später ein tolles Café/Restaurant mit Bäckerei – oder umgekehrt.

Heute wollten wir zeitig los, mussten dann aber feststellen, dass unser Auto von den Hostelfahrzeugen zuparkiert war. Nach einige Sucherei fand der Besitzer dann seinen Bruder mit dem Schlüssel und wir konnten los. Wir wollten nochmals zurück nach Montezuma und zu den Wasserfällen hochwandern und -kraxeln. Teilweise ist der “Weg” so steil und schlechte, dass Seile angebracht wurden. Die Wasserfälle ergiessen sich in mehreren Etappen ins Tal, sodass drei oder vier natürliche Becken entstanden sind. Natürlich wollten wir zum höchstgelegenen, wo wir mit einem tollen Ausblick und ich mit einem erfrischenden Bad belohnt wurden. Bald mussten wir uns aber wieder an den Abstieg machen, mussten wir doch noch weiter nach Norden und irgendwo eine Unterkunft finden. In diesem Teil Costa Ricas sind grösstenteils nur Schotter- oder Erdstrassen vorhanden. Das bringt zwar weniger Verkehr, viel Fahrerlebnis und viele schöne Aussichten, allerdings auch eine wesentlich niedrigere Geschwindigkeit. Bereits im Dunkeln erreichten wir also Sámara, wo wir nach einiger Fragerei doch noch ein Zimmer ergattern konnten.

Diesmal mussten wir den Strandbesuch auf den Morgen ansetzen. Dafür konnten wir die Weiterfahrt etwas ruhiger angehen, hatten wir am Vorabend doch bereits eine Unterkunft in Playas del Coco gebucht. Weiter ging’s also erst noch auf Schotter, später dann auf Asphalt. Bereits zum Mittagessen erreichten wir die Playa Hermosa, die ich ebenso wie unser Tagesziel noch von meinem Costa Rica-Urlaub 2010 kannte. Wir beschränkten uns dort aber auf einen Strandbummel und verschoben die Planscherei auf später. In Playas del Coco fanden wir dann schnell unser Hotel. Wir checkten ein und gingen zum Strand. Diesmal hatten wir wohl die Flutzeit erwischt und einige Wellen kamen ziemlich heftig herein – bis mich sogar eine im etwas mehr als knietiefen Wasser umwarf! Daraufhin mussten wir uns dann mit einem Spiesschen von einem Strand stärken. Auch den freundlichsten Souveniershop-Besitzer hatte ich noch in Erinnerung und wir statteten ihm einen Besuch ab. Schliesslich vertagten wir die Entscheidung (ohne Geld ist Souvenirshopping sowieso schwierig) und gingen zurück zum Hotel. Zum Abendessen gab’s diesmal eine sehr leckere Pizza. Zum Schluss kam ich mit dem Besitzer aus dem kanadischen Montreal noch ins Gespräch und er gab uns noch einige Tipps für unseren Weg zurück ins Hochland mit. Wieder einmal liessen wir den Tag bei einem Drink im Hotelpool ausklingen.

Langsam neigte sich unser Urlaub seinem Ende zu. Für die letzten drei Nächte wollten wir uns in der Pequeña Helvecia einquartieren – und diesmal hatten wir auch rechtzeitig reserviert. Auf dem Weg zur Laguna Arenal, einem Stausee ca. in der Grösse des Zürichsees, stoppten wir wie empfohlen kurz vor Cañas bei einem anderen Schweizer, der als 13-Jähriger mit seinen Eltern ausgewandert war. Wir besuchten seinen Zoo bzw. die Station für verletzte oder verstossene Tiere. Hier bekamen wir ein bisschen mehr von dem Getier zu Gesicht, das sich irgendwo in den Wäldern rumtreibt – und vor allem die “Kätzchen” sind hinter Gitter doch viel herziger… Nach dem Mittagessen im dazugehörigen Restaurant erzählte uns der Besitzer ein wenig von seiner Geschichte (so war er z.B. der erste Anbieter von Riverrafting-Touren) und liess uns an seinem statistischen Wissen teilhaben. Dann erreichten wir auch schon den See. Unterwegs zum Hotel hielten wir bei “Café y Macadamia”. Dort genossen wir wieder mal einen Fruchtdrink, die schöne Aussicht und natürlich eine Tüte gebrannte Macadamianüsse mit Zimt. Am Abend erreichten wir dann unser Ziel. 1989 begann die Geschichte “klein Helvetiens” mit dem Bau eines Kuhstalls durch das costaricanisch-schweizerische Paar. 1991 kam dann das Hotel dazu. Passend zu 700 Jahre Eidgenossenschaft und 100 Jahre costaricanischer Demokratie heisst es Los Héroes und die Fassade ziert ein Bild mit Arnold von Winkelried und Juan Santamaria. Später kamen dann eine 3,5km lange Bahn, eine Kapelle sowie ein Panoramarestaurant dazu. Leider wurde in den letzten paar Jahren der Unterhalt etwas vernachlässigt, was man halt auch schnell sieht. Schade, vor allem wenn man bedenkt, dass es teilweise an Kleinigkeiten wie nicht geschlossenen Fenstern bei Bahn und Bus liegt. Dafür wurden wir im ZImmer dann von einem Krokodil überrascht. Den Tag liessen wir dann im Restaurant ausklingen, Papi bei einem Caramelköpfchen, ich bei einem Bananensplit: nur 1 Kugel Glace, mit Kaffee beträufelt anstatt der Schokosauce (bääähhh) und mit Haferflocken (?!?) bestreut 😉