Guerrero Negro – Mulegé (28.10.2013 – 01.11.2013)

Guerrero Negro – Vizcaíno (75 km) – San Ignacio (77 km) – Sta. Rosalía (75 km) – Mulegé (79 km)

Etwas verwirrt diskutierten wir am Morgen, welche Zeit denn nun sei. Am Samstagabend hatten wir die Grenze zur neuen Zeitzone überfahren, worauf wir die Uhren eine Stunde vorstellen mussten. Am Sonntag wurde dann aber auf Winterzeit umgestellt, sodass alles wieder beim Alten war. Wir machten uns also etwas früher als geplant auf die Reifen, genossen das flache Terrain und wenn überhaupt dann leichten Rückenwind und erreichten so schon am Mittag Vizcaíno. Dort richteten wir uns auf dem Zeltplatz eines Hotels ein und kochten erst mal was. Ich machte dann einen Spaziergang durch den halben Ort: zwei Super- und ca. acht Minimärkte – und eine weitere El Poblana-Taquería 🙂

Wieder ging es erst flach und zügig dahin, später erreichten wir die ersten Hügel auf dem Weg zum Mar de Cortés. Bereits seit Guerrero Negro veränderte sich die Vegetation etwas und nach und nach zeigte sich sogar vereinzelt schon vertrocknetes Gras. San Ignacio war dann eine Oase. Wir quartierten uns nahe dem Abzweiger zum Dorf ein und machten dann den Ausflug ohne Gepäck. Es war interessant, wie schnell alles üppig grün wächst, wenn mal ein bisschen Wasser vorhanden ist. Georgie erzählte uns, die Einwohner San Ignacios würden den Ruf geniessen, die faulsten der ganzen Baja California zu sein – wir wollten da natürlich auch nicht aus dem Rahmen fallen…

Der nächste Tag begrüsste uns gleich mal mit einigen knackigen Steigungen. Danach ging es eine ganze Weile eher flach dahin, bevor wir noch über den “Pass” mussten und schliesslich den Golf erreichten. Ein paar km weiter trafen wir dann in Sta. Rosalía ein, setzten uns ein bisschen in den Park und nahmen uns diesmal zwei kleine Zimmer. Der Ort wurde von einer französischen Minengesellschaft gegründet, weshalb als Hauptattraktion eine Kirche von Gustave Eiffel dort steht. Sie wurde gemeinsam mit dem Eiffelturm zur Weltausstellung aus Metall gebaut, später dann auseinandergebaut, verschifft und hier wieder zusammengesetzt.

Nun ging es wieder der Küste entlang, was in der Regel immer ein bisschen auf und ab bedeutet. Mit einem angenehmen Rückenwind kamen wir gut voran – nur die erwähnten Hügel stoppten uns manchmal ein bisschen. Mulegé erreichten wir dann aber bereits zur Mittagszeit. Nach ein paar Fischtacos suchten wir einen Campingplatz und etwas weiter südlich wurden wir schliesslich fündig. Am späten Nachmittag fuhren wir zum Dorfstrand hinaus. Da dieser aus Kieseln besteht und bereits ein kühler Wind aufgekommen war, gönnte sich nur Mohsen ein Bad. Nach dem Abendessen wollten wir uns noch mit einem Führer treffen, der uns am nächsten Tag die Höhlenmalereien zeigen sollte. Auf dem Weg zu ihm wurde Georgie von einem Kind überrascht, das hinter einem parkierten Auto hervorrannte. Zum Glück fuhr sie nur etwas mehr als Schritttempo, weshalb beide mit dem Schrecken davonkamen. In falscher Richtung durch eine Einbahnstrasse – da wäre die Schuldige wohl klar gewesen.

Mit Salvador konnten wir uns dann doch noch verabreden. Er holte uns am Morgen vor dem Zeltplatz ab und fuhr mit uns zur Ranch. Er zeigte uns auf dem Weg dorthin etliche Pflanzen und Kakteen und erklärte uns, wozu sie die Ureinwohner benutzten. Von der Ranch machten wir eine kleine Wanderung mit einem kleinen Felsbecken, das wir zum Schluss durchschwimmen mussten. Bei den Malereien stellte ich dann fest, dass doch tatsächlich mein Kameraakku leer war und ich meine Ersatzbatterie nicht dabei hatte. Die Malereien und Salvadors Geschichten waren interessant. Es wirkte, als ob eben erst jemand die Farben nachgezogen hätte. Da wir viel früher als erwartet wieder zurück waren, machte ich mich alleine auf in die Stadt, um zu schreiben und später was zu essen.